Frings im Interview: "Hatte bei Meppen ein gutes Bauchgefühl"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Ex-Nationalspieler und Meppen-Trainer Torsten Frings über die ersten Wochen bei seinem neuen Verein, den Stand der Kaderplanung und seine Erwartungen an die 3. Liga.

"Fühlen uns schon jetzt heimisch"

liga3-online.de: Seit einigen Wochen sind Sie nun Trainer beim SV Meppen. Wie haben Sie sich im gemütlichen Emsland eingelebt, Herr Frings?

Torsten Frings: Sehr gut! Das liegt auch daran, dass der Verein meinen Co-Trainer Björn Müller und mich bei der Wohnungssuche unterstützt hat. Wir wurden super aufgenommen und fühlen uns schon jetzt heimisch.

Am 6. August war Trainingsstart. Wie verliefen die ersten Tage mit dem Team?

Erst einmal ging es darum, die Fitness der Spieler zu überprüfen und zu schauen, ob sie in den letzten Wochen Ihre Hausaufgaben gemacht haben. Das haben sie auf jeden Fall getan, wir sind sehr zufrieden. Jetzt werden wir nach und nach spielerische Elemente einfließen lassen. Wichtig ist gerade natürlich auch, dass wir uns alle besser kennenlernen.

Bisher gab es vier Zu- und sieben Abgänge. Wie ist der Stand der Kaderplanung?

Klar ist, dass uns beispielsweise mit Torjäger Deniz Undav (jetzt Royale Union Saint Gilloise/Belgien, Anm. d. Red.) wichtige Leistungsträger verlassen haben. Wir haben aber auch schon gute Jungs dazu geholt, unter anderem Kaiserslauterns ehemaligen Kapitän Christoph Hemlein. Wir werden die Augen weiter offen halten und es wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit noch etwas tun.

Sie kündigten an, sich auch bei Ihrem Ex-Klub Werder Bremen zu bedienen, falls es für beide Seiten Sinn ergibt. Haben Sie da schon Spieler im Blick?

Nein. Aber ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mit Werders Sportdirektor Frank Baumann gut befreundet bin und es eine Win-win-Situation wäre, wenn es zu einer Zusammenarbeit bei talentierten Spielern kommen würde. Die Jungs würden uns mit ihren Qualitäten weiterhelfen, gleichzeitig Spielpraxis sammeln und sich weiterentwickeln, um später für größere Aufgaben in der 1. Bundesliga gerüstet zu sein.

 

"Eine hervorragende Plattform"

Beim SV Meppen haben Sie die Nachfolge von Christian Neidhart (jetzt RW Essen) angetreten, der zuvor sieben Jahre im Amt war. Als wie schwer empfinden Sie es, jemanden zu beerben, der eine Ära des Vereins geprägt hat?

Christian hat herausragende Arbeit in Meppen geleistet, die Länge der Amtszeit reicht dafür als Beweis schon aus. Dadurch fühle ich mich aber nicht zusätzlich unter Druck gesetzt. Ich spüre großes Vertrauen seitens des SV Meppen und freue mich auf die gemeinsame Zeit.

Für Sie ist es die erste Trainerstation seit Ende 2017. Wie froh sind Sie, nun endlich wieder an der Seitenlinie zu stehen?

Vor allem bin ich froh, einen Verein gefunden zu haben, der zu mir passt. Ich hatte beim SVM von Beginn an ein gutes Bauchgefühl. Wenn es mir nur darum gegangen wäre, so schnell wie möglich wieder einen Trainerjob zu bekommen, hätte ich schon viel früher wieder ein Team gecoacht. Es war in den letzten zweieinhalb Jahren aber nichts dabei, was mich zu 100 Prozent überzeugt hat.

Was sind Ihre Erwartungen an die 3. Liga?

Die 3. Liga ist eine sehr umkämpfte und ausgeglichene Spielklasse, in der wirklich jeder jeden schlagen kann. Die Aufsteiger sind auch in diesem Jahr größtenteils keine typischen Neulinge. Beispielsweise Türkgücü München hat finanzielle Möglichkeiten, von denen wir in Meppen nur träumen können. Ich erwarte eine einmal mehr spannende Saison mit vielen engen Partien.

Welche Ziele verfolgen Sie in der 3. Liga?

Als Trainer möchte ich mich weiterentwickeln. Die 3. Liga ist dafür eine hervorragende Plattform. Mit Meppen hoffe ich auf eine erfolgreiche Saison.

   
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