Hallescher FC: Präsident vermisst die "Siegermentalität“

Der Hallesche FC hat sein Heimspiel gegen Münster mit 1:3 verloren. Die Saalestädter gingen in der ersten Halbzeit verdient in Führung, ließen aber zu viele Chancen liegen. Dies bestraften die Preußen kaltschnäuzig.

Beim Halleschen FC muss man sich erstmals seit acht Jahren wieder mit dem Thema Trainersuche beschäftigen. Nachdem der Fehlstart in die Saison am Samstag mit einer 1:3-Heimniederlage gegen Münster fortgesetzt wurde, trennte sich der Verein von Sven Köhler, dem bis dato dienstältesten Trainer im deutschen Profifußball. Nach dem sechsten Spieltag verbleibt der HFC mit drei Punkten auf dem 19. Tabellenplatz.

Zu viele Chancen liegengelassen

Als Timo Furuholm in der 34. Minute zum 1:0 einnetzte, war das der hochverdiente Lohn für eine engagierte erste Halbzeit, in der Halle mit viel Zug zum Tor spielte und sich einige Chancen erarbeitete. Das Spiel hatte viele Gemeinsamkeiten mit dem letzten Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden, dass der HFC mit 3:0 für sich entscheiden konnte. Die Preußen traten ähnlich passiv auf wie Wehen, hatten aber zum einen das Glück, zum anderen einen gut aufgelegten Niklas Lomb auf ihrer Seite, andernfalls wäre eine Zwei- oder Drei-Tore-Führung der Hallenser durchaus möglich gewesen.

Dass es dazu nicht kam, bestrafte Münster in Person von Marcel Reichwein in der zweiten Halbzeit eiskalt. Mit der ersten nennenswerten Aktion erzielten die Preußen den Ausgleich, als Reichwein auf Halles linker Seite komplett allein gelassen wurde. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich die Gäste aber auch nicht über einen höheren Rückstand beschweren können.

Hefts umstrittener Pfiff bricht die Moral

Auch wenn der Ausgleich aus dem Nichts kam, der Knackpunkt des Spiels war ein anderer. Nach dem 1:1 vermittelten die Spieler des HFC dennoch den Eindruck, dass sie weiter an einen Sieg glaubten, es kam noch nicht zum totalen Bruch in ihrem Spiel – der erfolgte in der 73. Minute. Der mehr als umstrittene Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Florian Heft hinterließ bei den Rot-Weißen bleibenden Eindruck, oder wie es Sören Bertram formulierte: "Wir haben uns von dem, was der Schiri macht, aus der Ruhe bringen lassen. Der hat heute nicht gut für uns gepfiffen, davon haben wir uns aus der Bahn werfen lassen.“ Das 3:1 war die logische Konsequenz aus dieser Entwicklung der Ereignisse, wobei Sven Köhler nach dem Spiel selbstkritisch feststellte: "Wir haben auch die letzte Konzentration vermissen lassen, und die Fehler gemacht, die erst zu den Gegentoren führten.“

Spielerische Klasse ist durchaus vorhanden

Mit einem 0:0 beim VFC Plauen begann im Sommer 2007 die Amtszeit von Sven Köhler, mit einem 1:3 gegen Preußen Münster endet sie. Präsident Michael Schädlich vermisse die „Siegermentalität“ in der Mannschaft. Auf Knopfdruck wird sich diese allerdings nicht vermitteln lassen, sie muss sich aus den Erfahrungen ergeben. Die erste Halbzeit des Münster-Spiels bewies wieder einmal, dass die spielerische Klasse des HFC definitiv Drittligatauglichkeit besitzt. Daraus auch drei Punkte zu fabrizieren ist gegen Wehen Wiesbaden gelungen, gegen Preußen Münster allerdings nicht. Beide Spiele hatten eine ähnliche Ausgangsposition sowie eine vergleichbare Entwicklung, aber einen unterschiedlichen Ausgang. Die Mentalität der Spieler dürfte gar nicht so verschieden gewesen sein, sie wurde nur durch eine abweichende Eigendynamik des Spiels gegen Münster anders beeinflusst.

   

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