Hansa gelingt Befreiungsschlag: Ein Sieg des Willens

Was für ein wichtiger Sieg des F.C. Hansa Rostock! Ausgerechnet gegen Tabellenführer MSV Duisburg platzte am Mittwochabend der Knoten, 1:0 hieß es am Ende. Damit ist die Kogge erst der zweite Verein in dieser Saison, der beide Spiele gegen den MSV für sich entschieden hat. Auch der Blick auf die Tabelle gestaltet sich nun wieder deutlich angenehmer.

Jänicke begnadigt und in der Startelf – Entwarnung bei Bischoff

Spielerischen Hochglanz bekamen die 9.000 Zuschauer im Ostseestadion zwar nicht geboten, dafür aber einen echten Fight. "Wir haben gekämpft bis zum geht nicht mehr", fasste Christian Dorda nach Abpfiff gegenüber "Hansa-TV" zusammen. Mit einem defensiv ausgerichteten 4-3-3 schickte Trainer Christian Brand seine Mannschaft in die Partie und setzte dabei überraschend auf den zuletzt suspendierten Tobias Jänicke. Eine Entscheidung, die sich bezahlt machen sollte: Der 28-Jährige bot eine starke Partie und leitete zudem den 1:0-Siegtreffer von Amaury Bischoff ein. Für den Winter-Neuzugang von Preußen Münster war es das erste Tor im Trikot des F.C. Hansa. Bitter jedoch: Kurz vor der Pause musste der Franzose mit einer Trage vom Platz gebracht werden. Was zunächst böse aussah, stellte sich im Nachhinein als nicht so dramatisch heraus. "Er hat einen Schlag auf den Nerv bekommen. Vielleicht kann er am Sonntag in Mainz schon wieder auflaufen", war Brand nach Abpfiff erleichtert. Bischoff beschrieb die Szene gegenüber unserer Redaktion so: "Ich wollte meinen Gegner attackieren, bin dann aber im Rasen hängengeblieben und konnte nicht mehr weiterspielen. Zum Glück ist es aber nicht so schlimm."

Schuhen überragend, aber bescheiden

Neben Bischoff hatte auch Torhüter Marcel Schuhen großen Anteil am Sieg. Der 24-Jährige rettete mehrfach glänzend und bewahrte die Kogge vor allem in der 88. Minute vor dem sicheren Gegentreffer. Thomas Bröker war bereits frei durch und eigentlich auch schon an Schuhen vorbei, doch der Hansa-Keeper reagierte blitzschnell, fuhr die Arme aus und spitzelte den Ball von den Füßen des Duisburger Angreifers. "Dafür trainiert man ja jede Woche", gab sich der 24-Jährige nach Spielende bescheiden und wollte seine eigene Leistung nicht zu hoch hängen. "Es war ein Sieg des Willens", betonte Schuhen. Durch den eher unerwarteten Sieg gegen den Liga-Primus hat sich Hansa Rostock Luft im Abstiegskampf verschafft. Da Frankfurt zeitgleich dem FSV Zwickau unterlag, liegt die Kogge als 14. der Tabelle nun sieben Punkte über dem Strich. "Ein erster Schritt", befand Dorda.

Am Sonntag beim Schlusslicht

Um das Saisonziel von 45 Punkten zu erreichen, fehlen der Brand-Elf aus den letzten sieben Spielen noch zwei Siege. Schon am Sonntag könnte die Kogge beim Auswärtsspiel in Mainz einen wichtigen Schritt in Richtung Liga-Verbleib machen. "Wir müssen genauso auftreten wie gegen Duisburg und dürfen nicht denken, dass es einfach wird", betont Bischoff und bezeichnet die Partie beim Tabellenletzten als das "vielleicht wichtigste Spiel für den Rest der Saison". Auf dem Papier geht Hansa in jedem Fall als Favorit in die Partie, zumal Mainz drei der letzten vier Spiele verloren hat. Klar ist aber auch: Ein Sieg gegen den Tabellenführer bedeutet nicht, dass das Schlusslicht im Vorbeigehen geschlagen werden kann: Im Hinspiel reichte es nur zu einem 1:1. Hansa ist also gewarnt, hat aber wieder Selbstvertrauen.

 
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