HFC bezwingt Zebras – Münster verliert erneut

Am Samstagmittag standen in der 3. Liga wieder sechs Spiele auf dem Programm. Während das Spitzenspiel in Halle spät durch Terrence Boyd entschieden wurde, setzte Lautern seine Siegesserie in Köln fort. Hansa Rostock konnte seine Durststrecke beenden, die bei Preußen Münster dagegen weiter spektakulär andauert. Magdeburg feierte einen späten Sieg in Großaspach, Chemnitz und Uerdingen trennten sich mit einem Remis.

Halle 1:0 Duisburg: HFC gewinnt Spitzenspiel spät

Das Spitzenspiel in Halle begann intensiv und sehr umkämpft. Nach nicht einmal 15 Minuten waren bei den Gästen mit Albutat und Vermeij zwei Spieler verwarnt. Die aggressive Gangart ließ aber auch erkennen, dass die Zebras leichte Feldvorteile für sich verbuchen konnten. Ein Abschluss von Stoppelkamp in der 22. Minute sorgte aber auch eher für keine große Gefahr. Die erste dicke Chance bekamen ebenfalls die Meidericher. Leroy-Jacques Mickels' Flanke verunglückte deutlich, sodass sie gegen den Pfosten das Hallenser Tores sprang (32.). Halles beste Aktion vor der Pause war ein Abschluss von Bentley Baxter Bahn in der 41. Minute, der aber in den Armen von Weinkauf landete. Halle hatte in der 45. Minute noch einmal Glück, als ein Tritt von Mai gegen Vermeij im Zuge eines Foulspiels des Duisburgers nicht mit einem Platzverweis geahndet wurde.

Im zweiten Durchgang blieb es eine intensive Angelegenheit mit den besseren Chancen für die Meidericher. Mickels setzte Stoppelkamp in Szene, der rechts aus der Box nur den Pfosten traf (53.). Eine Minute später scheiterte Engin aus spitzem Winkel an Eisele. Halle arbeitete sich Minute für Minute wieder ins Spiel zurück und konnte das Spiel wieder ausgeglichener gestalten. Die Chancen blieben aber im Besitz der Gäste. Eine Stoppelkamp-Ecke landete auf dem Kopf von Vermeij, der sie aus fünf Metern in die Arme von Eisele bugsierte (77.). Ein wenig aus dem Nichts war es am Ende aber der der HFC, der kurz vor dem Ende die eigene Führung erzielen konnte. Der eingewechselte Boyd fasste sich nach einer Ablage von Sohm aus 30 Metern ein Herz und wuchtete die Kugel unhaltbar unter die Latte ins linke Toreck (89). Dem HFC gelang somit am Ende ein etwas schmeichelhafter Sieg im Spitzenspiel, der die Hallenser bis auf drei Punkte an den Tabellenführer Duisburg heranbringt

Rostock 1:0 Würzburg: Hansa ringt die Kickers nieder

An der Ostsee sahen die Fans im Stadion von Beginn an eine muntere Partie. Gleich nach fünf Minuten zwang Vrenezi aus 21 Metern mit einem Innenristschuss Hansas Keeper Kolke sein ganzes Können ab. Hansa antwortete kurz darauf über Pepic, dessen Schlenzer von Müller abgefangen werden konnte (13.). Drei Minuten später nahm Scherff einen Ball aus der Luft direkt ab und zog nur haarscharf am Torwinkel vorbei (16.). Die Gäste vom Dallenberg blieben das etwas bessere Team, ohne jedoch klare Möglichkeiten zu erhalten. Acht Minuten vor dem Pausentee wurden die Fans aus dem Nichts geweckt, als Simon Rhein aus 16 Metern mit dem Innenrist nur die Latte traf (37.). Drei Minuten später köpfte Hägele eine Ecke in Richtung Tor, verfehlte den Pfosten aber nur haarscharf (40.). Doch etwas schmeichelhaft ging die Hansa-Kogge in der letzten Minute der 1. Hälfte in Front. Pfeiffer wollte einen Freistoß von Omladic klären, bugsierte die Kugel mit dem Spann aber unhaltbar in den eigenen Winkel (45.).

Würzburg kam wütend aus der Kabine, doch beide Teams hatten weitere gute Chancen auf Tore. Kolke parierte in der 50. Minute sehenswert gegen Vrenezi, nachdem zuvor Pepic auf Rostocker Seite noch an Müller gescheitert war (49.). Die Partie wurde offener und sehenswerter. Vollmann legte von der Grundlinie quer vor das Tor, aber Pepic zog am leeren Kasten vorbei (63.). Die Kickers probierten es über Rhein, dessen abgefälschter Schuss gerade noch über das Tor flog. Während Würzburg nach vorne viel versuchte, bekam Hansa immer wieder gute Chancen zur Entscheidung. Verhoek hätte in der 88. Minute alleine vor dem Tor vollenden können, aber Müller war erneut stark auf dem Posten. Kurz darauf hätte auch Opoku den Deckel drauf machen müssen, scheiterte aber ebenfalls an Vincent Müller (90.). In einer sehr unterhaltsamen Partie konnte Hansa die Kickers, die keinesfalls enttäuschten, am Ende knapp niederringen und ihre kleine Negativserie beenden. Der Kogge gelingt mit dem Sieg der zumindest zwischenzeitliche Sprung auf Rang 8, die Kickers rutschen auf Platz 16.

Großaspach 1:2 Magdeburg: Beck setzt den Lucky Punch

Die Gäste aus Magdeburg übernahmen zu Beginn eindeutig die Spielkontrolle. Christian Becks Kopfball (7.) und Bertrams Schuss aus der Nahdistanz (14.) konnte SGS-Schlussmann Reule allerdings parieren. Wieder nur fünf Minuten später probierte es Magdeburgs Topstürmer mit einem Flachschuss aus 16 Metern, wieder war Reule der Sieger. Die Aspacher taten sich selbst zu Beginn sehr schwer und kamen kaum zu nennenswerten Szenen. Einzig ein Abschluss von Martinovic landete mal in den Armen von Behrens (17.) Als der beste Aspacher Reule in der 23. Minute geschlagen war, konnte ein Verteidiger auf der Linie gegen Chahed parieren. Die fällige Führung holten sich die Magdeburger nach 32 Minuten auf kuriose Art und Weise. Im Fallen bugsierte Bertram eine Hereingabe von außen über die Linie, reklamierte aber ein Foulspiel und bemerkte gar nicht, dass das Leder auch so ins Tor gekullert war (32.). Auch bis zur Pause spielten beinahe nur noch die Gäste, sodass die SGS mit dem 0:1 gut bedient blieb.

Aus dem Nichts erzielten die Aspacher nach der Pause sofort den Ausgleich. Eine Hereingabe in die Box kam zu Vlachodimos, der mit einer Körpertäuschung noch die Abwehr verwirrte und das Leder rechts einnetzte (48.). Die Überlegenheit der Magdeburger war damit quasi dahin und auch die Heimelf spielte mutig mit nach vorne. Die Magdeburger probierten es zumeist mit langen Bällen in die Spitze auf Beck oder Chahed, auf die sich die Gastgeber aber immer besser einzustellen wussten. Aspach dagegen kam immer wieder zu Abschlüssen. Timo Röttger in der 81. Minute zwang Behrens zu einer Parade. Als es eigentlich schon auf ein Remis hinauslief, schlug Magdeburg doch noch einmal zu. Christian Beck vollendete in der 90. Minute einen schönen Schlenzer ins linke Ecke doch noch zum umjubelten Auswärtssieg des FCM. Magdeburg bleibt dennoch vorerst auf Rang 6 stehen, Aspach steckt weiter im Tabellenkeller auf Rang 18.

Köln 2:4 Kaiserslautern: FCK feiert dritten Sieg in Folge

Die Pfälzer setzten auch bei der Kölner Viktoria ihren Aufwärtstrend fort. Nach zehn Minuten setzte ein Konter der Gäste die erste Duftmarke. Pick zog von links in die Box und legte quer auf Bachmann, der unbedrängt das Leder flach in die Maschen schieben konnte (10.). Köln brauchte ein wenig um in die Partie zu finden. Die erste Chance verbuchte Mike Wunderlich nach 17 Minuten, der aber gerade noch von einem FCK-Verteidiger gestoppt werden konnte. Lautern konterte durchaus gefällig über Thiele, der allerdings mit der Fußspitze aus spitzem Winkel an Patzler scheiterte (21.). Insgesamt war es eine ausgeglichene Partie, ohne große Strafraumszenen. Lautern verteidigte gegen den Ballbesitz der Kölner sehr ordentlich und hatte nach 32 Minuten wieder die Chance zu erhöhen, doch Kühlwetter scheiterte ebenfalls am herausstürmenden Patzler (32.). Trotz des spielerischen Übergewichtes der Kölner war es der FCK, der kurz vor der Pause noch einmal erhöhen konnte. Am Ende eines Konters legte Thiele das Leder perfekt für Kühlwetter auf, der aus der Nahdistanz nur einschieben musste (42.).

Auch in den zweiten 45 Minuten verbuchte Köln mehr Ballbesitz, wohingegen der FCK das klar gefährlichere Team blieb. Thieles Schuss musste wiederum der starke Patzler parieren (53.). Die langen Bälle der Viktoria waren für Lautern einfach zu verteidigen. In der 64. Minute wurde die Partie vermeintlich entschieden. Zuck wurde auf dem Flügel geschickt und flankte ins Zentrum, wo Thiele ohne Probleme zum 3:0 vollenden durfte (64.). Allerdings wurden die Lauterer im Anschluss arg sorglos. Zuerst scheiterte Wunderlich noch an Grill (67.), aber drei Minuten später machte es der Mittelfeldmann besser und schob aus dem Zentrum unbedrängt mit Hilfe des Pfostens ins Tor (70.). Das Tor tat den Kölnern gut und sorgte für Verunsicherung bei den Gästen. Fünf Minuten vor dem Ende kam die Viktoria mit dem 2:3 tatsächlich wieder heran. Ein Handelfmeter nach einem Hainault-Vergehen wurde von Wunderlich sicher verwandelt (84.). In der Schlussminute holte sich Simon Skarlatidis mit einem Hammer aus 30 Metern noch das schönste Tor der Partie ab und vollendete den Auswärtsdreier des FCK. Lautern robbt sich damit auf Platz 12 vor, die Viktoria fällt auf die 14.

Münster 1:3 Mannheim: Preußen gehen in drei Minuten unter

Die akut abstiegsbedrohten Preußen erwischten gegen den Aufsteiger aus Mannheim einen perfekten Start. Luca Schnellbacher flankte in der siebten Minute das Leder zu Heinz Mörschel. Mannheims Conrad wollte klären, lenkte den Ball aber nur weiter zu Philipp Hoffmann, der per Grätsche das 1:0 erzielte (7.). Sechs Minuten später versuchte es der Torschütze erneut, diesmal war aber Königsmann beim 20-Meter-Schuss auf dem Posten. Der Waldhof war keineswegs aus der Partie und lief in Person von Jean Koffi nach 16 Minuten alleine aufs Tor zu, doch Wagner grätschte den Offensivmann mit einer starken Aktion im Strafraum noch ab (16.). Die Partie verflachte in der Folge leider deutlich. Bis zur Pause gab es nur noch eine gefährliche Torchance, als Koffi nach Vorlage von Diring das Leder einen Meter rechts am Tor vorbei setzte (42.).

Nach dem Seitenwechsel wollten die Preußen wieder ein frühes Zeichen setzen. Rodrigues Pires zog aus 17 Metern ab und verfehlte das Tor nur knapp (50.).  Im Gegenzug musste allerdings Schulze Niehues bärenstark gegen Schusters Schuss aus fünf Metern parieren (52.). Weiter ging das Auf und Ab auf dem Spielfeld. Schnellbacher köpfte aus fünf Metern auf die Box, Königsmann reagierte stark (61.). Koffi köpfte auf der anderen Seite am Tor vorbei (63.). 20 Minuten vor dem Ende drehte Mannheim auf einmal völlig auf und überrannte die Preußen. Binnen drei Minuten sorgten Bouziane, nach Vorarbeit von Marx, Diring, nach Ablage von Christiansen und Schultz aus dem Rückraum mit drei Toren dafür, dass aus einem 0:1 ein 3:1 für die Mannheimer wurde. Die Preußen, die bist dato eine sehr gute Partie gespielt hatten, waren völlig von der Rolle und erholten sich bis zum Schlusspfiff nicht mehr von dem Dreierpack. Der Sieg lässt den Waldhof auf Platz 7 aufsteigen, die Preußen stehen weiterhin auf Platz 19.

Chemnitz 1:1 Uerdingen: CFC erkämpft sich ein Remis

Die Partie in Chemnitz wurde aufgrund des Ausfalls der Beschallungsanlage mit einer Verspätung von 20 Minuten angepfiffen. Nach deren Ersatz konnte das Spiel allerdings wie geplant stattfinden. Den ersten Abschluss der Partie verbuchten die Himmelblauen, als Daniel Bohl aus 25 Metern abzog, das Tor jedoch deutlich verfehlte (8.). Ein Hingucker war das Spiel in der ersten Hälfte allerdings wahrlich nicht. Aktivster Mann der Chemnitzer war Stürmer Tarsis Bonga, der mit zwei Abschlüssen in der 23. und 35. Minute zumindest mal den Weg zum Tor suchte, beide Male aber an Königshofer scheiterte. Vier Minuten vor der Pause bekam der CFC aus dem Nichts die Riesenchance auf die Führung. Bonga ging auf Königshofer zu, der Keeper ging mit vollem Risiko in den Stürmer, doch der Ball ging ins Tor. Auch ein Elfmeterpfiff blieb aus (41.).

Nach dem Seitenwechsel erwischte Chemnitz den deutlich besseren Start. Hosiners Abschluss konnte Maroh noch zur Ecke klären (46.), zwei Minuten später entschied der Defensivmann das Duell gegen den Stürmer erneut für sich (48.). Zwar blieben die Himmelblauen das etwas zielstrebigere Team, doch gute Chancen wollten sich einfach nicht ergeben. Bei den Uerdingern versuchte beinahe einzig Evina für Gefahr in der Box zu sorgen, doch seinen Flanken und Vorstößen fehlte die Unterstützung der Mitspieler. Uerdingen schwächte sich eine Viertelstunde vor dem Ende selbst. Kevin Großkreutz leiste sich zunächst ein Foul und dann eine abfällige Geste zum Linienrichter, sodass er folgerichtig die gelb-rote Karte sah (76.). Chemnitz drückte und Uerdingen konterte. Kinsombi ging mal mit nach vorne und wurde vermeintlich von Tuma gelegt. Den umstrittenen Elfmeter verwandelte Tom Boere zum 0:1 für die Gäste. Quasi im Gegenzug schlug der CFC aber gleich wieder zurück. Hoppe flankte an den zweiten Pfosten auf Garcia, der per Kopf das 1:1 erzielen konnte (86.). Die Sachsen drängten weiter auf den Siegtreffer, der wollte aber schlussendlich nicht mehr fallen. In der Tabelle ändert sich für den CFC somit nichts, der auf Rang 17 stehen bleibt, Uerdingen hingegen klettert auf den zehnten Platz.

   
  • Philipp Schramm

    Die Aktion von Mai an Vermeij verstehe, wer wolle. Das war eine ganz klare Tätlichkeit und hätte seitens des Schiri’s mit glatt rot geahndet werden müssen.
    Ich kann nur hoffen, das Mai nicht durch den DFB nachträglich gesperrt wird, obwohl er es nach dieser Sinnlosaktion eigentlich verdient hätte.

    Trotzdem freue ich mich natürlich über die 3 Punkte. Rot-Weisse Grüße aus Halle (Saale).

    • Sterneneisen

      Tendenziell ist es für mich keine Tätlichkeit. Dafür muss der Vorsatz gegeben sein, den Gegenspieler zu verletzen o. ä.. Offensichtlich ging es Mai darum, den Ball schnell zu spielen.
      Ich finde, beide hätten verwarnt werden sollen, Mai für das ungestüme Agieren, Vermeij dafür, dass er das schnelle Weiterspielen absichtlich unterbindet. Dass der nachdem er dem Schiri den Vogel zeigte & wiederholten "Mach die Augen auf" Gesten ggü. dem Schiri noch auf dem Platz stand, lag v. a. an dessen Besonnenheit. Bei so manch anderen wäre er da vom Platz geflogen, ist schließlich Schiedsrichterbeleidigung.

      Es wird keine nachträgliche Sperre geben, da der Schiri die Aktion sah und mit beiden Spielern diese Situation besprochen hat. Nachträgliche Sperren gibt es nur für Situation, die der Schiri nicht gesehen hat und somit ungeahndet blieben. Kurz: Tatsachenentscheidung.

      • Philipp Schramm

        Dann schau dir die Szene mal genau an. Da sieht man ganz deutlich, das Mai zu Vermeij läuft und ihn vor das Schienbein tritt. Wenn das keine Tätlichkeit sein soll, was bitte dann?

      • Chemie_Halle1966

        Das er ihn trifft ist unbestreitbar. Man sollte aber auch berücksichtigen, dass Mai den Ball schnell spielen wollte. Er war bereits in der Schussbewegung und schaut nur auf den Ball. Das ist in den Fernsehbilder deutlich zu sehen. Dann wird der Ball von dem Duisburger während dieser Bewegung noch weggespitzelt, übrigens eine Unsportlichkeit, sodass Mai den Ball nicht trifft aber dafür den Gegenspieler. Ungeschickt aber für mich keine Tätlichkeit. Aber es gibt durchaus Schiris, die das bestimmt anders wahrgenommen hätten.

        Lieberknecht hat übrigens im Interview bei Magenta dem Mai deswegen auch keinen Vorwurf gemacht.

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