HFC: Minge neuer Sportdirektor – Heskamp freigestellt

Was sich schon seit einigen Tagen angedeutet hatte, ist nun fix: Ralf Minge, zuletzt Sport-Geschäftsführer bei Dynamo Dresden, ist neuer Sportdirektor des Halleschen FC – das gaben die Saalestädter am Mittwoch bekannt. In Halle erhält Minge einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023 und tritt die Nachfolge von Ralf Heskamp an, der trotz laufenden Vertrags freigestellt wurde.

"Die Aufgabe reizt mich"

Mit der Unterschrift beim HFC kehrt der 60-Jährige nach fast einem Jahr Abstinenz ins Geschäft zurück. "Ich hätte vor zwei, drei Monaten nicht gedacht, heute hier zu sitzen. Jetzt freue ich mich darauf, eine langfristige Entwicklung vorantreiben zu können. Die Aufgabe reizt mich, im Verein steckt sehr viel Potenzial", sagte Minge bei seiner Vorstellung am Mittwoch. Der HFC sei ein "Blümchen, das gegossen werden muss", wobei ein solides Fundament aber bereits vorhanden sei. Ziel sei das "obere Tabellendrittel".

Präsident Jens Rauschenbach, der vor sechs Wochen erstmals Kontakt mit Minge aufgenommen hatte, berichtete von einem "einstimmigen Beschluss" der Gremien und betonte: "Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, Ralf Minge für die vielen Aufgaben, die in den nächsten Jahren anstehen, gewonnen zu haben." Er habe schon mehrfach bewiesen, dass er Vereine konsequent weiterentwickeln könne. "Dies gilt nicht nur für die Kaderplanung der Profimannschaft, sondern für die gesamte sportliche Ausrichtung von den Jugendmannschaften bis zum Scouting." Entsprechend zeigt sich der HFC-Boss "überzeugt davon, dass der HFC dieses ganzheitliche Denken und Handeln braucht, um sich weiterzuentwickeln".

Minge war zuletzt zwischen Februar 2014 und Juni 2020 Sport-Geschäftsführer bei Dynamo Dresden. Mit den Sachsen stieg er in die 2. Bundesliga auf, verließ den Verein nach dem Abstieg jedoch, da er nicht mehr das volle Vertrauen gespürt hatte. Dabei war Minge Dynamo stets treu verbunden: Erst als Spieler (1980 bis 1991), dann als Assistent der Geschäftsführung (1991 bis 1992), Trainer der zweiten Mannschaft (1992 bis 1993) sowie als Interimstrainer der Profis und Co-Trainer (1993 bis 1995). Von 2006 bis 2007 war er zudem Aufsichtsratsmitglied, danach fungierte er zwei Jahre lang schon einmal als Sport-Geschäftsführer. Erfahrung als Übungsleiter sammelte Minge darüber hinaus auch bei Erzgebirge Aue, Fortuna Köln, Leverkusen II, der Nationalmannschaft von Georgien sowie bei der deutschen U20. Nun soll er beim HFC nach zwei Jahren im Abstiegskampf für Aufbruchsstimmung sorgen.

Schnorrenberg-Zukunft offen

Der 36-fache DDR-Nationalspieler übernimmt den Job von Ralf Heskamp, der zwar noch bis Ende 2022 unter Vertrag steht, nun aber freigestellt wurde und damit keine Zukunft mehr im Verein hat. Rauschenbach zufolge sind in den nächsten Tagen Gespräche angesetzt – dabei dürfte es um eine vorzeitige Vertragsauflösung gehen. Der 55-Jährige kam im April 2018 nach Halle, war aufgrund einiger Personalentscheidungen zuletzt aber umstritten.

Minge wird sich als eine seiner ersten Amtshandlungen nun zunächst mit der Trainerfrage beschäftigen, da das Arbeitspapier von Florian Schnorrenberg nach aktuellem Stand am Saisonende ausläuft. Darauf angesprochen, kündigte Minge eine "intensive Analyse" sowie eine "zeitnahe Entscheidung" an. Schnorrenberg selbst hatte zuletzt offen gelassen, ob er bleibt: "Wenn der Klassenerhalt geschafft ist, müssen beide Seiten sich Gedanken machen, in welche Richtung es gehen soll. Auch ich muss mich entscheiden: Was möchte ich am liebsten?" Zudem sprach er davon, eine "realistische Zielsetzung" haben zu wollen. "Dazu brauchen wir dann auch einen Kader." Nachdem das Aufgebot in dieser Saison "ein Stück weit von den Topteams" entfernt gewesen sei, will der HFC die Blicke nach zwei Jahren im Abstiegskampf in der kommenden Serie allem Anschein nach etwas weiter nach oben richten: "Man muss immer den nächsten Entwicklungsschritt nehmen", so Schnorrenberg. Worte, die Minge gefallen dürften. Denn für Mittelmaß wird er nicht nach Halle gekommen sein.

   
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