Girth: "Möchte meinen alten Rhythmus wiederfinden"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Benjamin Girth, der auf Leihbasis von Zweitligist Holstein Kiel zu Spitzenreiter VfL Osnabrück wechselte, über sein erstes halbes Jahr in der 2. Bundesliga, Gründe für die Rückkehr in die 3. Liga, die starke erste Saisonhälfte des VfL Osnabrück und das kommende Derby gegen seinen Ex-Klub SV Meppen.

"Da hatte ich einen ganz anderen Anspruch"

liga3-online.de: Nach nur einem halben Jahr in der 2. Bundesliga bei Holstein Kiel sind Sie vorerst zurück in der 3. Liga. Das ging schnell! Wie haben Sie die zurückliegenden Monate in der 2. Liga erlebt, Herr Girth?

Benjamin Girth: Die ersten Monate in der 2. Liga waren bereits extrem lehrreich. Ich habe viel dazugelernt und mich als Spieler weiterentwickelt. Aber klar: Mit den Einsatzzeiten war ich natürlich nicht zufrieden. Da hatte ich einen ganz anderen Anspruch.

Für Kiel kamen Sie nur in sieben Partien zum Einsatz. Kam der Schritt in die 2. Bundesliga vielleicht zu früh? Man darf nicht außer Acht lassen, dass Sie 2017 mit dem SV Meppen noch in der 4. Liga kickten und die letzte Spielzeit Ihre erste im Profibereich war.

Nein, das denke ich nicht. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die 2. Liga eine Nummer zu groß für mich ist. Es war eher so, dass ich nicht das Glück hatte, genügend Partien zu absolvieren. Wenn man nicht über mehrere Wochen die Chance bekommt, von Beginn an zu spielen, ist es schwer, sich zu beweisen.

Auf Leihbasis sind Sie ab sofort für Spitzenreiter VfL Osnabrück am Ball. Was erhoffen Sie sich von diesem Wechsel?

Ich möchte meinen alten Rhythmus wiederfinden, in dem ich in der letzten Saison in der 3. Liga 19 Tore erzielt habe. Mehr spielen und der Mannschaft mit meinen Toren helfen – das sind meine Ziele für die nächsten Monate beim VfL Osnabrück.

Überrascht es Sie, dass der VfL nach der ersten Saisonhälfte die Tabelle anführt?

Damit hatte man vor Saisonbeginn sicher nicht unbedingt gerechnet. Allerdings zeigt das mal wieder, wie unberechenbar die 3. Liga ist. In der letzten Saison musste der VfL um den Klassenverbleib zittern, jetzt spielt Osnabrück um den Aufstieg mit. Zufall ist das aber nicht. Nach der schwachen letzten Spielzeit wurde im Verein super gearbeitet. Der VfL hat sich die Tabellenführung definitiv verdient.

 

"Kontakt ist nie abgebrochen"

Zum Restrundenstart treffen Sie am 26. Januar prompt auf Ihren Ex-Klub SV Meppen, mit dem Sie 2017 in die 3. Liga aufgestiegen sind. Dass es schon so früh zu einem Wiedersehen kommt, hätten Sie im Sommer auch nicht gedacht, oder?

Nein, das stimmt. Aber umso mehr freue ich mich darauf, schon in der kommenden Woche meine ehemaligen Mannschaftskollegen wiederzusehen – auch, wenn es sicher komisch sein wird, nicht mehr mit ihnen sondern gegen sie zu spielen.

Wurden bei WhatsApp schon Nachrichten mit Ihren Ex-Mitspielern aus Meppen ausgetauscht?

Klar. Der Kontakt ist nie abgebrochen, ich habe in Meppen viele Freunde gewonnen. Es wird ein bisschen rumgescherzt und sich geneckt. (lacht) Das ist aber ganz normal vor einem solchen Duell, was ja auch darüber hinaus noch ein Derby ist.

Im besten Fall schießen Sie den VfL Osnabrück in die 2. Bundesliga. Im Sommer geht es dann aber auf jeden Fall zurück zu Holstein Kiel?

So ist erst einmal der Plan. Die Leihe läuft nur ein halbes Jahr bis Saisonende. Was danach passiert, werden wir sehen. Jetzt konzentriere ich mich erst einmal auf den Restrundenstart mit dem VfL und darauf, unsere Tabellenführung so lange wie möglich zu verteidigen.

   

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