Hallescher FC: Wiedergutmachung in Bielefeld

Es war eine harte Trainingswoche. Während die öffentliche Kritik an Sven Köhlers Halleschem FC nach der 0:3-Niederlage gegen den Chemnitzer FC eher verhalten blieb, scheute sich der Trainer der Hallenser nicht, nach der deutlichen Auftaktpleite die passenden Worte auf dem Trainingsplatz zu finden. Köhler wirkte sehr enttäuscht und wollte sich auch auf der anstehenden Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel gegen Arminia Bielefeld am Sonnabend um 14 Uhr nicht mehr zur Partie gegen Chemnitz äußern. Man wolle lieber nach vorne schauen.

Bielefeld großartig verstärkt

„Vorne“, das ist der Absteiger aus Ostwestfalen. Die Bielefelder mussten nur ein Jahr nach ihrem überraschenden Aufstieg in die 2. Liga direkt den Gang zurück in die Drittklassigkeit antreten, gelten aber, anders als die Schicksalsverwandten aus Dresden und Cottbus durchaus als Aufstiegsfavorit. Grund dafür sind Namen wie Florian Dick, Peer Kluge, Fabian Klos oder seit dieser Woche auch der Ex-Hallenser Dennis Mast, der sich gegen eine Ausleihe zurück an die Saale entschieden hat, offiziell aus „perspektivischen“ Gründen. Auf den ersten Blick verständlich, ist den Bielefeldern doch mit Florian Dick (Kaiserslautern) und Peer Kluge (Hertha BSC) der Transfercoup der Vorsaison gelungen. Während man beim HFC über einen gestandenen Spieler wie Ivica Banovic vor Freude die Hände über dem Kopf zusammenschlug, konnten sich die Ostwestfalen gleich zwei Spieler von dessen Kaliber gönnen. Dazu kommt mit Fabian Klos der Spieler der Saison 2011 und Torschützenkönig der Saison 12/13 zurück in die 3. Liga.

Linke Seite mit Problemen

Doch statt sich nun ehrfürchtig zu verstecken, will der HFC in Bielefeld vor allem Wiedergutmachung leisten. Das 0:3 gegen Chemnitz war beileibe nicht der Anspruch, den man in dieser Saison an der Saale hat und traditionell sieht der HFC gegen spielstarke, mutige Gegner immer etwas besser aus, weil sich die Räume für den eigenen Spielaufbau nicht hart erkämpft werden müssen. So wird wohl auch Linksverteidiger Robert Schick, gegen Chemnitz offensiv stark, defensiv sehr schwach, am Sonnabend eine weitere Chance bekommen, allerdings auch, weil Köhler nach der Verletzung von Daniel Ziebig nach wie vor die Alternativen fehlen. Brügmann wäre ebenfalls ein Kandidat für die linke Seite, allerdings sah der gegen Chemnitz ebenfalls nicht sonderlich gut aus, weder defensiv noch offensiv. Auch offensiv gab es für Köhler einiges zu kritisieren, so bekam Sören Bertram unter der Woche auch im Training ordentlich Feuer vom Trainer, nachdem er am vergangenen Wochenende mit zwei Alleingängen im Strafraum für Unmut bei seinen Mitspielern Akaki Gogia und Timo Furuholm gesorgt hatte. Aus ähnlichen Gründen setzte Köhler Bertram in der letzten Saison mehrfach zum Nachdenken auf die Bank. Alternativ könnte Selim Aydemir seinen Platz einnehmen.

Doch wer ist nun Favorit? Nach dem Tabellenstand klar die Arminen, auf dem Papier ebenfalls. Genau hier könnte der HFC seine versteckten Stärken endlich ausspielen, denn der Druck vom Auftaktspiel ist, abgesehen vom aktuellen Tabellenplatz, erst einmal weg. Wenn sich der HFC auch als Einheit begreift und darstellt, könnte eine Überraschung gelingen.

FOTO: Marcus Bölke

   

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