Hansa-Coach Jens Härtel: "Wollen die Position natürlich halten"

Mit 57 Punkten nach 29 Spielen grüßt Hansa Rostock derzeit vom zweiten Tabellenplatz und hat gute Chancen, nach neun Jahren in die 2. Bundesliga zurückzukehren. Vater des Erfolgs ist Trainer Jens Härtel, der in einem Interview mit "MagentaSport" über seine bisherige Zeit in Rostock, seinen Ex-Klub Magdeburg und seinen größten Traum als Trainer spricht.

Keine Sorgen um Ex-Klub Magdeburg

Seit 2012 kämpft Hansa um die Rückkehr in die 2. Liga, im neunten Anlauf könnte es in dieser Saison nun soweit sein. Für Härtel steht fest: "Du kannst die 3. Liga nur nach oben verlassen, wenn du Respekt vor der Liga hast." Diesen Respekt legt die Kogge ohne Frage an den Tag. "Zudem haben wir es geschafft, Konstanz reinzubekommen", benennt Härtel das Erfolgsrezept des FCH. Elf der letzten 13 Spiele konnte Hansa gewinnen und ist mit 28 Punkten aus zehn Spielen (neun Siege, ein Unentschieden) die beste Rückrundenmannschaft. Der Vorsprung auf Rang vier beträgt bereits neun Punkte. Entsprechend ist klar: "Wir wollen die Position natürlich halten."

Wie es geht, bewies Härtel bereits 2018, als er den 1. FC Magdeburg in die 2. Bundesliga führte, nachdem er mit den Elbstädtern zuvor bereits in die 3. Liga aufgestiegen war. Eine Zeit, auf die der 51-Jährige gerne zurückblickt, wenngleich er nach dem Zweitliga-Aufstieg bereits nach nur 13 Spielen gehen musste. Rückblickend wohl der größte Fehler beim FCM in den letzten Jahren, ging es bei den ihnen anschließend doch stetig bergab. Doch warum lief es nach dem Aufstieg nicht? Den Grund dafür sah Härtel in der Kaderzusammenstellung: "Nach dem Abgang von Marius Sowislo gab es ein Vakuum, das wir nicht ausgefüllt haben." Nun kämpft der FCM in der 3. Liga gegen den Abstieg. Doch Sorgen um seinen Ex-Klub, wo der 51-Jährige immer noch Heldenstatus genießt, macht sich Härtel nicht: "Der Trend geht klar nach oben. Ich denke, dass sie die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen werden."

"Würde gerne mal in England trainieren"

Bei Hansa sind alle Blicke derweil auf Ostersonntag gerichtet, wenn es zum Topspiel bei Tabellenführer Dynamo Dresden kommt. "Eine reizvolle Aufgabe", blickt der in sich ruhende Härtel voraus. Mit einem Sieg würde Hansa die Spitze übernehmen – es wäre wohl ein Schlüsselmoment auf dem Weg Richtung 2. Liga. Genau wie die späten Siege gegen Verl und Kaiserslautern sowie der gehaltene Elfmeter in der Nachspielzeit gegen Uerdingen. Der Rostocker Coach wollte diese aber noch nicht als solche bezeichnen: "Das ist noch zu früh." Sollten gegen Dresden aber drei Punkte herausspringen, wird sich Härtel wohl ein Glas Wein oder ein Glas Bier gönnen – das macht er nach eigener Aussage immer nach einem Sieg. Zudem kocht der gebürtige Sachse gerne mal – frischer Rostocker Fisch oder Rouladen stehen auf seinem Speiseplan.

Und sein größter Traum als Trainer? "Ich würde gerne mal in England trainieren." Einen Verein hat er bereits im Auge: "Co-Trainer bei Jürgen Klopp – einfach um zu schauen, wie eine Champions-League-Mannschaft trainiert." Doch noch ist seine Mission in Rostock lange nicht beendet, erst vor einigen Wochen verlängerte er um ein weiteres Jahr. Und die Chancen stehen gut, dass sich der 51-Jährige bald Zweitliga-Trainer nennen darf. Offen spricht Härtel aber nicht davon – dafür ist er nach außen hin viel zu bescheiden.

   
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