Großaspachs Lebenszeichen: "Haben den Bock umgestoßen"

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Sieben Spiele seit Mitte November nicht gewonnen, auswärts sogar seit exakt einem halben und acht Begegnungen sieglos: Ausgerechnet beim souveränen Spitzenreiter VfL Osnabrück hat die SG Sonnenhof Großaspach ihre deprimierenden Negativserie durch ihren 2:0-Überaschungscoup beenden können. Im Abstiegskampf sendeten die Württemberger damit ein bemerkenswertes Lebenszeichen.

"Erfolg tut unheimlich gut"

"Es ist eine große Last, die von einem fällt“, beschrieb Großaspachs Trainer Florian Schnorrenberg bei "Magenta Sport" seine Gefühle nach dem unverhofften Erfolg an der Bremer Brücke durch die ersten Saisontore von Michael Vitzthum (13.) und den eingewechselten Routinier Zlatko Jancic (54.): "Ich bin sehr stolz. Der Erfolg tut unheimlich gut." Der Genießer-Effekt erklärt sich durch einen Blick auf die Misserfolgssträhne seines Teams auch beinahe von alleine. Nach dem 3:1-Sieg gegen Preußen Münster vom 11. November rutschte Schnorrenbergs Mannschaft durch nur noch zwei Punkte aus den folgenden sieben Partien immer tiefer in den Abstiegsstrudel. Gar auf den Tag genau sechs Monate lag Großaspachs zuvor letzter Erfolg in einem fremdem Stadion (2:0 am 8. August bei den Sportfreunden Lotte) zurück.

Schnorrenberg hatte sich vor Anpfiff als Motivationskünstler versucht. "Ich habe der Mannschaft gesagt, dass nur ganz wenige nach einer so langen Serie ohne Sieg und einer unglücklichen Niederlage im vorherigen Spiel in letzter Minute beim seit 15 Runden unbesiegten Tabellenführer zurückkommen können", verriet der Siegerländer seinen Ansporn für seine Spieler. Die kaum strittigen Handspiele von SGA-Spielern im eigenen Strafraum ohne die fälligen Elfmeter-Pfiffe des Schiedsrichters trübten die gute Laune im Lager der Gäste kaum. "Ein Quäntchen Glück braucht man", sagte Jancic trocken: "Mit etwas mehr Glück hätten wir aber auch zwei- oder dreimal das dritte Tor machen können."

"1:0 war der Knotenlöser"

Jancic sah in Vitzthums Führungstreffer das Schlüsselerlebnis für seine Mitspieler: "Das 1:0 war wichtig und ein Knotenlöser. Da hat die Mannschaft gesehen, dass es doch geh"“, sagte der 32-Jährige. Entscheidend für Großaspachs erst vierten Saisonsieg war sicherlich auch die Parade von Torhüter Kevin Boll bei Osnabrücks Strafstoß eine Viertelstunde nach der Führung durch Marcos Alvarez. Der Keeper stellte seine Glanztat jedoch hintan und dachte nur an die Bedeutung des womöglich noch doppelt wertvollen Erfolgs: "Der Sieg tut uns gut und gibt uns Selbstvertrauen. Wir haben in den sieben Spielen vorher auch einige Unentschieden gehabt, bei denen wir mit etwas Glück auch hätten gewinnen. Dieses Mal haben wir bei Zlatkos 2:0 den Lucky Punch setzen können. Wir wollten den Bock umstoßen und haben es auch geschafft. Jetzt müssen wir nach vorne blicken", sagte der 23 Jahre alte Schlussmann.

Vor Großaspach liegt das Gastspiel des KFC Uerdingen. Schnorrenberg wollte in der Stunde des herbei gesehnten Erfolgs aber noch nicht an das Duell mit dem nächsten Aufstiegskandidaten denken: "Das ist noch weit weg."

   

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