Fünf Fragen: Das erwartet uns am 4. Spieltag

Zehn Sieger und zehn Verlierer brachte eine bemerkenswerte Englische Woche hervor. Denn – ist es euch aufgefallen? Sechsmal ging die Auswärtsmannschaft in dieser so heimstarken Spielklasse als Gewinner vom Platz, eine echte Rarität. Die Folge ist an der Tabelle schnell abzulesen: Während sich die eine Hälfte der Liga mit verbreitet sieben und teils sogar neun Zählern aus den ersten drei Punkten auf den oberen Positionen tummelt, klafft zwischen dem neunten und zehnten Platz eine Lücke von drei Zählern – kein einziges Team hat die Durchschnittsbilanz von einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage erreicht.

Der 4. Spieltag

Für den vierten Spieltag ist die Ausgangslage damit eindeutig: Zehn Teams haben einen Fehlstart erlitten, acht (!) stehen noch ohne Sieg dar. Das kann, aber muss sich trotz einiger direkter Duelle nicht ändern. Als absolute Highlights gelten gewiss die Duelle zwischen den stark gestarteten Herausforderern und den schwächelnden Absteigern: Der Karlsruher SC (ein Punkt) empfängt den makellos aus den Startlöchern gekommenen SV Wehen Wiesbaden. Die Würzburger Kickers (zwei Punkte) reisen zum aufstrebenden 1. FC Magdeburg (sechs Punkte). Die Spitzenspiele liefern sich derweil, wer hätte das gedacht, Münster und Bremen II sowie Paderborn und Großaspach. Verrückte Liga!

Frage 1: Behält Wiesbaden seine weiße Weste in Karlsruhe?

Dieses Spiel hat es in sich! Der SV Wehen Wiesbaden muss am Samstagnachmittag zum Karlsruher SC reisen. Vor der Saison wäre jeder als Außenseiter in den Wildpark gefahren, aber gilt dies auch für Rüdiger Rehm und Co.? Während Wiesbaden ohne Punktverlust und sogar ohne Gegentor aus den ersten drei Spielen gekommen ist, musste der KSC in jeder Partie mindestens zwei Treffer einstecken – die Kritik an Marc-Patrick Meister wird nach dem verpatzten Auftakt nicht geringer. Wiesbaden mit all seinem Selbstbewusstsein und der durchaus vorhandenen individuellen Qualität im Kader kommt zu einer absoluten Unzeit und ist die schwerstmögliche Aufgabe für die Blauen aus Baden, die auch in Bremen zeigten, dass sich Abstimmung und Zusammenspiel noch längst nicht auf einem zufriedenstellenden Niveau bewegen. Nach aktuellem Stand ist ein Punkt für Wiesbaden sehr realistisch und selbst ein Ausbau der grandiosen Startserie nicht unmöglich.

Frage 2: Können die Würzburger Kickers in Magdeburg ihren Negativlauf beenden?

Unglaublich und zum Kopfschütteln: Die Würzburger Kickers können dem neutralen Beobachter nur noch leidtun. Seit unfassbaren 20 Spielen warten die Unterfranken auf ihren ersten Sieg des Jahres 2017 – es will einfach nicht funktionieren in diesem Teufelsjahr. Denn nicht nur gegen Werder Bremen II (1:1), sondern auch gegen Preußen Münster (0:1) zeigte sich Würzburg mindestens phasenweise deutlich überlegen. Allein die Chancenverwertung kostete den dreifachen Punkterfolg und setzt die Kickers und Trainer Stephan Schmidt damit deutlich unter Zugzwang – ein Zähler aus zwei Heimspielen ist zu wenig. Ähnlich wie für Karlsruhe gilt allerdings für den FWK: Der kommende Gegner wird Würzburg überhaupt nicht gefallen. Es geht zum heimstarken 1. FC Magdeburg, der nach zwei Siegen in Serie ordentlich Euphorie getankt hat und mit über 15.000 Fans mächtig Rückendeckung erhalten wird. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Aufstiegsambitionen in Würzburg vor dem Pokal-Auswärtsspiel gegen Bremen in Offenbach einen weiteren Dämpfer erhalten werden…

Frage 3: Wie lange hält die Ungeschlagen-Serie von Steffen Baumgart?

Im krassen Gegensatz zu den Würzburger Kickers steht der SC Paderborn, der den Absturz vor einem Jahr erlebte. Mittlerweile ist er nach kuriosen Monaten rehabilitiert, soviel lässt sich feststellen. Urheber der neuen positiven Grundstimmung: Übungsleiter Steffen Baumgart, unter dessen Leitung die Ostwestfalen schlichtweg nicht mehr verlieren können und darüber hinaus auch noch richtig attraktiven Drittliga-Fußball bieten. Belohnt haben sie sich mit etwas Glück bei den Sportfreunden Lotte, sodass zum Spitzenspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach zwei Teams mit jeweils sieben Punkten aufeinandertreffen. Alle Welt geht davon aus, dass sich der Sportclub im Heimspiel wieder von seiner guten Seite präsentieren wird. Doch Obacht: Großaspach ist seit Jahren ein bekannter Schreck für Auswärtsteams. Die Baden-Württemberger warten nur darauf, dass ihre euphorisierten Gegner ins offene Messer laufen.

Frage 4: Bei welchen Teams setzt sich der Fehlstart fort?

Zwickau, Erfurt, Osnabrück und Halle stecken als vier von insgesamt sieben Teams im Tabellenkeller fest, haben jeweils einen Zähler aus den ersten drei Partien mitbringen können. Nun treffen die beiden Erst- sowie die beiden Letztgenannten in direkten Krisengipfeln aufeinander. Schwer zu sagen, wer favorisiert ist…

In Zwickau dürfte es der heimische FSV sein, der immerhin stets gute Ansätze zeigte. Rot-Weiß Erfurt übte sich derweil bisher in chronischer Harmlosigkeit – es wird eine Mammutaufgabe, den Klassenerhalt ein weiteres Mal zu sichern. Mit Osnabrück und dem Halleschen FC treffen zusätzlich zwei Mannschaften aufeinander, die insgeheim eher mit der oberen Tabellenhälfte geplant hatten. Zwei Teams aus diesem Topf werden mindestens sieglos bleiben, aber auch Würzburg, Karlsruhe sowie Meppen und Lotte – die restlichen Sieglos-Teams – erwarten schwere Aufgaben, viele müssen auswärts ran. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass eine Handvoll Mannschaften sieglos in die erste Ligapause gehen wird.

Frage 5: Setzt Fortuna Köln den unerwarteten Höhenflug weiter fort?

Fortuna Köln ist zweifellos die Überraschung der noch jungen Saison: Mit neun Punkten aus drei Spielen feierten die Südstädter einen Start ohne Fehl und Tadel, die Schießbude der letzten Saison kassierte noch kein einziges Gegentor. Es ist nicht zu erwarten, dass Köln dieses Niveau in den kommenden Monaten wird halten können – schon im Auswärtsspiel bei der SpVgg Unterhaching könnte die gegentorfreie Serie brechen. Haching allerdings steht selbst unter Zugzwang: In zwei der drei bisherigen Spiele erzielte die Elf um Trainer Claus Schromm kein eigenes Tor. Eine weitere Niederlage würde ebenso einen Fehlstart in die 3. Liga bedeuten.

 
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