Formstarke Fortuna fordert Auswärtsmacht Halle

Die Zahlen lügen nicht – Die Fortuna ist nach Leipzig und Heideheim der beste Aufsteiger der Drittliga-Historie. Im letzten Spiel des Jahres gegen den Halleschen FC kann die Mannschaft von Uwe Koschinat die 30-Punkte-Marke knacken. Den Kölnern droht allerdings eine personelle Groß-Rotation.  In der Woche vor dem letzten Spiel des Jahres blickt man für gewöhnlich noch einmal auf die Erlebnisse der vergangenen zwölf Monate zurück. So auch bei der Fortuna. Bereits jetzt ist klar, dass für die Südstädter das Jahr 2014 als eines der Bedeutendsten in die lange Vereinshistorie eingehen wird. Alleine die spannende Rückrunde in der Regionalliga West mit dem ersten Meistertitel seit 49 Jahren und dem kurz darauffolgenden Aufstieg beinhaltet zahlreiche Anekdoten für ein eigenes Buch. Die jüngsten Erlebnisse als Aufsteiger in der 3. Liga mit der Krise im September und dem aktuellen Hoch sind nicht minder erzählenswert. „Die Tatsache, dass wir in der Tabelle vor Halle stehen zeigt, dass wir auch im zweiten Halbjahr 2014 einen sehr guten Job gemacht haben“ bilanziert Trainer Uwe Koschinat.

Nur Leipzig und Heidenheim waren besser

Die derzeitige Zwischenbilanz in der 3. Liga vor dem letzten Spiel des Jahres gegen den Halleschen FC lässt die Fortuna-Verantwortlichen derzeit mit stolzgeschwellter Brust durch die Vorweihnachtszeit spazieren. 29 Punkte nach 21 Spielen – Nicht nur im Kölner Süden mag man es kaum für möglich halten, aber damit ist die Mannschaft von Uwe Koschinat nach RB Leipzig und dem 1. FC Heidenheim der beste Drittliga-Aufsteiger seit Einführung der 3. Liga. Auf der Vereins-Weihnachtsfeier hob der Cheftrainer deshalb noch einmal die Leistungen seiner Mannschaft innerhalb des letzten halben Jahres hervor. „Es ist der Truppe höher anzurechnen, als die beiden Herbstmeisterschaften in den vergangenen beiden Jahren in der Regionalliga West“, lobte der 43-Jährige sein Team unter donnernden Applaus zahlreicher Förderer, Sponsoren und Fans. 

Halle – Nur Auswärts ein Spitzenteam

Zum Abschluss des Jahres gastiert nun der Hallesche FC im Südstadion. Eine Mannschaft, die bislang nur in der Fremde ihr wahres Gesicht zeigen konnte. 20 der 28 Punkte holte das Team wenn es auf Reisen ging. Lediglich in der Auswärtstabelle steht die Mannschaft von Trainer Sven Köhler da, wo sie von vielen Drittliga-Insidern auch vor der Spielzeit erwartet wurde – ganz oben. Das Hinspiel war für die Fortuna Eine dieser vielen Episoden im Jahr 2014. Die Kölner zeigten damals eine taktische Meisterleistung, feierten bei dem 2:0-Sieg ihren ersten Dreier in der 3. Liga und überholten damals den HFC in der Tabelle. Vor dem Rückspiel am Samstag findet Koschinat allerdings warnende Worte: „Die jetzige Ausgangssituation ist mit der aus dem Hinspiel nicht zu vergleichen“, so der 43-Jährige und fügt an: „Damals wussten beide Mannschaften noch nicht wo sie stehen.“ Fakt ist allerdings, dass auch vier Monate später die Fortuna überraschenderweise immer noch vor dem HFC in der Tabelle platziert ist. Koschinat lässt sich von der aktuellen Situation aber nicht blenden und hat bei der Gegner-Analyse vor allem die Hallenser Auswärtsbilanz im Fokus. „20 Punkte in zehn Spielen – Das sagt alles über die Stärke dieser Mannschaft aus. Halle verfügt über eine große Zahl an herausragenden Spielern“

Koschinat adelt Gogia

Einer, der bei HFC herausragt ist Akaki Gogia. Im Hinspiel setzte Koschinat auf ein altmodisches, aber durchaus erfolgreiches Mittel um den Spielmacher auszuschalten. Kusi Kwame hatte damals den Spezialauftrag Gogia nicht von der Seite zu weichen. Laut Koschinat ist dieser Kniff auch für das anstehende Duell am Samstag „wieder eine Option“. Halles Abhängigkeit von Gogia ist unverkennbar. Der ehemalige Bundesliga-Spieler (zwölf Einsätze für den FC Augsburg) ist an fast 50% Prozent aller HFC-Tore direkt beteiligt. „Je mehr Raum ein Akaki Gogia auf dem Feld bekommt, desto schwieriger ist er zu stoppen. Er ist für mich der herausragende Offensivspieler in der 3. Liga“ lobt Koschinat den 22-Jährigen. Allerdings will Fortunas Cheftrainer vermeiden seine taktische Ausrichtung an die Spielweise des Gegners anzupassen. „In den letzten Wochen haben sich klare Abläufe und Automatismen eingespielt.“ Koschinat befürchtet bei einer gegnerbezogenen Umstellung ein falsches Signal an die Mannschaft zu senden.

Fortuna drohen acht Ausfälle

Allerdings scheint dem Fußball-Lehrer nichts anderes übrig zu bleiben, da sich bei den Kölnern für das letzte Spiel des Jahres eine personelle Groß-Rotation ankündigt. Unter der Woche grassierte ein Grippe- und Magen-Darm Virus innerhalb des Teams. Viele Spieler mussten den oder anderen Tag mit dem Training aussetzen. Derzeit stehen große Fragezeichen hinter den Einsätzen von Aydogmus (Magen-Darm), Oliveira Souza (Grippe) und Fink (Knieprellung). Definitiv fehlen werden dagegen die Langzeitverletzten Andersen, Kessel, Yilmaz und Flottmann. Somit wird der Aufsteiger auch gegen Halle wieder einmal beweisen müssen, dass er dazu fähig ist die Ausfälle von Leistungsträgern aufzufangen. Ein Remis würde der Fortuna genügen, um die 30-Punkte-Marke zu knacken und die Hallenser weiterhin in der Tabelle hinter sich zu lassen. Koschinat wollte allerdings nicht verschweigen, dass seine Mannschaft auch im 45. Pflichtspiel des Kalenderjahres „geil darauf ist den Dreier zu holen“.

So könnte die Fortuna spielen: Poggenborg – Kwame, Hörnig, Uaferro, Fink – Pazurek, Marquet – Dahmani, Rahn – Kraus, Kialka

 

 

   
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