Härtel im Interview: "Hatten uns alle ein wenig mehr erhofft"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Hansa-Trainer Jens Härtel über seine ersten Monate beim F.C. Hansa, Ziele für die verbleibenden Saisonwochen sowie die kommende Spielzeit und seine schönsten Erlebnisse als Trainer.

"Den fünften Platz festigen"

liga3-online.de: Seit Januar betreuen Sie den F.C. Hansa Rostock, bisher gab es wettbewerbsübergreifend acht Siege, vier Remis und vier Niederlagen unter Ihrer Regie. Wie fällt Ihr Zwischenfazit nach den ersten dreieinhalb Monaten in Rostock aus, Herr Härtel?

Jens Härtel: Positiv ist, dass wir nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Das ist nicht selbstverständlich, denn die halbe Liga steckt noch im Abstiegskampf. Wir hätten uns aber trotzdem alle ein wenig mehr erhofft. Vor allem in den Heimspielen haben wir zu viele Punkte liegen lassen, weil wir zu fahrlässig mit unserer Chancenverwertung umgegangen sind. Auswärts ist uns das bis jetzt besser gelungen.

Zuletzt gab es einen 2:0-Erfolg beim 1. FC Kaiserslautern. Wie bewerten Sie die Leistung Ihres Teams?

Es war ein gutes Spiel von uns. Wir haben hinten kaum etwas zugelassen und uns vorne viele Möglichkeiten erspielt. Schon lange vor dem 1:0 hätten wir in Führung gehen können. Wir haben schnell und zielstrebig gespielt und insgesamt völlig verdient gewonnen.

Vier Spieltage vor Saisonende steht Platz fünf zu Buche. Weiter klettern kann Ihr Team kaum noch, der Rückstand auf den viertplatzierten SV Wehen Wiesbaden beträgt neun Zähler. Wie sieht die Zielsetzung für die verbleibenden Saisonwochen aus?

Wir wollen den fünften Platz festigen und den Landespokal von Mecklenburg-Vorpommern gewinnen, um uns für den DFB-Pokal zu qualifizieren.

Das Endspiel beim Oberligisten Torgelower FC Greif am 25. Mai ist die wichtigste noch ausstehende Partie in dieser Saison. Gilt der Fokus schon jetzt diesem Spiel?

Nein, dafür ist die Partie zu weit weg. Noch sind erst einmal vier Ligaspiele offen, die wir bestmöglich bestreiten möchten. Parallel dazu kümmern wir uns um die Kaderplanung für die kommende Saison und führen viele Gespräche mit den Spielern.

Wie gut kennen Sie den Gegner aus der 5. Liga bereits?

Da wir erst in der letzten Woche ins Finale eingezogen sind, haben wir uns noch nicht allzu viel mit dem Endspielgegner auseinandergesetzt. In den anstehenden Wochen werden wir Torgelow aber intensiv beobachten. Wir werden uns auf die Partie so vorbereiten, wie wir es auch vor jedem Drittliga-Spiel tun.

 

"Noch zu früh, um ein Ziel auszugeben"

Sie haben in Rostock einen Vertrag bis Juni 2020. Der Verein war vor dieser Spielzeit schon gewillt, ganz oben anzugreifen. Ist das auch für die kommende Saison der Anspruch?

Wir sind ehrgeizig und wollen immer das Maximum herausholen. Jetzt aber schon das Ziel auszugeben, nächste Saison aufzusteigen, wäre zu früh. Noch ist nicht einmal klar, wer aus der 2. Bundesliga herunterkommt, welche Teams aus der 3. Liga absteigen und wer aus der Regionalliga hochkommt. Erst wenn das Teilnehmerfeld feststeht und unsere Kaderplanung für die neue Saison abgeschlossen ist, können wir damit beginnen, über konkrete Ziele zu sprechen.

Wie man in die 2. Bundesliga aufsteigt, wissen Sie. Mit dem 1. FC Magdeburg wurden Sie in der letzten Spielzeit Drittliga-Meister. War das Ihr bisher schönstes Erlebnis als Trainer?

Von der sportlichen Wertigkeit her war es definitiv mein größter Erfolg als Trainer. Nachdem wir zuvor zweimal den vierten Platz in der 3. Liga belegt hatten, war die Erleichterung über den Sprung in die 2. Liga gewaltig. Noch emotionaler und schöner war allerdings der Aufstieg mit Magdeburg in die 3. Liga in der Saison 2014/15. Die Playoff-Spiele sind brutal. Sich da durchzusetzen (1:0/3:1 gegen die Offenbacher Kickers, Anm. d. Red.), war ein großartiges Gefühl. Sowohl den Spielern als auch dem Trainerteam und den Fans ist damals glaube ich ein Stein vom Herzen gefallen.

In der 2. Liga kämpft der FCM gegen den Abstieg. Als wie groß haben Sie den Qualitätsunterschied zwischen der 2. und 3. Liga empfunden?

Die individuelle Klasse von einzelnen Spielern ist noch einmal höher. Insgesamt ist der Unterschied aber nicht allzu groß. Am Beispiel des SC Paderborn sieht man, dass es möglich ist, als Aufsteiger direkt wieder ganz oben mitzuspielen. Wenn man in einen Lauf kommt, ist vieles möglich.

   

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