"Haben uns abschlachten lassen": Klartext nach Aachen-Pleite

Beim Westschlager in Duisburg zeigte Alemannia Aachen in der ersten Halbzeit eine desaströse Leistung, musste sich deutlich geschlagen geben und steht jetzt nur noch hauchdünn vor den Abstiegsrängen. Im Nachgang wurde Klartext gesprochen.

"Können uns nur entschuldigen"

In der Schlussphase probierten die Schwarz-Gelben zwar nochmal alles, doch mehr als den Ehrentreffer durch Ademi (80.) bekam die Alemannia nicht zustande. Verloren hatte der TSV die Partie bereits im ersten Durchgang, als der MSV aus drei Torschüssen drei Tore machte. Doch neben der Effizienz des Tabellenführers trug auch eine nicht unwesentliche Portion Unvermögen zum 0:3-Pausenstand aus Sicht der Aachener bei. "Wir haben uns abschlachten lassen", fand Bentley Baxter Bahn bei "MagentaSport" deutliche Worte.

In den entscheidenden Szenen aber auch allgemein "war es viel zu wenig. Da können wir uns bei unseren Fans, die das hier zum Heimspiel gemacht haben, nur entschuldigen", richtete sich der 33-Jährige an die 5.000 mitgereisten Anhänger. "Wir waren in der ersten Halbzeit einfach nicht da und haben ganz, ganz schwach gespielt." Der MSV habe der Alemannia "den Schneid abgekauft" und die Schwarz-Gelben mit einfachen Mitteln ausgespielt. "So darf man in dieser Liga nicht auftreten, so eine erste Halbzeit darf nicht passieren".

"Waren wie Geister"

Das sah auch Trainer Mersad Selimbegovic so und hatte nach dem Auftritt seiner Mannschaft "viele Fragezeichen". Seine Mängelliste war entsprechend lang: "Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen, waren von der Intensität nicht mal annähernd da, was uns Duisburg angeboten hat, haben nicht den richtigen Einsatz gezeigt und waren zu Larifari." Mit Blick auf die unzureichende Mentalität sprach der 43-Jährige von einer "neuen Erkenntnis" und zeigte sich verwundert darüber, dass seine Mannschaft ausgerechnet in einem derart prestigeträchtigen Spiel so lasch aufgetreten war.

"Wir waren wie Geister in der ersten Halbzeit und müssen uns alle hinterfragen, was in unseren Köpfen vorging." Diese Dinge müssten "unbedingt abgestellt" werden, "denn sonst wird es eine ganz, ganz schwierige Saison für uns". Immerhin: Der Auftritt in der zweiten Halbzeit war dann schon besser. Bahn sprach von einer "Reaktion" und bezeichnete die Leistung als "ordentlich". Dennoch "wäre es nicht verdient gewesen, etwas mitzunehmen", wie Selimbegovic festhielt.

Nur noch einen Platz vor der Abstiegszone

Womöglich wäre die Partie anders verlaufen, hätte Aachen nach 23 Minuten beim Stand von 0:1 einen Elfmeter bekommen, nachdem Müller den Ball im Strafraum mit der Hand gespielt hatte. Sich daran aufzuhängen, fand Bahn allerdings "zu einfach" und meinte: "Wir müssen arbeiten und ackern wie die Verrückten. Dann kriegen wir auch unsere Aktion vorne und können auch über den Elfmeter reden." Auch Selimbegovic meinte: "So, wie wir in der ersten Halbzeit aufgetreten sind, weiß ich nicht, ob wir den reingemacht hätten."

Schon gegen Regensburg war dem TSV vor einer Woche ein Strafstoß verwehrt worden. Läuft es nächste Woche wieder besser? Dann gastiert Aachen beim formstarken F.C. Hansa – und braucht nach nun zwei Pleiten in Folge dringend Punkte, schließlich stehen die Schwarz-Gelben als 16. der Tabelle noch hauchdünn über dem Strich. Lediglich zwei Punkte beträgt der Vorsprung. "Wir müssen jetzt schnell aufstehen und eine Reaktion zeigen", machte Selimbegovic klar.

   

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