Halle übernimmt die Spitze, Rostock befreit sich

Der Samstag in der 3. Liga sah insgesamt fünf Partien. Dabei sorgte vor allem Halle mit einem 4:0 über Großaspach für Aufsehen und übernahm vorerst die Tabellenführung. Auch Rostock konnte sich mit einem Heimsieg über Münster befreien. Des Weiteren blieben Haching und Köln oben dran, während Würzburg wieder in den Keller rutscht.

Rostock 1:0 Münster: Rostocker Dominanz wird belohnt

In einer durchaus unterhaltsamen Partie im Ostseestadion entwickelten sich zu Beginn rein gar keine Torraumszenen. Das änderte sich in der 16. Minute. Nach einer schönen Kombination zog Opoku das Leder aus halbrechter Position auf’s lange Eck, wo Schulze Niehues bärenstark parierte. Rostock drängte weiter. Opoku suchte in der 20. Minute seinen Kollegen Atilgan, dessen Schuss aber rechts am Tor vorbeiflog. Im Anschluss verflachte das Spiel wieder. Rostock blieb spielbestimmend, die Preußen zogen sich weit zurück und konnten kaum gefährliche Angriff aufziehen. Da Vollmann in der 44. Minute aus bester Position 16 Meter vor dem Tor nur über das Tor feuerte, musste Schulze Niehues nicht erneut eingreifen. Somit konnten folgerichtig vor der Pause keine Tore mehr fallen.

Quasi aus dem Nichts wären die Preußen direkt nach der Pause in Führung gegangen, als Litka das Leder im Winkel versenkte. Zuvor gab es aber ein Handspiel, das korrekterweise abgepfiffen wurde (48.). Insgesamt nahm das Niveau der Partie deutlich zu, da die Gäste nicht nur passiv vor der eigenen Box verteidigten. Leider hielt das Offensivspiel der Gäste nur wenige Minuten, sodass das Spiel nach einer Stunde wieder in den alten Trott geriet. Hansa agierte vor allem über den auffälligen Opoku, Münster verteidigte. Es dauerte bis zur 77. Minute, ehe der beste Mann – Aaron Opoku – die Hansa-Kogge erlöste. Nach einem Einwurf kam der Stürmer am langen Pfosten aus acht Metern ans Leder und wuchtete es zur verdienten Führung in die Maschen. Kurz darauf hätte es eigentlich auch 0:2 stehen müssen, als Opoku für Breier auflegte, der aber aus der Nahdistanz an Schulze Niehues scheiterte. Der Sieg war am Ende knapp, aber zweifelsohne verdient und sorgt für eine kleine Befreiung der Hanseaten aus dem Tabellenkeller. Die Rostocker stehen nach dem Sieg auf dem 13. Tabellenplatz, für Münster geht es runter auf Tabellenplatz zwölf.

Köln 3:0 Ingolstadt: Erste Pleite für den FCI

Die erste Chance der Partie ergab sich nach 16 Minuten für die Gäste aus Ingolstadt. Elvas Kopfball aus zentraler Position landete aber direkt bei Mesenhöler. Doch es war der Aufsteiger aus Köln, der per Doppelschlag in Führung ging. Wunderlich spielte einen grandiosen Pass auf den links startenden Handle, der aus spitzem Winkel das Leder an Buntic vorbei ins lange Ecke legte (22.). Nur acht Minuten später legte Viktoria nach. Wieder war es eine Vorlage von Wunderlich, die Lanius per Kopf ins lange Eck einköpfte (30.). Ingolstadt stand neben sich und probierte es maximal über Standards in der Offensive. Caniggia Elva probierte seine Farben durch Einzelaktionen mitzureißen, aber seine Abschlüsse in der 35. und 38. Minute flogen über das Tor. Erst in der letzten Minute der 1. Hälfte sorgte eine Bogenlampe von Kutschke für ein wenig Gefahr, landete aber im Toraus, sodass Köln die Führung mit in die Kabine nahm.

Aus dieser kamen die Oberbayern deutlich verbessert und konnten die Spielkontrolle übernehmen. Die stabile Defensive der Kölner hatte allerdings zuerst keine Mühe dies zu verteidigen. Ohne Not schwächten sich die Gäste aber nach einer Stunde selbst und gaben damit die Hoffnung auf ein Comeback quasi auf. Thomas Keller erhielt auf Seiten des FCI die rote Karte. Der agile Gottschling nahm auf der rechten Seite Tempo auf und wurde von Keller rüde abgegrätscht. Die rote Karte im Anschluss war hart, aber berechtigt (57.). Der Platzverweis zog dem FCI schlussendlich den Zahn, während das Spiel immer hitziger wurde. 20 Minuten vor dem Schlusspfiff entschieden die Gastgeber das Spiel schlussendlich. Holzweilers Schlenzer landete präzise im langen Eck und ließ Buntic keine Chance (70.). Die Gastgeber erspielten sich noch weitere Möglichkeiten bis zum Ende, doch abgesehen von einem Wunderlich-Distanzschuss kamen keine gefährlichen Aktionen mehr dabei heraus. Der FCI muss damit die erste Saisonniederlage einstecken und fällt auf Tabellenplatz drei, während Köln auf dem fünften Rang überraschend oben dran bleibt.

Bayern II 1:2 Unterhaching: Kleines Stadtderby geht an Haching

Keine zehn Minuten waren im kleinen Münchner Stadtderby gespielt, da durften die Hachinger schon jubeln. Felix Schröter war es, der seine Farben nach exakt 10 Minuten in Führung brachte. Nach Bigalkes Solo hatte der Offensivmann noch das Auge für den Nebenmann, der Früchtl aus zwölf Metern keine Chance ließ. Die jungen Bayern antworteten wütend. Singh bediente Dajaku mit einem tollen Pass, doch die Nachwuchshoffnung scheiterte alleine vor Hachings Keeper Mantl (15.). Die pressende und spielstörende Spielweise der Hachinger zeigte sich sehr effektiv und nervte die Bayern sichtlich. Nicht umsonst holten sich Wriedt und Feldhahn direkt nacheinander gelbe Karten ab (20. + 23.). Dennoch holten sich die Bayern ihre Chancen. Wriedt legte schon im Strafraum das Leder auf Zylla ab, der am auf der Linie klärenden Stahl scheiterte (33.). Fünf Minuten später war es dann aber soweit. Der stark aufspielende Sarpreet Singh besorgte selbst den Ausgleich in der 38. Minute. Mais langer Ball landete direkt bei Singh, der aus 13 Metern zentraler Position vor dem Tor das Leder gekonnt über Mantl lupfte. Der verdiente Ausgleich war auch gleichzeitig der Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel bekam Haching das Spiel wieder besser unter Kontrolle und belohnte sich tatsächlich erneut. Ein Eigentor von Chris Richards sorgte in der 59. Minute für die erneute Führung der Gäste. Stroh-Engel bediente Hufnagel, dessen Hereingabe von Richards ins eigene Tor abgefälscht wurde (59.). In der Folge hing die Partie einigermaßen durch, was auch den hohen Temperaturen geschuldet gewesen sein dürfte. Die Bayern konnten das Tempo der 1. Hälfte nicht mehr gehen und brachten Haching dadurch kaum noch in Gefahr. Kurz vor dem Ende hätte Bigalke das Spiel auch schon entscheiden können, doch Früchtl parierte sowohl gegen ihn, als auch gegen Hufnagel im Anschluss. Somit war es am Ende ein knapper 2:1-Auswärtssieg der SpVgg, die sich damit auf den vierten Tabellenplatz schob. Für die Bayern geht es eher in Richtung Keller: Der FCB steht nach der Niederlage auf Platz 15.

Halle 4:0 Großaspach: Halle an der Spitze

Der HFC kam seiner Favoritenrolle auch gegen die SG Sonnenhof von Beginn an ordentlich nach. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase war es Terrence Boyd, der seinen Gegenspieler Gehring unter Druck setzte, sodass dieser in Misskommunikation mit Keeper Reule das Leder über die eigene Linie drückte (13.). Halle blieb das klar bessere Team, konnte sich aber kaum weitere Chancen erspielen. Die SGS kam das erste Mal in der 35. Minute vor das Tor, aber Burgers Schuss aus 30 Metern sorgte nicht für Gefahr. Quasi im direkten Anschluss erhöhte der HFC die eigenen Führung. Boyd bekam das Leder aus abseitsverdächtiger Position zugespielt, umkurve Reule und schob locker zum 2:0 ein (39.). Somit ging der HFC mit einer verdienten 2:0-Führung in die Kabine.

Nach der Pause spielte Halle seine Dominanz sehr souverän aus. In der 58. Minute verpassten Mai und Guttau eine Flanke von Sohm, drei Minuten später scheiterte Boyd an Reule. Folgerichtig in der Druckphase machten die Hallenser in der 66. Minute den Deckel auf die Partie. Sohm legte auf Göbel ab, der aus der zweiten Reihe ins lange Ecke traf (66.). Das Spiel plätscherte im Anschluss vor sich hin. Kurz vor Schluss erhöhten die Saalestädter sogar noch auf 4:0 durch Nietfeld und übernehmen damit vorerst die Tabellenführung. Aspach hingegen rutscht auf Tabellenplatz 16 ab und könnte im Falle eines Uerdinger Sieges in die Abstiegszone geraten.

Würzburg 0:2 Zwickau: FSV entführt drei Punkte vom Dallenberg

Die heimischen Würzburger übernahmen zu Beginn der Partie gleich das Kommando. Die erste Chance ergab sich nach acht Minuten. Widemann legte eine kurze Ecke zurück auf Sontheimer, dessen Abschluss aber an Brinkies scheiterte. Drei Minuten später gingen allerdings die Gäste überraschend in Führung. Huth konnte eine Flanke von der rechten Seite völlig frei zum 0:1 einköpfen. Das Tor zog dem Würzburger Spiel den berühmten Stecker. Viteritti durfte in der 23. Minute unbedrängt flanken und fand König, der aus zehn Meter gerade noch von Schuppan geblockt werden konnte. Die Aktion schob das 0:2 aber nur um zehn Minuten auf. Leon Jensen durfte die Führung für die Schwäne in der 35. Minute verdoppeln. Wieder ließen die Kickers Viteritti flanken, Huth legte in den Rückraum ab, wo Jensen per Direktschuss durch die Beine von Verstappen ins Tor traf. Die Kickers waren nach 45 Minuten froh, in die Kabine zu kommen.

Aus dieser kam die Schiele-Elf mit deutlich mehr Feuer. Kaufmanns Flanke auf Pfeiffer platzierte der Offensivmann an den Pfosten, da Brinkies seine Finger noch im Spiel hatte (53.). Auch die Westsachsen meldeten sich sechs Minuten später im Spiel an. Ein Kopfball von Huth konnte vom zögernden Verstappen nicht mehr pariert werden, aber Hemmerich stand goldrichtig auf der Linie. Den spielbestimmenden Würzburgern lief gegen Ende des Spiels immer mehr die Zeit davon, sodass die Angriffe der Franken hektischer wurden. Kaufmann bediente in der 72. Minute Widemann, der aber aus fünf Metern über das Tor drosch. Die Zwickauer setzten in der Schlussphase auf Konter und bekamen in der 77. Minute sogar noch eine Chance, aber Verstappen lenkte einen Freistoß von Lange über die Latte. Es blieb damit beim 0:2, sodass Würzburg in der Tabelle wieder in die bedrohte Zone rutscht. Zwickau hingegen schiebt sich auf Platz acht vor.

   
  • weihnachtsmann

    Hochverdienter Sieg gegen den Dorfklub, der reichlich harmlos war. Einzig die schlechte Chancenverwertung verhinderte einen höheren sieg. Die fehlenden Tore können gern in zwei Wochen in Ingolstadt erzielt werden.
    Boyd kann man, ganz vorsichtig, schon als Königstransfer bezeichnen.

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