"Habe ihn nur schreien gehört": Große Sorgen um Dresdens Will

Vierter Sieg in Folge und Tabellenfünfter: Eigentlich könnte die Laune bei Dynamo Dresden nach dem Last-Minute-Auswärtssieg beim SC Verl kaum besser sein. Doch weil sich Paul Will womöglich schwer am Fuß verletzt hat, ist die Stimmung bei den Sachsen mächtig getrübt.

Mit der Trage vom Platz gebracht

Es lief die 76. Minute, als Will im eigenen Strafraum zum Ball wollte, dabei aber ganz unglücklich und ohne gegnerischen Kontakt mit dem rechten Fuß wegknickte. Sofort ging der 23-Jährige mit einem lauten Schrei zu Boden und signalisierte, nicht mehr weiterspielen zu können. Minutenlang musste Will anschließend behandelt werden, ehe er mit Tränen in den Augen auf einer Trage vom Platz und anschließend in ein Krankenhaus gebracht wurde. "Das trübt die Stimmung der gesamten Mannschaft, da ist nicht wirklich Freude da", berichtete Trainer Markus Anfang auf der Pressekonferenz und sprach von einem "ganz großen Wehrmutstropfen".

Demnach habe sich der Mittelfeldspieler "wohl sehr, sehr schwer verletzt". Eine genaue Diagnose steht zwar noch aus, doch Anfang befürchtet nach Rücksprache mit dem Mannschaftsarzt einen Bruch. Im schlimmsten Fall könnte die Saison für den 23-Jährigen damit bereits beendet sein. "Das tut uns enorm weh", sagte Anfang und vermochte sich angesichts der Umstände noch so richtig über den Sieg freuen, obwohl Dynamo wieder einmal zurückkam und am Ende den vierten Sieg in Folge feierte.

"Wir stehen zueinander"

Auch Kapitän Tim Knipping war nach Spielende in Gedanken bei Will: "Ich befürchte, dass es nicht so gut aussieht. Ich habe ihn nur schreien gehört, befürchte aber, dass es etwas Schwereres sein wird. Wir sind alle Gedanken bei ihm. Wir drücken die Daumen, dass es dann hoffentlich doch nicht so schlimm ist", wird der 30-Jährige bei "Tag24" zitiert. Schöne Geste: Als es nach Spielende zu den mitgereisten Fans ging, nahmen die Spieler das Trikot von Will mit und legten es vor die Gästekurve. "Wir stehen zueinander. Nicht nur, wenn wir gewinnen, das haben wir auch schon in den schwierigen Wochen gemacht", so Knipping.

Dass Dynamo zum vierten Mal hintereinander als Sieger vom Platz ging und jetzt auf Tabellenplatz fünf steht, war am Ende Jakob Lemmer zu verdanken, der in der 90. Minute mit seinem ersten Tor für die SGD den Siegtreffer erzielte. "Es war ein unglaubliches Gefühl, das Tor zu machen. Dann noch so ein wichtiges in der 90. Minute. Unglaublich", sagte er im "MagentaSport"-Interview. "Es war ein Kampfspiel von Anfang an. Wir mussten viel laufen und dagegenhalten. Am Ende sind wir vielleicht ein paar Meter mehr gelaufen und haben uns den Sieg auch leicht verdient." Dass dieser durch die womöglich schwere Verletzung von Will jedoch teuer erkauft ist, trübt das Bild. Immerhin: Das Krankenhaus konnte der 23-Jährige schon am Samstagabend wieder verlassen, mit Mannschaftsarzt Onays Al-Sadi und einem Physio ging es zurück nach Dresden. Es gehe ihm "den Umständen entsprechend gut", ließ Dynamo wissen. Eine MRT-Untersuchung am Sonntagnachmittag soll nun Klarheit darüber bringen, wie schwer die Verletzung ist.

   
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