FSV Zwickau: Bei Geisterspielen droht die Insolvenz

Auf rund eine Million Euro beziffert der FSV Zwickau den drohenden Verlust, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden. Dennoch sprechen sich die Westsachsen weiterhin für einen Abbruch der Spielzeit aus, da Geisterspiele wohl den endgültigen Ruin bedeuten würden.

Geisterspiele "überhaupt keine Option"

Schon vor zwei Wochen hatte der FSV Zwickau als erster Drittligist für einen sofortigen Abbruch der aktuellen Serie plädiert. Zwar wäre eine Verlust in Millionen-Höhe die Folge, doch die Spiele bis zum Ende ohne Zuschauer auszutragen, ist für die Schwäne "überhaupt keine Option", wie Vorstandssprecher Tobias Leege gegenüber "Tag24" betont: "Sollte dieser Fall eintreten, ist der Gang zum Insolvenzgericht unumgänglich."

Das Problem: "Mit Rückkehr zum Spielbetrieb gehen wir aus der Kurzarbeit heraus, hätten die vollen Personalkosten zu tragen, gleichzeitig aber keine relevanten Einnahmen, die dem entgegenstehen." Zwar könnte der FSV die Werbeleistungen für seine Sponsoren weitgehend erbringen, doch dies wiegt die Personalkosten offenbar nicht auf. Schließlich würden den Westsachsen im Falle von Geisterspielen 540.000 Euro an Zuschauereinnahmen verloren gehen. 

Darlehen löst Problem nicht

Daher sei ein Abbruch "für uns bei wirtschaftlicher Betrachtung die beste Option, da die Kosten des Personals vom Kurzarbeitergeld getragen werden, keine Spieltagskosten entstehen und die sonstigen Fixkosten, wie Stadionmiete erlassen oder gestundet werden können", rechnet Leege vor. Zwar hat der FSV ein Darlehen beantragt, allerdings ist noch offen, ob die Liquiditätshilfemittel gewährt werden. Doch selbst wenn die Daumen bei der Bank nach oben gehen sollte, wären die Probleme damit langfristig nicht gelöst. Schließlich müsste der FSV das Geld inklusive Zinsen zurückzahlen. "Das wäre eine zusätzliche Belastung auf der Ausgabenseite, bei voraussichtlich sinkenden Erträgen", betont Zwickaus Vorstandssprecher.

So oder so wird wohl kein Weg daran vorbei führen, "das Gesamtbudget zu reduzieren und am Kader der 1. Mannschaft zu sparen". Unterstützung von Investoren durch die vor dem Abschluss stehende Ausgliederung wird es erstmal nicht geben: "Die Prämissen der Investoren haben sich vorerst verschoben. Alles wurde auf Eis gelegt", so Leege. Keine einfachen Zeiten für die Westsachsen, die wie viele Vereine darauf hoffen, dass die Saison vielleicht doch mit Zuschauern zu Ende gespielt werden kann.

 
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