Großkreutz von BVB-Fans gefeiert: "Es war sensationell"

Auch wenn die Überraschung am Ende ausgeblieben ist, kann der KFC Uerdingen mit dem Auftritt bei der 0:2-Niederlage im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund zufrieden sein. Vor allem Kevin Großkreutz strahlte nach dem Wiedersehen mit seiner großen Liebe über das ganze Gesicht.

"Das wird man nicht vergessen"

Seit der Auslosung Mitte Juni fieberte Kevin Großkreutz der Partie gegen seinen Ex-Verein (2009-2015) entgegen, am Freitagabend war soweit. Schon als der 31-Jährige zum Aufwärmen den Platz betrat, wurde er nicht nur vom Uerdinger Anhang, sondern vor allem von den zahlreichen BVB-Fans frenetisch gefeiert. Als der Ball dann rollte, stand der Weltmeister von 2014 nach nicht mal fünf Minuten bereits im Mittelpunkt, als einen Kopfball von Lukasz Piszczek für seinen bereits geschlagenen Torwart Lukas Königshofer auf der Linie klären musste. Auf der anderen Seite schaltete sich Großkreutz immer wieder in Offensivaktionen seiner Mannschaft ein und machte ein starkes Spiel.

Dass der BVB erst zu Beginn der zweiten Halbzeit in Führung ging und am Ende "nur" zwei Tore erzielte, lag neben der starken Abwehrleistung des KFC auch an Großkreutz. "Wir haben super dagegen gehalten. Darauf können wir stolz sein", befand der frühere Dortmunder im Anschluss an die Partie. Zuvor war er mit seiner Tochter auf dem Arm vor die BVB-Fankurve gegangen – und mit Gesängen wie "Wir sind alle Dortmunder Jungs" nochmals gefeiert worden (Video unten). "Es war sensationell", sagte ein überglücklicher Großkreutz. "Das wird man nicht vergessen. So schließt sich der Kreis. Ich danke allen BVB-Fans, ich werde immer einer von ihnen sein." Nach all den Eindrücken "werde ich heute Nacht wohl nicht schlafen können", meinte der gebürtige Dortmunder. Auf seinem Instagram-Account schrieb Großkreutz nach dem Spiel: "Man kann im Leben alles verkaufen, aber nicht seine Familie, sein Herz, seine Freunde und seine Liebe zum Verein."

Vogel: "Bin sehr stolz auf die Jungs"

Trainer Heiko Vogel stellte seiner Mannschaft trotz der Niederlage derweil ein gutes Zeugnis aus: "Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Sie haben das mit Bravour gemacht und das Herz in die Hand genommen." Für einen Sieg "hätten wir das nötige Wettkampfglück gebraucht und unsere Chancen machen müssen", befand der KFC-Coach. Pech hatten die Krefelder zudem beim Dortmunder Führungstor in der 49. Minute, als Marco Reus den Ball mit dem Oberarm spielte. Somit hätte der Treffer nicht zählen dürfen. "Ich habe erst im Nachhinein erfahren, dass es wohl Handspiel war. Die Schiedsrichter haben einen schweren Job", so Vogel. Reus räumte bei "Sky" derweil ein: "Ich habe in den Wiederholungen gesehen, dass ich den Ball mit dem Ellenbogen berühre. Ich glaube, in der Bundesliga wäre es kein reguläres Tor gewesen, es wäre abgepfiffen worden."

Doch dass der Sieg des BVB am Ende verdient war, darüber gab es keine Zweifel. Der KFC Uerdingen darf nach dem ersten Pokalspiel seit 18 Jahren dennoch zufrieden sein: "Ein Auftritt, der Mut für die nächsten Aufgaben macht", schätzte Vogel die Niederlage realistisch ein. Am kommenden Mittwoch ist der KFC zunächst im Landespokal beim SV Budberg gefordert, ehe Uerdingen auf Tabellenführer Ingolstadt trifft. Dann allerdings ohne Kevin Großkreutz. Nach seinem Tritt beim Spiel in Großaspach ist der 31-Jährige für vier Spiele gesperrt worden.

   
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