Haching-Kapitän Markus Schwabl im Thesen-Interview

Im Thesen-Interview mit liga3-online.de spricht Unterhachings Kapitän Markus Schwabl mit einem Augenzwinkern über das fast vergessene Gefühl eines Sieges, Verständigungsprobleme in England, Kochkünste von Vater und Vereinspräsident Manfred Schwabl und das Ziel, noch oben anzugreifen.

"Vielleicht können wir ja sogar noch oben angreifen!"

Nach zwölf Spielen ohne Sieg gewann die SpVgg Unterhaching am vergangenen Wochenende 3:0 gegen Halle. Wir nehmen an, dass Sie kaum noch wussten, wie sich ein Erfolg anfühlt, Herr Schwabl!

Markus Schwabl: Das kann man tatsächlich so sagen. Ich hatte mich zwar nicht ans Verlieren gewöhnt. Aber dennoch hatte ich schon fast vergessen, wie geil es ist, einen Sieg zu feiern.

Unsere Vermutung: Der 7. März ist bisher der schönste Tag Ihres Jahres gewesen.

Absolut! Das Jahr davor war es die Geburt meiner ersten Tochter. Der Sieg gegen Halle war ungefähr genauso schön.

Auf die Sieglos-Serie von zwölf Spielen könnte jetzt exakt eine Serie von zwölf Dreiern folgen. So lautet sicher das klare Ziel!

Ach, wirklich? Das höre ich jetzt zum ersten Mal und ist ja fast wie gemalt. Wissen Sie was? Damit werde ich unser Team vor der nächsten Partie motivieren.

Für Sie ging es 2018 mit dem Wechsel nach Haching zurück in Ihre Heimat, nachdem Sie zuvor anderthalb Jahre bei Fleetwood Town in England am Ball waren. Geben Sie es zu: Ihre Mitspieler konnten sich an den bayerischen Dialekt nie gewöhnen.

Die haben mich doch ohnehin schon nicht verstanden! Vor meiner Zeit in England dachte ich, dass mein Englisch ganz gut wäre. Dann wurde ich eines Besseren belehrt. Fleetwood liegt an der Grenze zu Schottland. Mit dem Slang, den meine Mitspieler gesprochen haben, konnte ich mehrere Monate nichts anfangen. Ich war froh, wenn mich niemand angesprochen hat. Jetzt stellen Sie sich Mal vor, ich hätte auch noch meinen bayerischen Dialekt benutzt. Dann hätte ich glaube ich komplett aufhören können, zu kommunizieren.

Sie kehrten nur nach Deutschland zurück, weil Sie das englische Essen leid waren.

Natürlich, warum auch sonst? Ich hatte einfach keine Lust mehr auf Black Pudding, einer Fleischspeise aus gebackenem Schweineblut. Insgesamt war mir dort zu viel frittiert und gebacken. Allerdings gab es auch etwas, was mir gefallen hat und ich auch heute noch esse: Black Beans! Die sind super lecker. Also ehrlich jetzt.

Spaß beiseite: Was war der wahre Grund?

Meine Rückkehr hatte persönliche Gründe. Meine Frau und ich mussten einige Monate zwischen England und Bayern hin und her pendeln. Das wurde uns zu viel. Wir haben uns dann gemeinsam für die Familie und die Heimat entschieden.

 

"Mein Vater kann sicher viel, aber kochen gehört nicht dazu"

Vereinspräsident bei der SpVgg ist Ihr Vater Manfred Schwabl. Er ist dafür bekannt, Klartext zu reden. Wir gehen fest davon aus, dass die gemeinsamen Essen mit Ihrem Vater während der sportlichen Krise in den vergangenen Monaten düster abliefen!

Oh ja! Die vielen Spiele ohne Sieg haben sehr an ihm genagt. Das ist auch ganz normal, wenn einem der Verein so sehr am Herzen liegt. So oft, wie mein Vater neben der Trainerbank auf und ab geht, müsste da mittlerweile schon ein Graben sein. Privat haben wir uns allerdings wegen Corona gar nicht so häufig gesehen. Ich musste mir also nicht jede Woche am Esstisch anhören, was wir besser machen müssen, um die Wende zu schaffen.

Nach dem Sieg gegen Halle sah das anders aus und hat Sie sogar bekocht!

Wie bitte? Jetzt habe ich wirklich alles gehört. Mein Vater kann sicher viel, kochen gehört aber nicht dazu. Neben seinem Leibgericht Schinken-Nudeln würde ich ihm vielleicht noch ein Rührei zutrauen. Das war es dann aber auch. Aber im Ernst: Er war sehr erleichtert nach unserem Sieg. Das hat man ihm angesehen.

Mal ehrlich: Wie schwer fällt es Ihnen, in Gesprächen mit Ihrem Vater nicht über die SpVgg Unterhaching zu reden?

Fußball ist schon immer eines der ersten Themen. Nicht nur die SpVgg Unterhaching, sondern allgemein. Dabei schaukeln wir uns regelmäßig gegenseitig hoch. Mein Vater neckt mich beispielsweise damit, dass ich noch nie in der 1. Bundesliga gespielt habe. Ich kontere dann, dass er es verpasst hat, mal in der 2. und 3. Liga aktiv zu sein. Wenn wir nicht über Fußball sprechen, dann ist meine Tochter Thema Nummer eins. Wie es mir geht, hat er mich schon lange nicht mehr gefragt!

   

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