"Geht um Leben und Tod": Hansa will Gegentorflut eindämmen

Mit vier Punkten aus den ersten beiden Spielen ist Hansa Rostock ordentlich in die Saison gestartet, musste allerdings schon fünf Gegentore hinnehmen – zu viel für einen Aufstiegsanwärter. Vor dem Auswärtsspiel in Saarbrücken (Sonntag, 13:30 Uhr) verriet Trainer Daniel Brinkmann seinen Plan, wie die Gegentorflut eingedämmt werden soll.

"Müssen einen Schritt zulegen"

Nein, es ist nicht so, als wäre Hansa in den beiden Spielen gegen Hoffenheim (3:2) und Mannheim (3:3) offen wie ein Scheunentor gewesen. "Wir brauchen uns nichts einreden. Wir haben in zwei Spielen acht, neun Torchancen zugelassen", verwies Trainer Daniel Brinkmann bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag auf eine entsprechende Statistik und betonte, dass andere Mannschaften "viel mehr" zugelassen hätten. "Sie hatten dann das Glück an der richtigen Stelle und haben weniger Tore kassiert."

Bei Hansa resultierten die meisten der fünf Gegentreffer aus individuellen Fehlern, wobei Brinkmann klarmachte: "Ich lasse nicht zu, dass wir uns einreden, zu viele individuelle Fehler gemacht zu haben, weil Franz Pfanne gegen Stuttgart und Florian Carstens mal einen Fehlpass spielt." Auch mit einer womöglich etwas zu offensiven Ausrichtung wollte Brinkmann die Flut an Gegentoren nicht erklären. "Das hat damit nichts zu tun", bekräftigte der 40-Jährige und verwies etwa auf das 0:1 gegen Mannheim, das nach einem Einwurf gefallen ist.

"Wir müssen einfach hart gegen den Ball arbeiten. Und in der Box geht es dann einfach um Leben und Tod. Da müssen wir das eigene Tor mit allem, was wir haben, verteidigen. Dafür haben wir die Spieler nochmal sensibilisiert." Dem Hansa-Coach ist bewusst, dass seine Mannschaft in der Defensive "einen Schritt" zulegen müsse. "Wir haben den Finger in die Wunde gelegt und wissen, dass wir weniger Gegentore kassieren müssen."

Jantunen bereits im Kader

Bestenfalls schon bei der Partie in Saarbrücken, die Brinkmann als Topspiel bezeichnete. "Wir wollen natürlich schauen, dass wir sie in der Tabelle überholen." Dafür braucht es einen Auswärtssieg bei einer "sehr stabilen" Mannschaft, die in allen Bereichen gut besetzt sei. Die weite Anreise per Flugzeug nicht mit antreten werden Paul Stock (Muskelbündelriss), Emil Holten (Rückenprobleme) und Yannic Stein (Knie-Verletzung), während hinter Peter Kiedl noch ein Fragezeichen steht. Dafür wird der erst am Donnerstag verpflichtete Jaaso Jantunen dabei sein und als Nummer 2 auf der Bank Platz nehmen. Eine Rolle, die für den Finnen auch in Zukunft angedacht ist. "Luca Unbehaun ist unsere Nummer 1 und genießt unser Vertrauen", betonte Brinkmann.

Ob bis zum Transferende am kommenden Dienstag noch der gesuchte Zehner gefunden wird, ließ Brinkmann indes offen. Wenn noch jemand verpflichtet wird, "dann nur ein Spieler, der uns besser macht". Derzeit wird Nick Bätzner vom SC Paderborn mit der Kogge in Verbindung gebrachtAuch zu möglichen Abgängen wollte sich der Hansa-Coach nicht äußern. "Ausschließend möchte ich nichts, es kann in beide Richtungen noch etwas passieren." Erstmal liegt der Fokus auf der Partie in Saarbrücken, zu der die Kogge von 1.100 Fans begleitet wird.

Beim letzten Duell im Mai war ein Fan von der Tribüne gestürzt und dabei tödlich verunglückt. "Natürlich war das heute noch einmal Thema. Wir haben es auch der Mannschaft noch einmal erzählt. Der Vorfall hat uns alle getroffen", so Brinkmann. Auch der Fanbeauftragte habe einige Worte an die Mannschaft gerichtet. Ob es im Stadion laut wird, könne er nicht einschätzen. "Ich glaube, wichtig ist, Verständnis für jeden zu haben. Jeder geht da auch anders mit Trauer um." In jedem Fall wird es für die Hansa-Fans im Gästeblock die Möglichkeit geben, innezuhalten.

 

   

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Back to top button