Ernüchterung beim FCK: "Hatten Angst, Fußball zu spielen"

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Der 1. FC Kaiserslautern findet nicht in die Erfolgsspur: Beim 0:2 in Halle kassierten die Roten Teufel am Samstag bereits die zweite Niederlage in Folge. Dabei präsentierten sich die Pfälzer in der Defensive zu anfällig und in der Offensive wurde es dagegen gar nicht gefährlich.

Frontzeck "sehr enttäuscht"

Von Beginn an stand der FCK, unterstützt von 1.200 mitgereisten Fans, mächtig unter Druck, hatte in den ersten Minuten kein Gegenmittel, um die gefährlichen Angriffe der Hausherren abwehren zu können. So geriet das Team von Trainer Michael Frontzeck nach 14 Minuten verdient in Rückstand: Özgür Özdemir foulte Ajani im Strafraum, Bentley Baxter Bahn blieb cool und ließ FCK-Keeper Jan-Ole Sievers vom Punkt keine Chance. Wer nun dachte, die Gäste würden einen offensiven Sturmlauf starten, sah sich getäuscht. Zwar konnte der Zweitliga-Absteiger die Partie etwas offener gestalten, mehr als ein Kopfball durch Lukas Spalvis nach 26 Minuten sprang jedoch nicht dabei heraus. Dabei hatte die Frontzeck-Elf sogar Glück, nicht mit einem höheren Rückstand in die Pause gehen zu müssen.

"Wir haben uns einige Sachen anders vorgestellt", war Frontzeck nach der Partie "sehr enttäuscht." Jedoch betonte der 54-Jährige auch: "Es ist Teil einer Entwicklung, dass du auch mal Nackenschläge bekommst – und das heute war einer." Jetzt gelte es, "so ein Scheiß-Spiel wegzustecken, es aufzuarbeiten und dann wieder neu aufzustehen. Wir wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Und die werden wir anpacken."

Ein "katastrophales Spiel"

Die zweite Hälfte zeigte, wie viel Arbeit noch vor dem Trainerteam steckt: Der FCK kam nicht gefährlich vor das HFC-Tor, kassierte nach 85 Minuten durch einen Kopfball-Gegentreffer von Mai die Entscheidung. "Wir haben uns viel vorgenommen, es aber nicht auf den Platz bringen können – auch nicht nach dem Rückstand", zeigte sich Stürmer Timmy Thiele am "Telekom"-Mikrofon enttäuscht, sprach von einem "katastrophalen Spiel" und einer "absolut verdienten Niederlage." Vor allem für die Fans "tut mir diese Niederlage leid." Auch Janek Sternberg legte den Finger in die Wunde: "Wir hatten Angst, Fußball zu spielen – anders sind die längen Bälle nicht zu erklären."

Nach dem DFB-Pokal-Wochenende, in dem der FCK zu Hause gegen Hoffenheim antreten muss, fordern Spieler und Trainer im Derby gegen Karlsruhe eine Reaktion. "Es ist Woche für Woche ein extrem hartes Spiel. Es sollte aber nicht dahingehen, dass sich alle freuen, wenn Kaiserslautern kommt, weil das Stadion voll ist und wir dann noch die drei Punkte dalassen. Dagegen sollten wir uns schon wehren", blickt Frontzeck voraus. Klar ist: Nach den zwei Niederlagen in Folge steht der FCK bereits früh in der Saison unter Druck. Ein Sieg gegen den KSC ist eigentlich schon Pflicht, um die Aufstiegsränge nicht aus den Augen zu verlieren. Momentan rangieren die Roten Teufel mit lediglich vier Punkten aus vier Spielen auf Rang 15 – und liegen damit deutlich hinter den eigenen Ansprüchen.

   
  • Thomas Horstmann

    Besonders nach den beiden letzten Spielen müssen die Lauterer erkennen, dass in der 3. Liga auch physisch gepowert werden muss. Ausspielen lässt sich keine 3. Ligamannschaft.

  • Sven

    Vielleicht lag es auch an den guten Hallensern,dass Kaiserslautern kein Zugriff hatte.
    Viel vornehmen tut sich jeder,an einer besseren Mannschaft zu scheitern kommt einem Zweitligaabsteiger nicht in den Sinn.

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