Heidenheim defensiv stark, offensiv noch Luft nach oben

Auf dem Papier war das Duell zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem SV Darmstadt 98 ein Spitzenspiel. Auf dem Platz jedoch geizten die Akteure mit feinem Fußball. Auf dem schwer zu bespielendem Heidenheimer Rasen konnten sich beide Teams kaum Chancen herausspielen. Dennoch bekamen die 9.100 Zuschauer in der Heidenheimer Voith-Arena zwei Treffer zu sehen. Morabit traf eine Viertelstunde nach Spielbeginn. Den Ausgleich erzielte Sulu eine Viertelstunde vor dem Abpfiff.

Defensivstark trotz zweier Umstellungen

Sebastian Griesbeck ist auf Seiten der Heidenheimer ein wichtiger Bestandteil, für das  starke Defensivverhalten und das Spiel gegen Ball, in dieser Spielzeit. Doch neben Griesbeck musste eine weitere Stütze im Defensivverbund für das Spiel gegen die Lilien absagen. Innenverteidiger Wittek musste krankheitsbedingt passen. Für die beiden Stammkräfte rutschte Sauter in die Partie und zudem gab Daniel Vier sein Debüt. Trotz dieser zwei Umstellungen stand die Heidenheimer Defensive gewohnt sicher. Einzig die ersten fünf Minuten nach dem Anpfiff zeigten sie kleine Unsicherheiten. Die Stürmer der Lilien, Sailer und Ziereis, der Dominik Stroh-Engel in der Startelf vertrat, waren sehr bemüht, aber konnten während des gesamten Spiels keine Akzente setzen. Besonders Vier zeigte in der Innenverteidigung neben Göhlert ein starkes 85 Minuten Debüt. Sowohl am Boden, als auch in der Luft präsentierte sich der Stuttgarter Neuzugang als äußerst Zweikampfstark. WM-Schiedsrichter Brych beendete das Debüt von Vier vorzeitig, nachdem dieser den Ex-Heidenheimer Sailer mit einer Notbremse zu Fall brachte.

Gegenpressing als Erfolgsrezept 

Das Geläuf im Heidenheimer Stadion präsentierte sich in einem miserablen Zustand. Gelungene Kombinationen hatten Seltenheitswert, Kampf und Ballverluste prägten das Spiel. Dabei machten es die Hausherren den Lilien besonders nach eigenen Ballverlusten äußerst schwer. Kein Spieler war sich für die Rückwärtsbewegung und der sofortigen Ballrückeroberung zu schade. So war es nicht selten, dass Stürmer Morabit Bälle weit in der eigenen Hälfte eroberte. In der zentralen wurden dann die Räume eng gemacht, damit es den Gästen nicht möglich war schnelle Konter zu fahren. So blieb den Lilien nichts anderes übrig, als den Ball in die eigene Abwehrreihe zu spielen. Die Heidenheimer konnten sich wieder ordnen und hatten dann mit den Darmstädter Angriffsversuchen nur wenige Probleme. Auch nachdem Vier vom Platz gestellt wurde, standen die Heidenheimer sehr sicher und gaben den Gästen keinen Raum. Diese schienen mit dem Remis zufrieden und waren darauf Bedacht den Ball in den eigenen Reihen zu halten.

Drei Chancen, zwei Tore 

Es ist fast schon ein Wunder, dass bei solch einem chancenarmen Spiel zwei Tore fallen. Doch so überraschend diese Tatsache ist, so überraschend fielen diese Tore. Fast hätte die gnadenlose Effektivität des 1. FCH den Hausherren drei weitere Punkte beschert, doch die Gäste aus Darmstadt bewiesen, dass auch sie nicht viele Chancen für ein Tor brauchen. Zimmermann konnte nach einem hohen Ball, diesen nicht entscheidend klären und über Umwege kam der Ball zu Morabit, der mit einem Volley den 1. FCH in Führung brachte. Morabit war auch derjenige, der die einzige, weitere nennenswerte Gelegenheit in der Partie hatte. Im eins gegen eins versuchte er Zimmermann zu tunneln, doch der Ball hatte zu wenig Kraft und konnte noch von der Linie geklärt werden. Darmstadt strahlte nur über Standards Gefahr aus. Einer dieser Standards brachte dann den Ausgleich. Sulu bekam den Ball, wie auf dem Silbertablett serviert und köpfte ihn zum Ausgleich ein. In der nächsten Partie gegen den SSV Jahn Regensburg kann Sulu nicht mitwirken. Er sah seine fünfte Gelbe Karte, dafür kehrt Dominik Stroh-Engel zurück ins Team. Bei Heidenheim hat Griesbeck seine Strafe abgesessen und steht für das kommende Gastspiel beim FC Hansa Rostock wieder zur Verfügung.

FOTO: Claus Krentscher

 

 

   
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