Frymuth kritisiert Abbruchs-Befürworter und mahnt

Während in der Bundesliga und der 2. Liga bereits ab dem 16. Mai wieder gespielt wird, ist in der 3. Liga weiterhin offen, ob und wann der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann. Der DFB hat nun einen ersten Zeitplan für die kommenden Tage bekanntgegeben. Derweil kritisiert Vize-Präsident Peter Frymuth die Gegner einer Saison-Fortsetzung – und mahnt.

Eine Frage des Wollens?

Auch wenn zur 3. Liga keine Entscheidung getroffen wurde, wertet Frymuth das grüne Licht der Politik in einem Interview auf der DFB-Homepage "als positives Signal". Der DFB geht davon aus, dass auch die Drittliga-Saison in Kürze fortgesetzt werden kann: "Auf dieses Ziel arbeiten wir unverändert hin, das ist unser Auftrag als Verband und das ist auch der Auftrag, der uns über die abgefragten Meinungsbilder bei den jüngsten Managertagungen der beiden Ligen mit auf den Weg gegeben worden ist", sagt Frymuth und zeigt sich "optimistisch".

Was dem DFB-Vize allerdings nicht gefällt, ist der erneut entfachte Streit unter den Klubs über die Fortsetzung der Saison. Magdeburg, Halle, Münster, Jena und Mannheim etwa äußerten öffentlich, dass die Umsetzung des Hygienekonzepts an ihrem Standort nicht möglich sei. In Thüringen (bis zum 25. Mai) und Sachsen-Anhalt (27. Mai) wurde zudem jeglicher Wettkampfbetrieb untersagt. "Festzuhalten ist, dass alle Äußerungen in diese Richtung aus Standorten kommen, die sich seit Wochen klar für einen Saisonabbruch aussprechen", stellt Frymuth fest. Die Klubs, die konzentriert an einer möglichen Fortsetzung der Saison und dem Erhalt der 3. Liga als Profiliga arbeiten, kommen dem DFB-Vize "viel zu kurz". Dabei handele es sich um die Mehrheit der Vereine. Konkret können sich 13 Klubs eine Fortsetzung der Saison vorstellen – sieben sind strikt dagegen.

Zudem merkt Frymuth an: "In all den Diskussionen sei auch die Frage erlaubt, ob es tatsächlich darum geht, etwas nicht umsetzen zu können oder eher darum, es nicht zu wollen." Der 63-Jährige hofft, dass die am Mittwoch beschlossenen Lockerungen "ein neues Licht auf die Diskussionen" werfen: "Ich denke hierbei vor allem an den getroffenen Beschluss, dass viele Freiluftsportanlagen in Deutschland öffnen dürfen und die dortigen Amateurvereine ihren Trainingsbetrieb unter Auflagen wieder aufnehmen können."

Frymuth fehlt "konstruktive Vorstellung"

Über die Tatsache, dass die Sachlichkeit in den vergangenen Tagen erneut auf der Strecke geblieben ist, zeigt sich Frymuth enttäuscht: "Das schadet der gesamten Liga und damit auch jedem einzelnen Klub." Was dem früheren Vorstandsvorsitzenden von Fortuna Düsseldorf bei den Befürwortern eines Saisonabbruchs zudem fehlt, "ist eine konstruktive Vorstellung, wann und wie die 3. Liga dann wieder Fußball spielen soll, wenn wir jetzt aus freien Stücken sagen, wir können nicht mehr weiterspielen".

Zudem erinnert Frymuth daran, "dass wir uns im Sport alle an festen Grundsätzen zu orientieren haben." Zum einen gehe es darum, Einzelinteressen nicht über das Gesamtinteresse einer Liga zu stellen, zum anderen "sollte es immer das Ansinnen von Verbänden, Vereinen und Aktiven im Sport sein, dass die sportlichen Entscheidungen auf dem Spielfeld fallen und nicht am grünen Tisch. Diesen Grundgedanken lassen einige aktuell vermissen". Außerdem verweist Frymuth auf die Satzung des DFB: Spielbetrieb organisieren, durchführen und sicherstellen, heißt es darin. Auch im Zulassungsvertrag der 3. Liga sei klar geregelt: "Der DFB hat die Pflicht, Spielbetrieb anzubieten – sofern nicht durch höhere Gewalt oder Behörden verboten. Gleichzeitig sind die Vereine der Liga verpflichtet, am angebotenen Spielbetrieb teilzunehmen."

Konzepte deckungsgleich

Die Forderung von Bund und Ländern, der DFB müsse ein Konzept für die 3. Liga vorlegen, irritiert Frymuth: "Das vorliegende Gesundheits- und Hygienekonzept war vom ersten Tag an die gemeinsame Arbeit von DFL und DFB." Daher gelte es sowohl für die Bundesligen als auch für die 3. Liga. "Einziger Unterschied in den Konzepten ist, dass für die drei definierten Zonen im Stadionbereich in unseren Spielklassen weniger Personen vorgesehen sind als in Bundesliga und 2. Bundesliga." Sonst seien die Vorgaben und Umsetzungen deckungsgleich. Um diesbezüglich für Klarheit zu sorgen, hat der DFB die Papiere den zuständigen Behörden nun noch einmal separat zugeschickt. Zudem seien laut Frymuth alle Vereine angeschrieben und mit weiteren Unterlagen versorgt worden. "Die Vereine, die noch keinen Hygienebeauftragten benannt haben, sind angehalten, dies nun schnellstmöglich zu tun."

Die Kosten für die anstehenden Corona-Tests will der DFB wie angekündigt zentral mit den Geldern aus dem DFL-Solidarfonds zahlen. "Der Restbetrag wird ohne jegliche Abzüge an die Klubs ausgezahlt und zwar als Starthilfe für die Durchführung der weiteren Spiele der Saison", erläutet DFB-Schatzmeister Dr. Stephan Osnabrügge. "Diese Auszahlung soll anteilig nach jedem durchgeführten Spieltag erfolgen."

Testungen nächste Woche?

Der Zeitplan für die kommenden Tage sieht nun wie folgt aus: Am Donnerstag hat zunächst der Ausschuss 3. Liga das weitere Vorgehen abgestimmt – zu den Einzelheiten machte der DFB keine Angaben. Frymuth erklärt aber: "Um für den erhofften Fall der Saisonfortsetzung vorbereitet zu sein, arbeiten wir parallel zu den Gesprächen und Entscheidungsprozessen weiter." Am Freitag tagt der DFB-Spielausschuss. Dabei wird es unter anderem um die Anpassung des Rahmenspielplans gehen, über den das DFB-Präsidium nächste Woche offiziell entscheiden soll.

Darüber hinaus ist am Freitag eine Videokonferenz mit den Geschäftsführern, sportlichen Leitern und Hygienebeauftragten angesetzt. Frymuth hofft, dass die Testungen "gegebenenfalls bereits am 11. oder 12. Mai beginnen" können. Nach der zweiten Testung wenige Tage später könnte dann grundsätzlich wieder das Mannschaftstraining starten. Frühestens ab dem 23. Mai könnte dann wieder gespielt werden, sodass ein Saisonabschluss bis Ende Juni mit fünf Englischen Wochen in Folge möglich ist – wenn die Behörden grünes Licht geben. Bei einem späteren Start müsste die Saison bis in den Juli hinein verlängert werden.

   
  • Frankz

    Bisher war der DFB mir so ziemlich wurscht.
    Man weiß es gibt ihn, manche mögen ihn, viele mögen ihn nicht.
    Zu letzterer Gruppe geselle ich mich jetzt auch.
    Ich mag nicht, dass der DFB mit den Fingern auf Vereine zeigt, die für einen Abbruch der Liga votieren. Ich mag ihn nicht, weil er damit sein eigenes Versagen in der Organisation des Spielbetriebs auf die von ihm ausgemachten Sündenböcke (FCM, HFC, Jena… usw.) einfach abschiebt. Mit solcher Stimmungsmache werden „Verschwörungstheoretiker“ zu spekulativen Äusserungen animiert und Fans der jeweiligen Lager lassen sich zu gegenseitigen Vorwürfen herab.

    Die Ansage der Politik war unmissverständlich. Soll neben den Bundesligen auch die 3. Liga ihre Saison mit Geisterspielen fortsetzen dürfen, müsse der Deutsche Fußball-Bund (DFB) dafür „tragfähige Zukunftskonzepte“ entwickeln.“
    Was hat der DFB seit diesem Satz auf der Ministerkonferenz vom 06.05.20 getan?
    Er verweist auf das gefälligst umzusetzende Hygienekonzept und meint damit alle Probleme gelöst zu haben. Hat er das?
    Keine Zuschauereinnahmen, dafür hohe Kosten durch das Hygienekonzept und den Spielbetrieb. Da reicht die angedachte Finanzhilfe von 300.000 Euro pro Club, die der DFB nach einem unklaren Schlüssel verteilen will, nicht aus.
    Aber das eigentliche Problem:
    Anders als bei den Bundesligen liegt die Entscheidung in der 3. Liga bei den Ländern und örtlichen Gesundheitsämtern.
    In den Ländern Thüringen (bis 25. Mai) und Sachsen-Anhalt (bis 27. Mai) ist bis zum Ende des Monats sämtlicher Wettkampfbetrieb untersagt.
    An eine Fortsetzung der Saison noch im Mai ist überhaupt nicht zu denken und damit gibt es auch kein Saisonende am 30.06. Das ist nun mal die momentane Ist-Situation.
    Nimmt der DFB das überhaupt zur Kenntnis???
    Hat sich der DFB über diese unterschiedlichen Verfügungslagen in den jeweiligen Ländern und Gemeinden Gedanken gemacht? Hat er versucht die lokalen Gesundheitsämter bzw. deren Länderchefs mit ins Boot zu holen?
    Eigentlich müsste er sich nun so langsam Gedanken machen wie die Saison nach dem 30.06.20 fortgesetzt werden könnte.
    Es braucht Ansagen was die dann unklare Vertragssituation der Spieler für den Spielbetrieb bedeutet.
    Er könnte mit schlüssigen Konzepten zur Fortführung der Saison auch nach dem 30.06. aus Abbruchbefürwortern Fortsetzungsbefürworter machen.
    DFB?

  • ironimus

    Probiert es doch einfach mal mit der Saison-Fortsetzung. Nachdem es für die 1. und 2. Bundesliga grünes Licht für Geisterspiele gibt, kann man es auch auf die 3. Liga ausweiten. Den Versuch ist es wert, bevor man den Spielbetrieb ganz einstellt. Das kann nur das letzte Mittel sein. Der DFB ist kraft bestehender Regularien nunmal dazu verpflichtet, die Saison zu Ende zu bringen. Man kann ihm dazu Taktieren und mangelnde Führung vorwerfen. Aber ein Großteil der Misere in Liga 3 ist hausgemacht. Während die Vereine der 1. und 2. Bundesliga zumindest nach aussen ein solidarisches Bild abgeben, mangelt es daran in der 3. Liga völlig. Bürgermeister, Vereinspräsidenten, Sportvorstände, Trainer, Spieler und was sonst noch alles: Jeder haut seine Meinung öffentlich heraus und beansprucht sie als allein verbindlich.

    • PeterPlys

      Da hast du Recht. Die Misere ist hausgemacht. Auch vom DFB. Die Vereine der 3. Liga leben von Zuschauer- und Sponsoreneinnahmen. Jedes Geisterspiel ist ein Minusgeschäft. Die TV-Gelder für die DFL betragen 2019/20 insgesamt 1,16 Milliarden Euro Die sind nicht auf Zuschauereinnahmen angewiesen. In der 3. Liga kassiert jeder Verein ca. 1,3 Millionen Euro. Da kannst du dir ausrechnen, was für die restlichen 11 Spiele noch ankommt…

  • Ingo Schuh

    Es ist ja schon auffallend, dass gerade die Vereine an keiner Lösung arbeiten um den Spielbetrieb (das ist ja der eigentliche Sinn einer professionellen (!) Fußball-Liga, eben dass man Fußball spielt) sicherzustellen und weiterzuführen, die abgeschlagen und nicht ligatauglich oder in höchster Abstiegsnot sind wie Halle, Jena, Großaspach, Magdeburg etc. oder sich eben von einem Abbruch etwas erhoffen wie Mannheim. Das hinterlässt bei neutralen Beobachtern wie mir einen richtig faden Beigeschmack und lässt das eigentliche Thema, ob es überhaupt möglich weiterzuspielen, in den Hintergrund rücken. Mir ist auch nicht ganz klar was der SInn ist die Liga abzubrechen? Klar, wenn es am Ende nicht geht, dann muss sie halt abgebrochen werden, aber wenn man größten Einsatz reinsteckt die 3. Liga und seinen Arbeitsplatz endgültig gegen die Wand zu fahren das ist schon fragwürdig.
    Erhofft man sich den Klassenerhalt am grünen Tisch? Was anderes kann ich mir nicht vorstellen oder? Ich bin der Meinung, dass ein freiwilliger Abbruch der 3. Liga das Ende der Liga und vieler Vereine wäre.

    • Philipp Schramm

      Wenn Fußball wichtiger ist, als vieles andere, was derzeit nicht erlaubt ist, dann läuft irgendetwas ganz gewaltig schief.

      Die Vereine, die pro Abbruch sind, würden auch liebensgerne spielen, aber eben halt nicht unter den derzeitigen Bedingungen.

      • Ingo Schuh

        Naja, es gibt schon ein paar Vereine die doch vehement den Abbruch fordern und keine, so kommt es beim neutralen Beobachter an, Energie reinstecken wie man die Liga und seinen Arbeitsplatz retten könnte. Die haben doch gar kein Interesse daran. Auffallend ist, dass das alles Teams sind die so gut wie abgestiegen sind oder mit dem Rücken zur Wand stehen. Da liegt der Verdacht nahe, dass man durch einen Abbruch die eigene Haut so retten möchte. Da braucht man gar nicht auf den geldgeilen DFB schimpfen, die Vereine die sich so retten wollen haben auch nur ihre eigenen Interessen im Auge. Eine gute Außendarstellung ist das nicht, gerade Waldhof Mannheim blamiert sich bis auf die Knochen, gefolgt vom Halleschen FC (den ich eigentlich bisher ganz kultig fand)

      • Philipp Schramm

        Aha, der SVW Waldhof Mannheim kämpft also gegen den Abstieg? Alles klar. Mannheim steht auf Platz 2 und fordert ebenso den Abbruch, wie Halle, Jena und Magdeburg.

      • Kunibert78

        Über den guten SV Waldhof braucht man kein Wort mehr verlieren. Die haben ihr Image in den letzten Wochen zur Genüge beschädigt und werden ja Trauer bedingt und gesellschaftlicher Verantwortung bis auf Weiteres auch nicht mehr an irgendeinem Spielbetrieb teilnehmen. Von daher – tschüssi

      • Chemiker 1966

        Es ist immer wieder erstaunlich,wie die Tatsachen verdreht werden. Die Vereine, die für einen Abbruch stimmen sind die Hände gebunden. Am Beispiel von Halle. Der Oberbürgermeister sagte am 02.05. in der Pressekonferenz, dass es keine Sondergenehmigung für den Fussball gibt. Punkt aus.

      • Ingo Schuh

        Naja, es ist halt auffallend, dass es in vielen Städten problemlos möglich wäre den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Zufälligerweise nur nicht in in den Städten, deren Vereine am Abgrund stehen wie Halle oder Münster oder bereits abgestiegen sind wie in Jena. Da kommt dem geneigten Betrachter schon so einiges in den Sinn. Kann natürlich alles Zufall sein. Es ist ja auch legitim, dass man alles versucht seinen Verein zu retten, aber sportlich am grünen Rasen wäre halt schon irgendwie schöner als durch Taschenspieler Tricks am grünen Tisch. Aber wie gesagt, es ist nur so wie es bei mir ankommt, wahrscheinlich täusche ich mich eh..

    • Phillip

      Viele Vereine verlieren einfach zu viel Geld, wenn die Saison fortgesetzt wird. Das wurde nun auch schon mehrfach erläutert. Von 13 Vereinen, die sich eine Fortsetzung vorstellen können, davon sind aber mindestens 3 unter Vorbehalt, sind 10 noch im Rennen um den Aufstieg. Das zeigt doch nur wie verblendet und risikobereit die Verantwortlichen sind, um in die 2. Liga zu kommen. Du kennst den Bericht, dass die 20 Vereine im Schnitt 1,5 Mio Minus gefahren haben letzte Saison? Jetzt ziehe mal die 7 Vereine ab, welche mit einem Plus rausgegangen sind, dann liegst du bei den "Minusvereinen" bei schon 2,3 Mio minus im Schnitt. Wie kann so eine Liga, verantwortet vom DFB, überhaupt noch zukunftsfähig realistisch betrieben werden?

  • Philipp Schramm

    Ich finde, die meisten verstehen das ganze einfach FALSCH.

    Es gibt nachwievor diese Kontaktsperren. In einigen Bundesländern mehr, in anderen weniger. In Sachsen-Anhalt dürfen sich derzeit 5 Personen treffen unter Einhaltung des Mindestabstandes.

    WARUM sollte denn gerade der Fußball eine Sonderregelung bekommen? Weder im Mannschafttraining, noch auf dem Spielfeld können die Abstandregeln eingehalten werden.

    Ich bin nachwievor der Meinung, das es sowohl der DFL und dem DFB lediglich um das Finanzielle geht, NICHT um die Gesundheit der Spieler, Mitarbeiter, etc.

    Kurioserweise häufen sich gerade bei den Mannschaften die positiven Fälle, was Corona angeht. Also wer da immer noch auf den Spielbetrieb beharrt, hat in meinen Augen wirklich ncht mehr alle Tassen im Schrank.

    Vielmehr sollte man die komplette Saison 2019/2010 abbrechen und schon jetzt in aller Ruhe für die nächste Saison planen. So könnten eventuell auch bessere Hygiene-Standards umgesetzt werden, als jetzt mit teilweise Hauruck-Aktionen, die vielen Vereinen sehr viel Geld kosten würden.
    Ob die neue Saison wirklich pünklich zum 01.07.2020 starten kann, steht dabei auch auf einem ganz anderem Blatt.

    • weihnachtsmann

      Nicht abbrechen, einfrieren. Und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen.
      Dass sollte doch den Befürwortern auch gefallen.

    • Kunibert78

      Der Profifussball der ersten beiden Ligen hat diese Sonderregelung längst. Dahingehend ist es wenig glaubwürdig, sie dem Profifussball der Dritten Liga vorzuenthalten. Dieses Schwelgen in moralisch weltfremden Debatten setzt die reale Welt auch nicht außer Kraft. Der Profifussball ist eine wirtschaftliche Branche, wie andere auch. Wie bei wenigen anderen bspw. der Gastro, hat man dort den Publikumsverkehr gesetzlich untersagt. Ergo ist das Geschäftsmodell und das Überleben je nach individueller Finanzlage, nach nicht allzu langer Zeit gefährdet. Sich hier hinzustellen und ein Modell Stillstand Kurzarbeit 0 ohne jegliche belastbare Perspektive als Lösung zu verkaufen, zeugt eher von mangelndem Sachverstand. Verharren bringt hier gar nichts. Dazu gehört auch, Interessen wie den eigenen Wohlstand anzuerkennen, denn andernfalls müssten wir uns alle fragen, warum wir LKW-Fahrern, Supermarkt Kassiererinnen, Gastronomen, Hoteliers oder Friseuren diese Sonderregelung zukommen lassen. Diese Debatte ist scheinheilige Heuchelei.PUNKT

      • PeterPlys

        Nenn mich einen Heuchler, aber für mich sind diese Berufe des "normalen Lebens", die gerade wirklich ums Überleben kämpfen noch etwas anderes als Profifußball. Fußball ist nur die schönste Nebensache der Welt, erst einmal ziemlich unwichtig.

      • Kunibert78

        Was Fußball für Dich oder irgendjemanden bedeutet, ist die eine Sache. Für sich betrachtet, sind es aber auch Firmen, welche sich unabhängig davon, wie wichtig oder unwichtig Du sie empfindest, legitim um Ihr Überleben bemühen dürfen . Kategorisierungen wie "Berufe des normalen Lebens" sind zutiefst subjektive Einstufungen.

      • Philipp Schramm

        Du willst jetzt allen Ernstes einen Profi-Fußballer beruflich gleich stellen mit einem LKW-Fahrer, einer Kassiererin, etc.?

        Kann es sein, das bei dir irgendwas "fehlt"?

        Auf Fußball kann man derzeit sehr gut verzichten, ohne LKW-Fahrer und ohne Kassiererin bekommst du morgen nicht mehr zum einkaufen.

        Merkst du was? Wenn nicht, dann hast du leider immer noch nichts kapiert.

      • Kunibert78

        Bei mir fehlt rein gar nichts. Mag nur Heuchelei nicht. Wir setzen diverse Leute für unser aller Wohl einem weitaus höheren Risiko aus, holen aber bei Fussballspielern mit größerem Schutz die moralischen Bedenken raus. Warum lassen wir nicht also die Friseurin oder den Kneipenwirt auf unsere Kosten daheim. Die haben kein mindere Risiko, sind zudem medizinisch wie wirtschaftlich schlechter versorgt. Diese Doppelmoral ist mit einem Wort scheinheilig, denn hier wird nicht annähernd moralisch gehandelt

      • Philipp Schramm

        Sorry, aber du hast sie echt nicht mehr alle. Solche Leute wie du kann und darf man wirklich nicht ernst nehmen.

        Hier reissen sich viele Leute für uns alle den "Ar…" auf, das unser Leben wieder halbwegs in geordnete Bahnen kommt, und du kommst mit dem Argument, das Fußballer ein kleineres Infektionsrisiko hätten, als andere. Sorry, aber das ist echt schon sehr harter Tobak.

        Nenn mir bitte EINEN triftigen Grund, warum man lieber den Fußball erlauben sollte, als Friseur-Läden oder Gastro-Betriebe zu öffnen.

      • Kunibert78

        Beleidigung als Ausdruck mangelnder Selbstreflexion. Sorry, aber auf diese infantile und absolut durchdachte Art lasse ich mich nicht ein. Die Moral kommt nach dem Fressen. So auch in Deinem Fall. Einfach mal drüber nachdenken, welche Hygienekonzepte, welche medizinische Versorgungsqualität oder Perspektiven im Falle von Berufsunfähigkeit ein Kellner, oder eben die Friseurin, die Kassiererin im Klamottenladen hat. Du reisst hier die Klappe auf und feierst Leute ab, auf deren Kosten Du lebst und deren Risiken Du billigend in Kauf nimmst. Mal dran denken, wenn Du das nächste Mal die Haare schön bekommst. Vielleicht hilft ja ne Kopfmassage. Also höre auf, mir was vom No Go für Fussballer erzählen zu wollen, für welches sachlich nicht viele Gründe gibt, seitdem die Zuschauer aus den Stadien gebannt wurden und stelle Deinen Kompass erst mal richtig.

      • Philipp Schramm

        Zu allererst, lebe ich nicht auf Kosten anderer, ich gehe arbeiten und verdiene meine eigenes Geld. Soviel dazu.

        Was deine Berufsbeispiele angehen, alle diese tragen Muind-Nase-Schutz, kann man beim Fußball halt nicht. Außerdem kann mein nun halt mal beim Fußball keine 1,5 m Abstand halten. Beim Friseur zwar auch nicht, dafür gibt den Mund-Nase-Schutz.

        Nochwas, Fußball ist NICHT lebensnotwendig, vieles andere aber schon.
        Wenn dir Fußball wichtiger als alles andere ist, dann hast du es echt nicht kapiert. Gute Nacht. Solche Leute denken nur an den eigenen Profit.

      • Kunibert78

        Ist das hier jetzt, sei schlau, stell Dich dumm? Du argumentierst mit einem medizinisch erheblich eingeschränkt Mund Nase Schutz bei Menschen, welche zwangsläufig im Kundenkontakt arbeiten, gegen physisch auf dem Zenit stehende Sportler mit größtmöglicher Abschottung und medizinischer Rundum sorglos Betreuung inkl. Vor- und Nachtestung. Die Risiko Einschätzung ist hier sehr nachrangig. Die Zuschauer waren hier das Risiko, welche bekanntlich bis auf weiteres ausgeschlossen sind. Es kann allein dadurch argumentiert werden, dass der Fussball sich ein Paket gönnt, welches kaum einem Angestellten so zukommt. Dies ist genau wie das Thema Gehalt eher eine Frage finanzieller Ungleichheit und kann nicht durch Scheinargumente, sondern nur durch politische Einflussnahme bis hin zur UEFA/Fifa (Stichwort Gehaltsbegrenzungen) oder die nachhaltige Abkehr des Konsumenten gelöst werden

      • Philipp Schramm

        Du kannst oder willst es nicht begreifen, das viele andere wensentlich mehr Priotität haben sollten, als Fußball.
        Die Lewute dürfen nicht in die Kinos, dürfen nicht mal in den Urlaub, etc, aber der DFB/die DFL wollen auf Biegen und brechen (Die Gesundheit der Spieler und all deren Angehörigen interessiert den DFB/der DFL nur am Rande) rollen, damit die Saison zu Ende gespielt werden kann.

        Wenn ich OB einer Stadt wäre, ich würde das hiesige Stadion NICHT freigegeben, ich würde auch das Mannschaftstraining NICHT erlauben. Das Gesundheitskonzept von DFB und DFL ist, gelinde gesagt, eine Farce.

        Viele andere Sportarten dürfen nicht stattfinden (Handball, Basketball, Volleyball, Tennis, Radfahren, etc.) Nur die Herren von DFL und DFB wollen ihren Fußball durchdrücken, egal wie.
        Und wenn man die letzten Äußerungen vom DFB-Vize so liest, gleicht das schon fast einer Erpressung, wenn er einigen Vereinen "Arbeitsverweigerung" bescheinigt.
        Als Gesundheitsminister eines Bundeslandes, würde der Fußball, egal ob 1. BL oder unterste Stadtliga von mir KEINE Spielerlaubnis bekommen.

        Sag mal ganz ehrlich, was will der DFB machen, wenn die Städte wie Magdeburg, Halle, Jena, etc. weiterhin die Trainings und Spielbetrieb untersagen? Was will der DFB dann machen?

      • Kunibert78

        Du hast null Sachargumentation und kommst eigtl. nur über Deine persönliche Meinung. Schön auch, dass Du auf meine vorherigen Argumente gar nicht mehr eingehst, sondern nun mit anderen Sportarten neue Nebelkerzen wirfst. Schwach! Was Du machen würdest, wenn Du OBM, Gesundheitsminister wärst, sagt genau was und spielt in der aktuellen Diskussion welche Rolle? Eines zeigt sich jedoch. Das Du zu einer ordentlichen Abwägung und Verhältnismäßigkeitsbetrachtung, zu welcher diese verpflichtet sind, weder Willens oder in der Lage bist. Kannst wohl nur in SA politisch Karriere machen. Man könnte sich natürlich auch fragen, warum sich ausgerechnet Sachsen-Anhalt hier einen so eigenen und ganz zufällig zur Wunschlösung zweier dort beheimateter Vereine stimmigen Kurs fährt, während er an anderer Stelle über die Absprache hinaus lockerte b) andere Bundesländer mit deutlich höherem Infektionsgeschehen bspw. beim Thema Mannschaftstraining nicht mehr diese Hürden aufbauen. Der DFB erpresst hier keinen, wahrt aber die Verbandsinteressen. Einfach mal die Vereinsbrille ablegen. Es wird nicht besser. Was der DFB machen will, hat er angekündigt. Wer jetzt also mangels Perspektivlosigkeit weiter den Kopf in den Sand steckt, muss sich nicht wundern

      • Nikita

        Nenn mir bitte EINEN triftigen Grund, warum man lieber den Fußball
        erlauben sollte, als Friseur-Läden oder Gastro-Betriebe zu öffnen.

        Friseur-Läden und Gastro-Betriebe werden doch gerade wieder geöffnet oder sind es schon. Wo lebst Du denn?

  • Ein Hallenser

    Ich zitiere hier jetzt mal den WDR
    "Andrea Milz, NRW-Staatssekretärin für Sport, sagte am Donnerstag (07.05.2020), zum Profibereich im Fußball zählten nur die ersten beiden Ligen. Kontaktsportarten im Amateur- und Breitensportbereich – wozu auch der Fußball zählt – sind in NRW frühestens ab 30. Mai erlaubt. Bei diesem Datum handele es sich aber nur um eine "Richtgröße" – es kann also nicht ausgeschlossen werden, dass diese Erlaubnis noch einmal verschoben wird."

    Hierzu gehören Uerdingen, Duisburg, Victoria Köln und Preußen Münster. Also andere Bundesländer haben ähnliche Bestimmungen wie Sachsen-Anhalt. Und hier kann man nun den HFC, FCM und Jena nicht für verantwortlich machen.

    Und wenn es nur an den jammernden Vereinen liegt, dann soll der DFB einfach sagen am 23.5. geht’s los. Dann wüssten alle Bescheid und könnten sich auf das Datum vorbereiten. Ob der DFB und die 3.Liga damit aber glücklich werden muss man dann sehen.

    • Friedrich Herschel

      Die Staatssekretärin hat dann aber keine Ahnung. Auch die Dritte Liga ist eine Profiliga.

      • Phillip

        Du schreibst sonst recht gute Beiträge, aber das ist Käse. Wer oder was genau definiert denn einen Profi? Für mich sind Profis Menschen, die mit ihrem hauptamtlich ausgeführten Beruf ihr Geld verdienen. Das geht dann also bis in die Regionalligen runter, welche ebenso semi-professionell sind.

      • Friedrich Herschel

        Du stimmst mir zu, dass entgegen der Aussagen der Staatssekretärin Profifussball mehr ist als nur 1. und 2. Liga, bezeichnest meinen Beitrag aber als Käse? Muss ich das verstehen?

        Davon abgesehen: deine Definition stimmt auf individueller Ebene, also für die einzelne Person. Aber ab der 4. Liga gilt das eben nicht mehr für alle beteiligten Spieler, folglich sind die Regionalligen nicht als Profiligen organisiert. Du sagst es selbst: semi-professionell.

        Und selbst wenn man das anders sehen würde, es änderte doch nichts an der Richtigkeit meiner Aussage.

      • weihnachtsmann

        Die 3. Liga ist auf dem Papier eine Profiliga. Nur wird sie nicht so behandelt.

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