Florian Brügmann: "Viele hatten uns bereits abgeschrieben"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Jenas Rechtsverteidiger Florian Brügmann über die Siegesserie des FC Carl Zeiss, den Abstiegskampf und das Verhältnis zu seinem Bruder und Mitspieler Felix Brügmann.

"Sind in einen Flow gekommen"

liga3-online.de: Mit zuletzt drei Siegen in Serie hat sich der FC Carl Zeiss Jena im Rennen um den Klassenverbleib zurückgemeldet. Wie ist der Leistungsanstieg in den letzten Wochen zu erklären, Herr Brügmann?

Florian Brügmann: Ich würde gar nicht unbedingt von einem Leistungsanstieg sprechen. Wir hatten auch vorher einige gute Spiele in der Rückserie, konnten uns allerdings zu selten für unseren Aufwand belohnen. Das haben wir jetzt dreimal in Folge geschafft. Mit dem 2:1-Heimsieg gegen den FC Energie Cottbus sind wir in einen Flow gekommen, den wir jetzt weiter fortsetzen wollen.

Nach dem 31. Spieltag war das rettende Ufer noch acht Zähler entfernt. Hand aufs Herz: Wie hatten Sie die Lage zu diesem Zeitpunkt eingeschätzt?

Es war ernüchternd. Wenn man sieben Spieltage vor Saisonende so viele Punkte Rückstand hat, ist es nicht leicht, die Köpfe oben zu behalten. Viele hatten uns bereits abgeschrieben. Aber wir haben nie aufgegeben und gezeigt, dass es sich immer lohnt, zu kämpfen. Wir sind jetzt in einer Situation, in der wieder alles möglich ist.

Nach dem jüngsten 3:1-Erfolg gegen den Aufstiegsanwärter SV Wehen Wiesbaden beträgt der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze nur noch einen Punkt. Ihr Fazit zum Spiel?

Wir haben gegen einen starken Gegner, der uns ordentlich unter Druck gesetzt hat, im richtigen Moment die Tore geschossen und waren vorne effektiv. Ich bin der Meinung, dass wir nicht unverdient gewonnen haben – auch, wenn Wiesbaden sicherlich die eine oder andere hochkarätige Torchance liegen gelassen hat. Der SVWW ist nun einmal nicht einfach zu verteidigen. Nicht umsonst hat die Mannschaft mit Abstand die meisten Tore in der 3. Liga erzielt.

 

"Jeder auf dem Feld wird sich für den Sieg zerreißen"

Es geht wahnsinnig spannend in der 3. Liga zu, Platz 13 und 19 trennen gerade einmal fünf Punkte. Warum wird Jena am Ende über dem Strich stehen und den Klassenverbleib feiern?

Wir wissen, wie Abstiegskampf funktioniert und können in Drucksituationen die Ruhe bewahren. Wenn wir in den verbleibenden Wochen an die zurückliegenden Partien anknüpfen können, werden wir es packen.

Am Sonntag geht es mit der Begegnung bei der kriselnden SpVgg Unterhaching weiter, die seit neun Begegnungen nicht gewonnen hat und dabei nur ein Tor erzielte. Mit einem Sieg könnte Jena möglicherweise erstmals seit dem 10. Spieltag auf einen Nichtabstiegsplatz klettern. Was erwarten Sie für ein Spiel?

Es wird eine eklige, zweikampfbetonte Partie. Ob sich Unterhaching in einer Krise befindet oder nicht, ist vollkommen egal. In solchen Begegnungen gibt es keinen Favoriten. Das ist Abstiegskampf pur, jeder auf dem Feld wird sich für den Sieg zerreißen. Wichtig wird sein, dass wir mit dem Selbstvertrauen auftreten, das wir uns zuletzt erarbeitet haben.

Seit letzten Sommer spielen Sie gemeinsam mit Ihrem jüngeren Bruder Felix beim FC Carl Zeiss.

Es war schön, Felix in Jena begrüßen zu dürfen. Familie und Fußball vereinen zu können, ist immer klasse. Leider haben wir aber bis jetzt noch nicht allzu viel zusammenspielen können. Felix ist häufig Joker und ich war einige Monate verletzt. Ich würde mir wünschen, dass wir bald mehr gemeinsame Einsatzzeiten bekommen.

Sie sehen sich täglich. Gehen Sie sich da nicht hin und wieder auch gegenseitig auf die Nerven?

Nein, wir haben ein enges Verhältnis zueinander und verstehen uns hervorragend. Wir verstehen uns sogar so gut, dass wir in einer Wohngemeinschaft zusammen leben. (lacht) Das hatten wir früher auch schon einmal gemacht, als Felix bei Lok Leipzig kickte und ich beim Halleschen FC am Ball war. Wir sind einfach ein eingespieltes Team.

   

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