"Fühlt sich extrem kacke an": Viktoria Berlin im Tal der Tränen

Für Viktoria Berlin ist das Abenteuer 3. Liga schon nach einem Jahr wieder beendet. Nach dem 3:4 gegen den SV Meppen war der Aufsteiger im Tal der Tränen, richtete die Blicke aber schon wieder nach vorne. 

Sieg hätte nicht gereicht

Als Tobias Gunte in der Schlussphase binnen fünf Minuten mit einem Doppelpack für den Ausgleich sorgte, war sie plötzlich da, die große Hoffnung auf den Klassenerhalt. Nur noch ein weiteres Tor, und die Himmelblauen hätten ihren Anteil zur Rettung am letzten Spieltag geleistet. Doch weil Richard Sukuta-Pasu in der Nachspielzeit das 4:3 für den SVM erzielte, war die Hoffnung schnell wieder dahin. Und selbst wenn die Viktoria die Partie noch für sich entschieden hätte: Weil der SC Verl gegen den MSV Duisburg einen Punkt holte, hätte ein Sieg ohnehin nichts genützt. In der Endabrechnung fehlten drei Zähler und neun Tore zum Klassenerhalt.

Als Schiedsrichter Patrick Ittrich die Partie dann abpfiff, sanken die Spieler zu Boden. Manch einer weinte bittere Tränen des Abstiegs und musste von Meppenern getröstet werden. "Es ist kein gutes Gefühl", wählte Trainer Farat Toku bei "MagentaSport" überaus diplomatische Worte. "Wichtig war, dass die Jungs nochmal alles reingehauen haben. Am Ende fehlte das Glück." Allein dreimal scheiterten die Berliner am Aluminium. Die Chancen auf einen Sieg waren also durchaus da. "Es sollte nicht sein", meinte Toku.

"Tut unheimlich weh"

Björn Jopek verspürte derweil eine "unheimliche Leere" und blickte auf ein "sehr anstrengendes Jahr" zurück, das am Ende "zermürbend" gewesen sei. Rückblick: Nach neun Punkten und 10:1 Toren aus den ersten drei Spielen grüßte die Viktoria von der Tabellenspitze. Bis zum 11. Spieltag hielten sich die Himmelblauen unter den Top3, ehe ein beispielloser Absturz einsetzte. Seit Oktober holte Berlin aus 26 Partien lediglich 20 Punkte und rauschte einmal durch die komplette Liga.

Ausgerechnet vor dem letzten Spieltag rutschten die Hauptstädter dann zum ersten Mal in dieser Saison unter den Strich. Einfach nur Pech? "Wenn man 38 Spieltagen unter dem Strich steht, ist das kein Pech", meinte Christoph Menz und sprach von einem "Scheiß Gefühl". Jopek schob nach: "Immer wenn man dachte: 'Schlimmer kann es jetzt nicht mehr kommen', kam doch noch was. Das tut unheimlich weh." An der fehlenden Erfahrung im Team habe es nicht gelegen. "Wir hatten die Qualität." Das stellte die Viktoria zu Saisonbeginn eindrucksvoll unter Beweis. Am Ende reichte es dennoch nicht.

Blick nach vorne

"Die kleine Chance, die wir hatten, haben wir nicht genutzt", musste Sportdirektor Rocco Teichmann feststellen. Der Abstieg sei angesichts von lediglich 15 Punkten aus der Rückrunde "sicherlich nicht unverdient", fühle sich allerdings "extrem kacke" an, so der 36-Jährige. "Wir gehen nicht gerne zurück in die 4. Liga." Zeitgleich war Teichmann aber darum bemüht, die Blicke schnell nach vorne zu richten: "Wir werden daran arbeiten, wieder schöne Geschichten zu schreiben." Ob eine dieser Geschichten die zeitnahe Rückkehr in die 3. Liga sein wird, vermochte Berlins Sportdirektor noch nicht zu sagen, ließ aber durchblicken, daran in den nächsten Jahren arbeiten zu wollen: "Das hat so viel Spaß gemacht, dass wir schon gerne mal wieder dran teilnehmen wollen."

Die Konkurrenz in der Regionalliga Nordost ist mit Vereinen wie Carl Zeiss Jena, Energie Cottbus und dem Chemnitzer FC allerdings groß. Auch der BFC Dynamo würde, sollten die Berliner in der Relegation scheitern, in der kommenden Saison einen neuen Anlauf nehmen. Hinzukommt, dass der Meister auch in der neuen Spielzeit nicht direkt aufsteigt. Der Weg zurück dürfte also nicht einfach werden. Zumindest finanziell sind die Berliner durch Investor Zeljko Karajica aber abgesichert.

   
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