Härtel bedient: "Fahrlässig die Punkte liegengelassen"

Da war deutlich mehr drin! Gegen Aufsteiger Viktoria Köln führte Hansa Rostock nach 19 Minuten bereits mit 3:0, musste am Ende aber mit einem Unentschieden leben. Von den Rängen gab es teilweise Pfiffe, auch Trainer Jens Härtel war bedient. Ein Auftritt, der Fragen aufwarf.

Zittern trotz 3:0-Führung

Als Neuzugang Aaron Opoku in der 19. Minute überaus sehenswert zum 3:0 für Hansa traf, glich das Ostseestadion einem Tollhaus. "Nie mehr 3. Liga" stimmten einige Fans mit einem Augenzwinkern an. Zuvor hatte bereits Pascal Breier eingenetzt (13.), hinzu kam ein Eigentor von Kölns Bernhard Kyere. Wohl niemand der über 15.000 Zuschauer hat es zu diesem Zeitpunkt für möglich gehalten, dass Hansa in der Schlussphase sogar noch um einen Punkt zittern müsste.

Doch genau so kam: Erst traf Albert Bunjaki nach 27 Minuten zum Anschlusstreffer, dann krönten Kevin Holzweiler (51.) sowie erneut Bunjaku (62.) die furiose Aufholjagd des Aufsteigers, der plötzlich die bessere Mannschaft war. Dabei hatte Hansa gegen die Gäste aus der Domstadt, die ihr erstes Drittliga-Spiel überhaupt absolvierten, lange alles im Griff und sah bereits wie der sichere Sieger aus. Auf bedenkliche Art und Weise brachte sich die Kogge dann allerdings um den verdienten Lohn – sehr zum Ärger von Trainer Jens Härtel: "Wir haben die drei Punkte fahrlässig liegengelassen", haderte er am Mikrofon von "Magenta Sport" und monierte, dass seine Mannschaft in "viel zu viele Kontersituationen" gelaufen sei. "Uns haben außerdem Mut und Überzeugung gefehlt."

"Schwer zu erklären"

Für den 50-Jährigen stand fest: "Wir hätten in der ersten Halbzeit mehr als drei Tore machen müssen". Die Chancen waren definitiv vorhanden – allein Opoku hätte in der 31. und 32. Minute noch zweimal treffen können. Doch spätestens nach dem zweiten Tor, dem ein "katastrophaler Ballverlust" nach einem Pass von Kolke auf Pepic vorausgegangen war, "waren wir psychologisch in einem Loch". Aus dem kam Hansa nicht mehr raus und musste am Ende mit dem Remis leben. "Für mich es schwer zu erklären", sagte Härtel und wusste, woran gearbeitet werden muss: "Wir müssen uns defensiv steigern." Denn die in der zweiten Halbzeit gezeigte Leistung dürfte nicht reichen, um am Ende den anvisierten fünften Tabellenplatz erreichen zu können.

Auch Kapitän Julian Riedel tat sich nach Abpfiff schwer, eine Erklärung zu finden. "Wir haben das Spiel 30 Minuten lang im Griff und Köln war eigentlich schon mausetot". Doch die Kogge sei "nicht clever genug" gewesen und habe es verpasst, "das Spiel vorher zu entscheiden", befand der Innenverteidiger. Damit wartet Hansa weiter auf den ersten Heimsieg seit Ende März (3:1 gegen Zwickau). Die nächste Chance dazu gibt es in eineinhalb Wochen gegen die U23 des FC Bayern München. Zuvor ist Hansa am kommenden Samstag aber beim Halleschen FC gefordert.

   
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