Hansa Rostock: Schlingerkurs ohne Bischoffs Ideen

Nur 0:0 gegen Werder Bremen II, der F.C. Hansa Rostock wartet auch nach dem achten Spieltag noch immer auf den ersten Heimsieg der Saison. Das liegt vor allem daran, dass Hansas Angriffsbemühungen regelmäßig die Effizienz fehlt. 

Unverständnis bei Dotchev

Die Erinnerung an die 93. Minute trieb Hansa Rostocks Trainer Pavel Dotchev auch nach dem Abpfiff noch den Schweiß auf die Stirn. Mit aller Macht wollte Hansa bei einem eigenen Einwurf in der gegnerischen Hälfte den Siegtreffer erzwingen, auch Abwehrchef Oliver Hüsing hatte sich nach vorne orientiert. Prompt verlor Hansa den Ball und lief in einen Konter, an dessen Ende Bremens Niklas Schmidt den Ball am Tor vorbeisetzte. "Das geht nicht", ärgerte sich Dotchev am Mikrofon von "Hansa-TV" über das naive Verhalten seiner Spieler. "Wir haben in neunzig Minuten kein Tor erzielt, dann müssen wir in der Nachspielzeit unbedingt den einen Punkt sichern." Am Ende gelang das auch, auf den ersten Heimsieg wartet Hansa aber auch nach dem achten Spieltag und vier Auftritten im eigenen Stadion noch.

Hansa spielt zu umständlich

Das liegt daran, dass es Hansas Offensivaktionen seit Wochen schon an Zielstrebigkeit fehlt. Bis zum gegnerischen Strafraum spielt Rostock meist recht ansehnlich, doch dann mangelt es an Ideen und präzisen Abschlüssen. Fand auch Kapitän Hüsing: "Im Endeffekt fehlt uns im letzten Drittel die Durchschlagskraft." Ein Beispiel aus dem Bremen-Spiel: Ausgerechnet in der Schlussviertelstunde, als Dotchev mit Tim Väyrynen einen zweiten Angreifer gebracht hatte, verzichteten Rostocks Spieler weitgehend auf hohe Flanken, und verzettelten sich stattdessen in ansehnlichen, aber zu umständlichen Kombinationen.

Hoffnungsträger Bischoff

Der Mann, dem alle an der Ostsee zutrauen, dass er dem Angriffsspiel mehr Struktur verleihen kann, musste gegen Bremen II verletzt zusehen: Amaury Bischoff, der zuvor wochenlang wegen einer Rot-Sperre aussetzen musste, war gezwungen, sein Comeback zu verschieben – Oberschenkelprobleme. Ein MRT soll am Montag klären, wie schlimm die Verletzung des Spielmachers ist und ob eventuell doch noch ein Einsatz gegen Zwickau möglich ist. "Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist", sagte Dotchev in der "Bild" und weiß genau: Ohne Bischoffs Ideen gerät die Hansa-Kogge vor dem gegnerischen Tor regelmäßig ins Schlingern.

   
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