Fünf Fragen: Das erwartet uns am 5. Spieltag

Die Hinrunde dürfte für manche Fußballfans in der 3. Liga mehr als zäh werden – aufgrund des DFB-Pokals hat die Spielklasse ihre erste Pause hinter sich. Insgesamt drei Länderspielpausen werden in den kommenden Wochen und Monaten folgen, die erste bereits nach zwei weiteren Spieltagen. Grund genug, sich doppelt auf die Wochenenden zu freuen, an denen gespielt wird. Der 5. Spieltag beinhaltet nahezu alles, um ihm gespannt entgegenblicken zu können.

Der 5. Spieltag

Ob echte Spitzenspiele, das Aufeinandertreffen von Klein gegen Groß oder das Bemühen der Kellerkinder, mit dem ersten Saisonsieg die Sorgenfalten von der eigenen Stirn zu vertreiben: Der Mix in der Liga ist beachtlich. Man nehme etwa Fortuna Köln: Die Domstädter empfangen mit zehn Punkten auf dem Konto den Karlsruher SC. Kommt dieser nun auf Touren oder lässt er den Abstand nach oben wieder größer werden? Bremen II und der SV Wehen Wiesbaden liefern sich das Topduell des Spieltags. Halle, Erfurt, Lotte und Würzburg wollen hingegen allesamt in Heimspielen ihre Sieglos-Serie beenden, bevor sich die Situation zu einer handfesten Krise ausweitet…

Frage 1: Behält Fortuna Köln am Freitagabend seine weiße Weste?

Drei Teams sind bisher ohne Niederlage durch die Saison gekommen – eines davon ist Fortuna Köln. Das kommt durchaus überraschend, wurde die Elf von Trainer Uwe Koschinat doch nach einer Rückrunde zum Vergessen und dem Fast-Abstieg immer wieder als Regionalliga-Anwärter genannt. Umso emsiger erarbeiten sich die Fortunen nun mit Glück und Geschick Punkt um Punkt. Gegen den favorisierten Karlsruher SC soll es zumindest ein weiterer Zähler sein, insgeheim wird natürlich auf den nächsten Dreier gehofft. Denn das sollte dem KSC möglicherweise noch mit auf den Weg gegeben werden: Als Favoritenschreck ist Fortuna Köln speziell im eigenen Stadion bekannt wie berüchtigt. Hier stolperten unter anderem bereits Arminia Bielefeld, der VfL Osnabrück oder der 1. FC Magdeburg in ihren besten Phasen.

Frage 2: Bremen oder Wiesbaden – wer holt sich das Spitzenspiel?

Spitzenspiel oder Verfolgerduell? Nach vier Spieltagen ist die Beurteilung gewiss nicht leicht, wenn der Dritte Werder Bremen II auf den Fünften SV Wehen Wiesbaden trifft. Bremen ist punktgleich mit Spitzenreiter Paderborn, Wiesbaden lauert nach der vermeidbaren Niederlage in Karlsruhe mit einem Zähler Abstand. Während die Reserve der Hansestadt nach dem glücklichen 1:0-Erfolg in Münster eine Auszeit nehmen durfte, tankte Wiesbaden mit einem völlig verdienten 2:0 über Erzgebirge Aue nicht nur sein Selbstvertrauen auf, sondern ließ eine ordentliche Summe auf das Vereinskonto sprudeln. Sollte in diesem Zuge ein später Königstransfer ermöglicht worden sein, wird allen voran Wiesbaden eine dauerhafte Mitfavoritenrolle nicht abschwören können. Ob die Qualität gegen den Lauf der jungen Bremer ausreicht?

Frage 3: Überlebt die plötzliche Osnabrücker Euphorie den nächsten Ligaspieltag?

In der 3. Liga pfui, im DFB-Pokal hui: Der VfL Osnabrück pendelt zwischen den Extremen. Während die Elf von Joe Enochs nach vier Spieltagen noch immer keinen Sieg aufweist und zusätzlich einen Negativrekord bei den kassierten Toren aufstellte, zeigte sich im Pokal ein völlig anderes Gesicht: Gegen den Hamburger SV hielt das Abwehrbollwerk trotz Unterzahl über 70 Minuten den Laden weitestgehend dicht, sämtliche Nadelstiche in der Offensive trafen den HSV ins Herz – Lila-Weiß sorgte für die größte Pokalüberraschung der ersten Runde. In Chemnitz kann diese kurzzeitige Euphorie ihr schnelles Ende finden, selbst ein Remis hilft dem VfL aktuell kaum weiter. Neuzugang Adam Susac soll dort die wacklige Defensive weiter stabilisieren. Im Übrigen steht auch der CFC unter Druck, sammelte aus den letzten drei Partien nur noch einen Punkt. Die Himmelblauen kassierten im Pokal gegen den FC Bayern ein 0:5 – nicht unbedingt ein Muntermacher für den Ligabetrieb.

Frage 4: Holt Preußen Münster seinen ersten Sieg gegen den 1. FC Magdeburg?

Vier Mal standen sich Preußen Münster und der 1. FC Magdeburg in den beiden Jahren seit dem Drittliga-Aufstieg des FCM gegenüber. Die ernüchternden Ergebnisse aus Sicht des SCP: 0:3, 1:2, 2:3 und 0:1. Klar, dass Magdeburg mit seinen vier Pflichtspielsiegen im Rücken – darunter das 2:0-Weiterkommen über Bundesligist FC Augsburg im DFB-Pokal – seine Serie gerne ausbauen und die internen Ambitionen damit untermauern würde. Wenn der Siebte beim Sechsten gastiert, lässt sich die Konstellation durchaus als Verfolgerduell bezeichnen. Der FCM wird wissen: Im heimischen Stadion ist Münster generell stark unterwegs, ganz ähnlich wie der Fußballclub selbst. Vertrauen können beide Mannschaften auf ihre „Prunkstücke“ im Sturmzentrum: Adriano Grimaldi holte sich beim SCP in den ersten Wochen Bestnoten ab. Christian Beck brach nach einigen mannschaftsdienlichen Leistungen den persönlichen Bann gegen Augsburg. Gut möglich, dass die Partie von den beiden Topstürmern entschieden wird…

Frage 5: Wie gehen die SF Lotte mit dem neuen Druck um?

Tabellenletzter und nur Zuschauer im DFB-Pokal: Die letzten beiden Wochen durften die Sportfreunde Lotte getrost abhaken. Einzig positiv vermerkt werden durfte der deutliche 8:1-Erfolg im Landespokal, außerdem machen die Neuverpflichtungen Michael Schulze und Marcus Piossek Mut. Dass diese auch kurzfristig als Verstärkung taugen, müssen die beiden schon am kommenden Sonntag offenbaren: Carl Zeiss Jena reist gen Nordwesten, kommt mit vier Zählern im Gepäck. Das reicht, um nach vier Spieltagen in der oberen Tabellenhälfte zu stehen. Aber so verrückt ist diese 3. Liga nun einmal: Sollte die Rote Laterne Lotte ein überzeugendes 3:0 einfahren, würden sich die Mannen um Coach Marc Fascher sogar vor die Thüringer schieben.

   
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