Elfmeter in der Nachspielzeit gehalten: Kolkes Hansa-Premiere

Was für eine Nachspielzeit beim Hansa-Spiel gegen Uerdingen! Erst sah Nico Neidhart für ein Handspiel vor der Linie glatt Rot, dann parierte Markus Kolke den fälligen Elfmeter und hielt damit den Sieg fest. Es war eine Premiere für den 30-Jährigen im Hansa-Trikot.

"Mich freuts einfach"

Wo würde die Kogge ohne die Nachspielzeit und ohne Markus Kolke stehen? Nach dem Rostock zuletzt sowohl gegen Verl als auch gegen Kaiserslautern ein ganz spätes Siegtor erzielt hatte, war es nun Torhüter Kolke, der auf der anderen Seite ein Tor verhinderte – und damit zum Helden des Abends wurde. Nach dem Spiel konnte sich der 30-Jährige vor Glückwünschen seiner Mitspieler und der Verantwortlichen gar nicht mehr retten, gab sich im anschließenden Interview bei "MagentaSport" trotz der irren Schlussphase aber ganz cool: "Mich freuts einfach", sagte der 30-Jährige, nachdem er den wuchtigen, aber nicht sonderlich platzierten Schuss von Uerdingens Kolja Pusch mit hochgerissenem Fuß abwehren konnte.

Denn neben der Tatsache, dass er Hansa den Sieg rettete, war es im 13. Versuch der erste Elfmeter, den Kolke im Hansa-Trikot parierte. "Da ist eine Last von mir abgefallen", so der 30-Jährige, der seit 2019 bei elf Strafstößen machtlos war und einmal davon profitierte, dass der Schütze vergab. Insgesamt konnte Kolke in der 3. Liga bereits 14 Elfmeter abwehren – absoluter Bestwert.

Schlüsselmoment?

Ebenfalls keinen unerheblichen Anteil am Auswärtssieg hatte Pascal Breier, der als Ersatz für den verletzten John Verhoek in der 67. Minute das Tor des Tages erzielte. Zwei Einzelleistungen brachten Hansa somit drei wichtige Punkte im Kampf um die 2. Liga ein. "Es macht uns stark, dass wir alle zusammenhalten", lobte Trainer Jens Härtel die Mentalität seiner Mannschaft, sah während der 90 Minuten aber eine "permanente Achterbahnfahrt". So habe sein Team zunächst "zu viele hektische Entscheidungen" getroffen und "zu viele Situationen" zugelassen, sei nach dem Tor dann besser reingekommen, ehe es am Ende "wild" wurde – allerdings zum wiederholten Male mit einem guten Ende für die Kogge: "Wir sind sehr glücklich, dass wir die drei Punkte mitgenommen haben." Unverdient sei der Sieg "auf keinen Fall", so Härtel. "Dass Markus Elfmeter halten und Fehler ausbügeln kann, wissen wir."

Ob der gehaltene Elfmeter ein Schlüsselmoment für den Aufstieg werden könnte, vermochte der Hansa-Coach noch nicht zu bewerten: "Es könnte ein Schlüsselmoment werden, aber wir haben noch elf Spiele." Doch wer solche Spiele gewinnt … Wichtig sei, dass "wir weiter marschieren und jetzt nicht bequem werden", so Härtel. "Wir müssen dran bleiben, die anderen lassen auch nicht nach."

Sieben Punkte vor Rang 4

Durch den neunten Sieg in den letzten elf Spielen hat sich Hansa in der Tabelle bei einem Spiel mehr wieder an Ingolstadt vorbeigeschoben und liegt als Zweiter vorerst sieben Zähler vor Rang vier. Die Chancen, in diesem Sommer nach langen neun Jahren in die 2. Bundesliga zurückzukehren, stehen also nicht schlecht. Entschieden ist aber noch lange nichts: "Wir wollen es laufen lassen und so viele Punkte wie möglich holen", gab Kolke, der Hansa in dieser Saison schon mehrere Punkte durch Glanzparaden rettete, die Richtung vor.

Die nächsten drei Punkte gibt es am kommenden Montag bei Türkgücü München zu holen. Während Nico Neidhart nach der ersten roten Karte seiner Karriere gesperrt fehlen wird, steht hinter dem Einsatz von Jan Löhmannsröben noch ein Fragezeichen, nachdem er angeschlagen vom Platz musste. Doch dass Hansa Ausfälle mit viel Mentalität ersetzen kann, haben die Norddeutschen in dieser Saison schon mehrfach unter Beweis gestellt.

   
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