Granatowski: "Jetzt unterschätzt uns niemand mehr"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Nico Granatowski vom SV Meppen über den Stolperstart des SVM, den erlösenden 4:2-Erfolg gegen Eintracht Braunschweig, die Braunschweiger Krise und das kommende Spiel gegen den TSV 1860 München am Sonntag.

"Haben uns endlich belohnt"

liga3-online.de: Nach fünf Spielen ohne Sieg gab es zuletzt einen 4:2-Erfolg gegen Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig. Wie wichtig war der Sieg für das Selbstvertrauen?

Nico Granatowski: Extrem wichtig. Wir hatten zwar schon in den vorherigen beiden Spielen gegen Unterhaching (3:3, Anm. d. Red.) und in Würzburg (1:2, Anm. d. Red.) gut gespielt, aber es leider nicht geschafft, zu gewinnen. Dann nützt auch eine gute Leistung nicht viel. Wir haben uns gegen Braunschweig endlich für unseren großen Aufwand in den letzten Wochen belohnt.

Was lief besser als in den vorherigen Spielen?

Zuletzt mussten wir einige Male kurz vor und kurz nach der Halbzeit Gegentore hinnehmen. Diesmal waren wir konzentrierter und haben weniger zugelassen. Außerdem haben wir vorne unsere Chancen besser genutzt.

Mit einem Tor und einer Vorlage waren Sie einer der Matchwinner. Wie groß war die Erleichterung bei Ihnen persönlich, dass es mal wieder mit einem Erfolgserlebnis geklappt hat?

Natürlich sehr groß, aber das war sie bei uns allen. Hätten wir nicht gewonnen, wäre der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze bereits recht groß gewesen. Mit dem Sieg konnten wir nun den Anschluss wiederherstellen und bis auf zwei Zähler ans rettende Ufer heranrücken.

Eintracht Braunschweig ist jetzt wieder Tabellenletzter und steckt in einer großen sportlichen Krise. Wie sehr überrascht es Sie, dass es die Eintracht immer noch nicht geschafft hat, das Ruder herumzureißen?

Damit hat glaube ich kaum jemand gerechnet. Auch ich war davon ausgegangen, dass Braunschweig oben mitspielen wird. Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass es in Braunschweig einen großen Umbruch gab. Da braucht es manchmal einige Monate, bis sich die Mannschaft gefunden hat und die Automatismen greifen. Hinzu kommt, dass man sich erst einmal an den kampfbetonten Fußball in der 3. Liga gewöhnen muss.

 

"Machen noch zu viele individuelle Fehler"

Mit dem SV Meppen rangieren Sie nur zwei Punkte vor Braunschweig auf Platz 19. Die letzte Saison beendete Meppen auf Platz sieben. Was sind neben der Chancenverwertung noch Gründe für den Stolperstart in die neue Spielzeit?

Wir machen noch zu viele individuelle Fehler und laden die Gegner damit zu Toren ein. Man merkt aber auch, dass uns die Kontrahenten jetzt ernster nehmen, nachdem wir nach dem Aufstieg direkt eine so starke Saison gespielt haben. Unterschätzen tut uns mittlerweile niemand mehr, davon hatten wir in der letzten Saison noch einige Male profitiert. Fakt ist auch, dass die Qualität der Liga durch die hinzugekommenen Auf- und Absteiger noch einmal deutlich größer geworden ist. Es ist nicht einfach, sich in dieser 3. Liga zu behaupten.

Glauben Sie, dass mit dem Sieg gegen die Eintracht der Knoten geplatzt ist?

Ich bin optimistisch, dass wir nun wieder konstant besser punkten. Klar ist aber, dass uns am Sonntag erneut ein sehr schweres Spiel bevorsteht. Der TSV 1860 München ist kein normaler Aufsteiger, reist mit vielen Fans zu uns und will drei Zähler mitnehmen. Wir wissen, dass wir wieder alle an unsere Leistungsgrenze gehen müssen, um zu punkten.

Was erwarten Sie für ein Spiel?

Es wird mit Sicherheit eine kampfbetonte Partie. 1860 München ist bei Standards brutal gefährlich, da müssen wir hellwach sein. Wenn wir aber an unsere zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen können und es schaffen, vorne immer wieder Nadelstiche zu setzen, dann bin ich guter Dinge, dass wir etwas Zählbares holen.

Sind die Münchner Löwen Ihrer Meinung nach ein Aufstiegskandidat?

Ich bin der Meinung, dass man 1860 München zu den Aufstiegsanwärtern dazuzählen muss. Derzeit steht zwar nur Platz acht zu Buche. Das liegt aber vor allem daran, dass der TSV schon oft späte Gegentore kassiert hat. Wenn die Löwen das abstellen, dann glaube ich, dass sie ganz oben mitmischen können und der Durchmarsch von der 4. bis in die 2. Liga möglich ist. Ich denke auch, dass sich der Verein bereits kurzfristig mehr ausrechnet, als nur Mittelmaß in der 3. Liga zu sein.

   
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