Frantz gegen Verl nur auf der Bank: "Schlimmster Tag meiner Karriere"

Er war zum 1. FC Saarbrücken zurückgekommen, um zu spielen: Mike Frantz. Doch beim Saisonauftakt gegen den SC Verl saß der 35-Jährige am Samstag über 90 Minuten nur auf der Bank. Im Nachgang spricht er nun vom "schlimmsten Tag" seiner Karriere.

"Identifiziere mich total mit diesem Verein"

Diese Szene hatte eine eindeutige Symbolkraft: Als Trainer Uwe Koschinat am Samstag nach 73 Minuten seine letzten beiden Wechsel zog und Julian Günther-Schmidt sowie Adriano Grimaldi brachte, marschierte Frantz geradeaus in die Kabine. Schließlich war nun klar: er wird in dieser Partie nicht mehr zum Einsatz kommen. Eine herbe Enttäuschung für den 35-Jährigen, hatte er doch eigentlich damit gerechnet, von Anfang an zu spielen. Doch weil Koschinat mit Viererkette spielen ließ, war für den 227-fachen Bundesliga-Spieler kein Platz in der ersten Elf – weder in der Abwehrzentrale (Thoelke, Boeder), noch im defensiven Mittelfeld (Kerber, Zeitz). Dass es aber nicht mal für eine Einwechslung gereicht hat, stieß dem gebürtigen Saarbrücker bitter auf.

"Der Samstag war der schlimmste Tag meiner Fußballer-Karriere", gibt er in der "Bild"-Zeitung ehrlich zu. "Ich identifiziere mich total mit diesem Verein, und wenn ich nicht mit dem Trikot am Platz gewesen wäre, hätte ich im Fanblock gestanden. Nichts ist größer als der Verein." Er habe im Urlaub "viel getan, weil das mein Herzensverein ist". Frantz will seine Karriere nicht einfach ausklingen lassen, "weil ich es damals dem Präsidenten in die Hand versprochen habe, dass ich irgendwann wieder komme". Stattdessen will der 35-Jährige aktiv dazu beitragen, dass der FCS den Aufstieg schafft.

Koschinat erklärt die Hintergründe

Warum er am Samstag nicht wenigstens als Joker infrage kam, erklärte Koschinat nach dem Spiel mit taktischen Gründen: "Hintenraus musste ich offensiv wechseln, weil wir unbedingt ein Tor brauchten." Und so kamen mit Günther-Schmidt und Grimaldi zwei Stürmer, die beide großen Anteil am Sieg hatten. Günther-Schmidt holte in der Nachspielzeit einen Elfmeter aus, den Grimaldi schließlich verwandelte.

Frantz aber komplett außen vor zu lassen, fiel dem 50-Jährigen nicht leicht: "Es ist eine absolute Tragik, aber es gehört zu meinem Beruf, solche Entscheidungen zu treffen. Es ist super-traurig, aber es gehört zum Verlauf eines Spiels, nicht das tun zu können, was du dir sehnlichst wünschst." Dennoch kündigte Koschinat an: "Es wird jeder seine Chance bekommen, es wird jeder Einsatzzeit bekommen. Das gilt in ganz speziellem Maße für Mike Frantz." Gut möglich also, dass der Ex-Bundesliga-Spieler in eineinhalb Wochen im Derby gegen die SV Elversberg sein Debüt nach der Rückkehr feiern wird.

Leichte Entwarnung bei Ernst

Ob auch Dominik Ernst dabei sein kann, ist noch offen. Am Samstag musste der 31-Jährige bereits zur Pause vom Platz, nachdem er sich bei einem Zweikampf das Knie verdreht hatte. Gegenüber der "Bild" gab Pressesprecher Peter Müller nun aber leichte Entwarnung: "Gerissen ist glücklicherweise nicht." Am Dienstag will sich Mannschaftsarzt Dr. Pahl nochmal ein Bild machen. "Es sieht aber schon viel besser aus als noch am Samstag." Doch selbst wenn die Bänder nur gedehnt sein sollte, könnte es mit einem Einsatz gegen Elversberg eng werden.

 
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