Havelse verabschiedet sich: "Sah die ganze Saison schlecht aus"

Durch das 1:1 beim Halleschen FC ist der Abstieg des TSV Havelse nun auch rechnerisch besiegelt. Trainer Rüdiger Ziehl war dennoch – wie seine Spieler – gefasst, und lobte das Team sogar.

"Sind nicht heute abgestiegen"

In Tränen brach unmittelbar nach Schlusspfiff niemand aus, auch sonst wirkten Spieler und Staff des TSV Havelse trotz des nun feststehenden Abstiegs gefasst. Auch die sieben mitgereisten Fans applaudierten, als die Spieler vor den Gästeblock kamen. Überraschend war die Reaktion der Beteiligten auf dem Rasen nicht, hatte sich der Abstieg in den letzten Wochen doch schon angedeutet: "Es sah die ganze Saison einfach schlecht aus. Wir sind nicht heute abgestiegen", sagte Trainer Rüdiger Ziehl angesichts von nur vier Siegen aus 32 Spielen und lediglich 19 Punkten bei "MagentaSport". Nach der Serie von sieben Pleiten zu Saisonbeginn (Negativrekord in der 3. Liga) "haben wir uns ein bisschen gefangen, konnten die Leistungen danach aber einfach nicht weiter bestätigen", so der 44-Jährige. Auch die Leistungen der letzten Wochen seien "sehr ernüchternd" gewesen (nur drei Punkte aus den letzten neun Spielen).

Beim HFC trat der künftige Viertligist am Samstag allerdings nicht wie ein solcher auf. "Es war eine gute Leistung, und wir hätten den Sieg verdient gehabt", meinte Ziehl, nachdem Fynn Arkenberg (32.) die zwischenzeitliche Führung der Hausherren durch Elias Huth (24.) ausgeglichen hatte. "Wir haben mutig hinten rausgespielt und Lösungen gefunden. Wenn wir die Umschaltmomente besser nutzen, dann gehen wir hier als Sieger vom Platz." Zwar tue der Abstieg nun weh, wie der 44-Jährige einräume musste, "doch heute freue ich mich einfach über die gute Leistung meiner Mannschaft. Dass, war ich eingefordert hatte, war zu sehen: Nämlich eine Mannschaft, die Spiele gewinnen will. Der Charakter der Mannschaft ist richtig gut. Daher überwiegt der Stolz über die Leistung".

Ziehl auf Abschiedstournee

Auch in den verbleibenden vier Partien will sich der Aufsteiger ordentlich präsentieren und mit Würde den Gang in die Regionalliga antreten. Auch für Ziehl beginnt nun die Abschiedstournee, hatte er doch vor der Partie verkündet, dass er den Verein nach Saisonende verlassen wird. Wo es weitergeht, "steht noch nicht fest. Ich bin auf der Suche, und muss am Ende eben sehen, ob eine Stelle frei wird und wie dort dann die Gespräche sind. Ich bin gespannt, was da kommt".

Der TSV wird sich in der kommenden Saison neu aufstellen – und in das heimische Wilhelm-Langrehr-Stadion zurückkehren, nachdem dieses den Anforderungen der 3. Liga nicht gerecht wurde. Ein kleines Trostpflaster für die Niedersachsen, die von Anfang an der große Außenseiter waren und sich nun nach nur einem Jahr wieder aus dem Profifußball verabschieden. Ins Tal der Tränen fällt der Klub aus der Nähe von Hannover aber nicht, konnte er doch durchaus einige Duftnoten setzen. Dass es am Ende nicht reichen würde, war früh abzusehen.

   
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