Formalitäten geklärt: Ukrainer Melichenko wird Dresdner

Jetzt ist es offiziell: Nach Manuel Schäffler verstärkt sich Dynamo Dresden auch mit dem Ukrainer Kyrylo Melichenko, der bereits seit März mittrainiert. Am Freitag unterschrieb der 23-jährige Rechtsverteidiger einen Vertrag bis 2024.

Arbeitserlaubnis erteilt

Eigentlich hätte Melichenko schon vor Wochen unterschreiben können, nachdem der Ukrainer im Training und in den Testspielen überzeugen konnte. Doch weil er als Nicht-EU-Ausländer eine Arbeitserlaubnis benötigt, um in der 3. Liga spielen zu dürfen, hat sich die Angelegenheit zuletzt gezogen. In den letzten Tagen hat der Ukrainer aber sowohl eine Aufenthaltsgenehmigung als auch die Arbeitserlaubnis durch die jeweiligen Behörden erhalten, sodass Melichenko nun offiziell zum Kader gehört.

Sport-Geschäftsführer Ralf Becker spricht in einer Vereinsmitteilung von "bewegenden Momenten", wie offenherzig und hilfsbereit die Mannschaft sowie die "Dynamo-Familie" den 23-Jährigen in einer "absoluten Notsituation" vom ersten Tag an aufgenommen habe. Schnell sei zu spüren gewesen, "dass eine besondere Beziehung entsteht, und er auch sportlich riesig Lust darauf hat, sich bei Dynamo durchzusetzen". Entsprechend zeigt sich Becker "sehr glücklich, mit Kyrylo nicht nur unsere Defensive zu verstärken, sondern auch einem jungen Menschen mit einem großen Herz eine Perspektive geben zu können. Wir sind überzeugt, dass er mit seiner Zweikampfstärke, seiner Mentalität und seiner defensiven Flexibilität eine sehr gute Rolle in unserer Mannschaft spielen wird".

In seinem vom Krieg geplagten Heimatland stand Melichenko zuletzt bis 2023 beim FK Mariupol unter Vertrag und absolvierte seit 2020 insgesamt 32 Erstliga-Spiele. Die Stadt, die Spielstätte und das Trainingsgelände seines Klubs wurden nahezu vollständig zerstört. Ausgebildet wurde der 23-Jährige bei Topklub Schachtar Donezk, für dessen U19 er dreimal in der UEFA Youth League auf dem Platz stand. Außerdem bestritt er zwei U18-Länderspiele.

"Weiß, dass ich großes Glück hatte"

Bei Dynamo ist Melichenko der 13. Neuzugang und schließt die Lücke auf der Rechtsverteidiger-Position. Dort gehörte mit Robin Becker bislang erst ein Spieler mit Profi-Erfahrung zum Aufgebot. "An dieser Stelle möchte ich mich bei der SG Dynamo Dresden, den vielen Ehrenamtlichen und den Menschen in der Region für ihre Hilfe, ihre Wärme und ihre Offenheit bedanken", sagt Melichenko. "Ich weiß, dass ich großes Glück hatte und möchte – als Mensch und als Fußballer – ganz viel zurückgeben und bin stolz, das Dynamo-Trikot tragen zu dürfen. Für die Zukunft habe ich nur einen großen Wunsch: Frieden in der Ukraine.“

Dass Melichenko in Dresden gelandet ist, daran hatte seine Freundin, die durch ein Studium in Potsdam deutsch spricht, großen Anteil: "Sie hat viele Erst- und Zweitligisten in Deutschland angeschrieben. Dynamo hat schon nach zwei Stunden geantwortet", erzählte der Rechtsfuß zuletzt in der "Bild"-Zeitung. Als Kriegsflüchtling gekommen, als Fußballprofi geblieben.

   
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