"Hat uns tief bewegt": HFC-Spieler schreiben offenen Brief an die Fans

Beim 1:7 in Dresden kassierte der Hallesche FC am Samstag die höchste Pleite seiner Drittliga-Historie. Am Tag nach dem Debakel meldet sich die Mannschaft nun mit einem offenen und emotionalen Brief an die Fans zu Wort – und zeigt sich darin "tief bewegt".

"Haben uns geschämt"

"Mir fehlen die Worte." So hatte Interimstrainer Jens Kiefer seine Analyse auf der Pressekonferenz eingeleitet. Und auch die Spieler können sich "nicht erklären, was genau an jenem 4. Februar 2023 passiert ist", heißt es in dem offenen Brief. Klar sei nur: "Ihr habt solch eine Schmach nicht verdient", richtet sich die Mannschaft an die Fans, vor allem an die rund 2.000 Mitgereisten. "Euer Verhalten, Eure Unterstützung, Eure Leidensfähigkeit und Euer Kämpferherz hat uns alle tief bewegt. Ihr habt eindrucksvoll gezeigt was es heißt, wahre Fans zu sein."

Der Weg in die Fankurve nach der Partie sei der "mit Abstand schwerste" der Saison gewesen. "Die allerwenigsten von uns haben jemals auf Eurer Seite des Zauns gestanden. Deshalb können wir auch nicht vollends nachvollziehen, was Ihr empfunden habt." Die Spieler jedenfalls hätten sich geschämt. Nicht für die Leistung, "denn wir haben wirklich alles versucht und investiert", sondern dafür, dass die Fans hämische Gesänge wie "4. Liga, Halle ist dabei" oder "Absteiger, Absteiger" ertragen mussten. "Das tut uns in der Seele weh, und wir werden alles dafür tun, dass wir eben genau das nicht sein werden nach 38 Spieltagen." Derzeit belegt der HFC den vorletzten Tabellenrang und hat drei Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

"Das werden wir niemals vergessen"

Die Partie bei Dynamo sei als Erfahrung "in allen Belangen" extrem gewesen. "Wir als Mannschaft wollten besonders mutig sein, den Umständen trotzen, endlich den ersten Auswärtssieg landen, die Sperren kompensieren, uns von Rückschlägen und Fehlentscheidungen nicht vom Weg abbringen lassen – mit dem Ergebnis, dass in der Kabine Tränen flossen. Vor Wut, Frust und Enttäuschung." Kaum jemand aus Reihen der Mannschaft habe einen solch bitteren Tag schon einmal erlebt. "Und doch bleibt am Ende das Gefühl, dass wir es gemeinsam schaffen können. Nicht zuletzt Euretwegen."

Weiter heißt es in dem Brief: "Ihr seid mit mehr als 2.000 Leuten nach Dresden gereist, habt unerschütterlich hinter uns gestanden, Zuversicht und Hoffnung schon vor Anpfiff ausgestrahlt, eine Choreo erstellt und dem K-Block akustisch Paroli geboten. Sogar beim aussichtslosen Spielstand, bis zum Abpfiff und darüber hinaus." Niemand werde die aufmunternden Worte am Zaun in einer der "bittersten Momente der Vereinsgeschichte" jemals vergessen. "Dafür danken wir Euch und wissen um unsere Verantwortung. Wir als Mannschaft können den Klassenerhalt nicht garantieren, das wäre vermessen. Aber wir versprechen alles, wirklich alles dafür zu tun. Weil Ihr Profifußball einfach verdient habt. HFC-Fans, Ihr könnt stolz auf Euch sein. Nur zusammen!" Emotionale Worte, die bei den Anhängern gut ankommen dürften. Auch Kiefer hatte die Fans nach Spielende gelobt: "Wie uns die Fans unterstützt und uns nach Spielende Mut zugesprochen haben, fand ich sensationell." Im Heimspiel gegen den SC Freiburg II am nächsten Samstag soll der Bock nun gemeinsam umgestoßen werden.

   

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