Hallescher FC weiter im freien Fall: Ziegner vor dem Aus?

Die Talfahrt des Halleschen FC geht auch nach dem fünften Spiel im neuen Jahr weiter. Beim 3:5 gegen die SpVgg Unterhaching kassierten die Saalestädter bereits die sechste Pflichtspiel-Niederlage in Folge und sind nun seit acht Ligaspielen sieglos. Die Tage von Trainer Torsten Ziegner scheinen nach der Pleite endgültig gezählt, Sportdirektor Ralf Heskamp hält sich aber noch bedeckt.

25 Gegentore in sieben Spielen

Taten hatte Heskamp nach dem 1:6-Debakel bei der U23 des FC Bayern München am vergangenen Montag gefordert. Die zeigte der HFC im Duell gegen Unterhaching auch und kam dreimal durch ein Eigentor von Stroh-Engel (38.), Bahn (72.) und Nietfeld (89.) zurück. Doch was nützt die Moral, wenn die Abwehrleistung desolat ist? Schon nach zwei Minuten ging der HFC in Rückstand, gerade mal zwölf Zeigerumdrehungen später klingelte es ein zweites Mal. Sämtliche Hoffnungen, die der HFC nach den enttäuschenden Vorwochen in das Endspiel für Ziegner gesteckt hatte, waren nach nicht mal 15 Minuten über den Haufen geworfen. Drei weitere Gegentore kamen bis zum Schlusspfiff noch hinzu, sodass der HFC in dieser Woche in zwei Partien insgesamt elf (!) Tore kassiert hat – eine erschreckende Zahl. Zur Erinnerung: Noch nach dem 18. Spieltag stellte Halle mit nur 16 Gegentoren die beste Defensive der 3. Liga. Seitdem kamen in nur sieben Spielen allerdings satte 25 (!) Treffer hinzu. Kein anderer Drittligist musste in diesem Zeitraum auch nur annähernd so viele Tore hinnehmen. Allein dreimal setzte es mindestens fünf Gegentore – wie gegen Unterhaching. 

Auch Trainer Torsten Ziegner, der unmittelbar nach Abpfiff zunächst in die Kabine ging, befand am "Telekom"-Mikrofon mit deutlichen Worten: "Fünf Gegentore sind eindeutig zu viel. So ist es nicht möglich, Spiele zu gewinnen. Wir sind in einer unfassbar schlimmen Spirale." Vor allem die Schwäche des HFC nach Standards war unübersehbar, hinzukommen – wie so oft in den letzten Wochen – individuelle Fehler. So steht unter dem Strich bereits die sechste Pflichtspiel-Niederlage in Folge. Einen Vorwurf machte Ziegner seiner Mannschaft trotz aller Unzulänglichkeiten aber nicht: "Jeder hat gesehen, dass sie sich reingeworfen hat und an sich glaubt." 

Ziegner-Zukunft ungewiss

Doch das allein reicht momentan nicht, entsprechend scheint die Zukunft von Ziegner mehr als fraglich. Darauf angesprochen, reagierte der HFC-Coach zurückhaltend: "Ich habe mich mit dem Spiel beschäftigt. Alle anderen Dinge kann ich nicht beantworten." Es wird an den Gremien liegen zu entscheiden, ob Ziegner noch der richtige Trainer für den Halleschen FC ist. Heskamp ließ sich gegenüber dem "MDR" noch nichts konkretes entlocken lassen: "Wir werden uns zusammensetzen und dann die Situation neu bewerten und schauen, was wir machen." Das Spiel sei "sehr unglücklich" gelaufen, die Mannschaft habe aber alles gegeben. "Es hat an anderen Dingen gefehlt", so der Sportdirektor weiter. Die Fans im Stadion waren sich derweil uneinig: Während es aus der HFC-Fankurve überwiegend aufmunternden Applaus gab, waren Pfiffe von den anderen Rängen nicht zu überhören.

"Ich mache mir darüber keine Gedanken", meinte Ziegner zu seiner Zukunft und zeigte sich enttäuscht, "wie das Spiel gelaufen ist. Ich hätte lieber ein Katastrophenspiel gesehen, aus dem wir dann aber wenigsten einen Punkt geholt hätten. Es tut mir Leid für die Mannschaft." Es gehe nun darum, "die Jungs wieder aufzurichten", blickte Ziegner voraus. Ob ihm diese Aufgabe in den kommenden Tagen zu Teil wird, dürfte schon in Kürze feststehen.

 
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