Hallescher FC: Ohne Stürmer gegen Preußen Münster

Für den Halleschen FC gibt es momentan trotz der sieglosen Heimserie immer auch eine gute Nachricht: Auf ein Heimspiel folgt ein Auswärtsspiel. Auswärts sind die Hallenser bekanntlich unbesiegbar, wie es die Gegner im heimischen ERDGAS-Sportpark sind und so blickt man nach dem 1:1 gegen die SG Dynamo Dresden am Mittwoch nun optimistisch auf das Sonntagsspiel gegen Preußen Münster. Dabei gibt es zunächst gar keinen Grund, die Mannschaft nach dem Ostduell gegen Dynamo auf ihre heimische Sieglosigkeit festzunageln, denn das Spiel gegen die Dresdener war mit Abstand die beste Leistung, die die Mannschaft von Sven Köhler in dieser Saison auf halleschem Geläuf präsentiert hatte. War es in den ersten 45 Minuten ein Duell auf Augenhöhe, so konnte sich in der zweiten Halbzeit vor allem die Defensive des HFC auszeichnen, die es durch aggressives Spiel immer wieder schaffte, die SGD am Abschluss zu hindern. Erneut bot Sven Köhler die beiden Neuzugänge Florian Krebs und Marco Engelhardt von Beginn an auf und während ersterer sich neben einem am Mittwoch stabilen, aber generell gerne einmal unkonzentrierten Marcel Franke prächtig eingespielt hat, hatte Ex-Nationalspieler Engelhardt gar die Chance auf einen Treffer, als er in einer sehenswerten Freistoßvariante mit Akaki Gogia den überraschenden Ball nur knapp am Tor vorbeizog. Benjamin Kirsten im Tor der Gäste war dem Schuss gar nicht erst hinterhergehechtet.

Gefahr über Standards

Überhaupt waren Standardsituationen ein gern gesehenes Mittel beider Teams, um für Hektik im gegnerischen Strafraum zu sorgen. Nur zweimal wurde es, neben der 1:0-Führung der Gäste, die Marcel Fetsch nach toller Eilers-Leistung mustergültig verwertete, aus dem Spiel heraus gefährlich. Nach einer guten Viertelstunde leistete sich HFC-Verteidiger Daniel Ziebig einen herben Schnitzer, der Pierre Kleinheider zu einer Glanzparade gegen Marcel Fetsch zwang. Die andere Chance war noch etwas bedeutsamer: In der Schlussphase tauchte der eingewechselte Timo Furuholm nach tollem Gogia-Zuspiel alleine vor Torwart Kirsten auf, zielte aber zu hoch und vergab damit die vielleicht größte Chance des HFC auf den ersten Heimsieg. Ein Fehlschuss, der Furuholm nach eigenen Angaben fast um den Schlaf brachte.

Keine Optionen für den angeschlagenen Furuholm

Ob der Finne am kommenden Sonntag Wiedergutmachung leisten kann, ist bisher noch fraglich. Seine Zerrung ist zwar ausgeheilt, allerdings habe er noch keine Luft für 90 Minuten Vollgas, was wohl den, nach seiner Bielefeld-Gala enttäuschenden Osayamen Osawe wieder ins Spiel bringt. Alternativen sind für Sven Köhler im Angriff weiterhin rar gesät, lediglich Akaki Gogia wäre als falsche Neun, wie gegen Cottbus, eine mögliche Alternative. Allerdings zeichnete sich diese Variante seit jeher als recht durchschlagsschwach aus, was gegen die hocheingeschätzten Cottbusser sicherlich im Defensivbereich einkalkuliert war, gegen ein Preußen Münster, was unter der Woche gegen Mainz‘ U23 mit 0:4 auf der Strecke blieb, aber womöglich zu tief gegriffen wäre. Es fehlt ein Brecher wie Furuholm, selbst wenn dieser beileibe nicht seine beste Saison im HFC-Dress spielt. Auch in den unteren Mannschaften gibt es kaum Optionen. Mustapha Amari, der in der letzten Saison sein Drittligadebüt feierte, wurde an den VfL Halle 96 in die Oberliga abgegeben, ansonsten reifen in der Jugendmannschaft durchaus talentierte Außenstürmer wie Stanley Ratifo – aber kein klassischer Stoßstürmer.

Marcel Reichwein wartet

Trotzdem will man an der Saale von erneuten Fehlinvestitionen in die Mannschaft nichts wissen und ist auch, mit Ausnahme der Stürmerposition, im Recht. Trotzdem wird man am Sonntag auf Münsters Marcel Reichwein treffen, der in dieser Saison in elf Einsätzen siebenmal traf. Defensiv ist man erstmals seit langem gerüstet für diese Aufgabe, ob allerdings auch in der Offensive jemand die Tore für die Hallenser erzielt, wird sich zeigen. Bisher hat das zumindest auswärts in dieser Saison immer geklappt.

FOTO: Marcus Bölke

   
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