Fortuna Köln: Warum der Biada-Transfer sinnvoll ist

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Mit Julius Biada hat Aufsteiger Fortuna Köln am Dienstag seinen ersten Neuzugang dieser Wechselperiode vorgestellt. Der 22-Jährige kommt vom Zweitligisten Darmstadt 98 und gilt als absoluter Wunschspieler von Trainer Uwe Koschinat. liga3-online.de weiß, in welchem Bereich Biada den Kölner weiterhelfen kann und warum der Transfer in vielerlei Hinsicht sinnvoll ist. Bei dem Blick auf die Tabelle müsste bei Aufsteiger Fortuna Köln eigentlich gute Laune aufkommen. 30 Punkte nach 22 Spieltagen – Neun Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone. Die Basis für das Saisonziel "Klassenerhalt" hat die Mannschaft eindrucksvoll gelegt. Große Sorgen bereiten den Kölnern allerdings die langfristigen Ausfälle von Michael Kessel und Kristoffer Andersen. "Bei der Wichtigkeit dieser beiden Spieler wäre es unverantwortlich, wenn wir uns über Wintertransfers keine Gedanken machen würden“, äußerte sich Cheftrainer Uwe Koschinat bereits vor der Winterpause zu potentiellen Neuverpflichtungen. Jetzt ist klar, Julius Biada wird die Südstädter verstärken. Dabei kann der 22-Jährige nicht nur die klaffende Lücke in der Kreativ-Zentrale füllen, sondern „ist darüber hinaus“, so Koschinat „im gesamten Offensiv-Bereich flexibel einsetzbar“.

 Andersens Ausfall hinterlässt große Lücke

Die Fortuna reagiert damit auf die schwerwiegende Knieverletzung von Schlüsselspieler Andersen. Wie lange der Mittelfeldspieler wirklich ausfällt, ist nämlich nach heutigem Stand noch gar nicht klar. Fraglich ist, ob der 28-Jährige in dieser Saison überhaupt noch einmal zum Einsatz kommen kann. Kurzfristig konnte die Mannschaft den Ausfall ihres Schlüsselspielers vor der Winterpause zwar kompensieren. Sascha Marquet schlüpfte in den letzten Spielen des Jahres in die Andersen-Rolle und konnte zumindest zeitweise überzeugen (fünf Spiele – elf Punkte – ein Marquet-Tor). Was würde aber passieren, wenn auch noch Marquet ausfällt? Der ehemaliger Aachener ist derzeit der einzige Spieler im Kader, dem auf lange Sicht die Rolle von Andersen zugetraut wird. Die Fortuna benötigte deshalb nicht nur einen Back-up, sondern einen Spieler, der den Konkurrenz-Kampf belebt. Ohne diesen Back-up wäre Koschinat, spätestens bei einem Ausfall von Marquet, dazu gezwungen mangels Alternativen sein favorisiertes 4-4-2-System umzustellen. Eine Umstellung mit Risiko, weil sie das Team aus hervorragend funktionierenden Automatismen reißen würde.

Koschinats bekommt Wunschspieler Biada

Eine komplizierte Situation, welche die Verantwortlichen der Fortuna zum Handeln zwang. liga3-online.de weiß, dass seit mehreren Wochen hinter den Kulissen fieberhaft nach einem Andersen-Ersatz gefahndet wurde. Dabei stand Darmstadts Julius Biada bei Trainer Uwe Koschinat stets ganz oben auf der Wunschliste. Bereits im Dezember soll es Gespräche mit Biadas Berater Bernd Cullmann gegeben haben. Der Spieler selber war mit seiner persönlichen Situation bei den Lilien unzufrieden. In der aktuellen Zweitliga-Saison kam Biada bei den Südhessen nur einmal zum Einsatz, fand sich häufig lediglich auf der Tribüne wieder.

Biada – Ein sinnvoller Transfer

Der Transfer von Julius Biada in die Südstadt macht in vielerlei Hinsicht Sinn. Der Spieler passt perfekt in das von Koschinat vorgegebene Fahndungs-Profil. Der Mittelfeldspieler könnte der Mannschaft direkt weiterhelfen, würde den Konkurrenzkampf auf der Position in der Offensiv-Zentrale erhöhen und besitzt das Potential zum Leistungsträger. Zudem erfüllt er das wichtige Kriterium der U23-Regel. Sogar über die aktuelle Saison hinaus fällt der 22-Jährige in diese Kategorie. Sowieso ist Biada bei den Südstädtern kein Fremder. Beinahe wäre der offensive Mittelfeldspieler bereits im Sommer 2012 zur Fortuna gewechselt. Biada entschied sich aber letztendlich für die U23 des FC Schalke 04.

Biada trifft auf einen alten Bekannten

Auch die Integration in die Mannschaft sollte für den Neuzugang kein Problem darstellen. Mit Innenverteidiger Boné Uaferro spielte Biada bereits bei der U23 des FC Schalke 04 zusammen, war bei den Jung-Knappen einer der Top-Scorer (11 Tore, 6 Vorlagen) und empfahl sich damals für höhere Aufgaben. „Auf dem Platz gibt er immer Gas, ist sehr agil. Dazu ist Julius ein offener und lustiger Typ“, weiß Uaferro. Ein weiterer positiver Aspekt für den Transfer ist Biadas Bezug zur Stadt Köln. Der ehemalige Leverkusener wurde in der Domstadt geboren, spielte in der Jugend unter anderem für den ESV Olympia. Auch aus fußballerischer Sicht besteht für den Spieler keine große Umstellung. Zwar spielt der SV Darmstadt 98 in der 2. Bundesliga, allerdings ähneln sich die Spielphilosophien beider Mannschaften sehr. Sowohl am Böllenfalltor, als auch in der Südstadt legt man besonderen Wert auf Laufbereitschaft und Leidenschaft. In diesem Zusammenhang darf man die Fortuna durchaus aus als Darmstadt light bezeichnen. Nicht nur in der jüngeren Historie der Relegationsspiele finden sich zwischen diesen beiden Vereinen Parallelen.

Winter-Transfers – Koschinat mit Top-Quote

Julius Biada könnte nach Tobias Fink, Thiemo-Jerome Kialka, Albert Streit und Hamdi Dahmani ein weiterer Winter-Top-Transfer von Uwe Koschinat werden. In der Vergangenheit bewies Fortunas Cheftrainer häufig ein feines Gespür. Bis auf Matthias Scherz haben alle Winter-Neuzugänge der vergangenen zwei Jahre die Mannschaft nachhaltig verstärkt. Kialka, Fink und Dahmani haben sich sogar zu Leistungsträgern entwickelt. Auch Albert Streit hatte mit seinen wenigen Einsätzen im Frühjahr 2014, vor seiner schweren Knieverletzung, einen entscheidenden Anteil an der Regionalliga-Meisterschaft. Julius Biada besitzt zweifelsohne die Qualität um diese Reihe fortzuführen.

 

   

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