Finanzprobleme beim Chemnitzer FC: Stadt will helfen

Der Chemnitzer FC steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Nach Angaben der "Freien Presse" fehlen den Himmelblauen rund zwei Millionen Euro. Die Lage ist ernst. Nun will die Stadt dem Verein unter die Arme greifen.

Stadt soll 1,26 Millionen Euro zahlen

Wie Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig in einer Beschlussvorlage für die nächste Stadtratssitzung betont, sei der CFC dringend auf finanzielle Hilfen von außen angewiesen. Ohne diese bestehe das Risiko "weitreichender Auflagen und Strafen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bis hin zur Gefahr für den Profispielbetrieb." Um dem Verein aus der misslichen Lage zu helfen, soll auf der Stadtratssitzung am 7. Dezember über eine sofortige Finanzspritze in Höhe von 1,26 Millionen Euro abgestimmt werden. Der Hintergrund: Mit dem Stadionumbau wurde der Erbbaupachtvertrag zwischen der Stadt und dem CFC für das alte Stadion vorzeitig beendet. Aufgrund der vorzeitigen Beendigung entstand seitens des CFC ein Anspruch auf Entschädigung für den Wegfall sogenannter grundstücksgleicher Rechte in Höhe von 1,26 Millionen Euro. 2012 hatten die Stadt und der Verein jedoch vereinbart, dass die Entschädigung nicht direkt ausgezahlt wird, sondern sich mit Nutzung des neuen Stadions pro Jahr um je ein Zwanzigstel reduziert. Nun hat der CFC jedoch darum gebeten, die Summe direkt auszuzahlen. Dafür müssen die Himmelblauen zunächst aber drei Bedingungen erfüllen, zudem muss der Stadtrat der Auszahlung zustimmen.

Gründe für das Finanzloch

Die Gründe für das finanzielle Loch sind vielschichtig. Zum einen schlägt der geringe Zuschauerschnitt von nur 6.200 Fans zu Buche (kalkuliert waren 7.500), zum anderen gingen die Himmelblauen bei einigen Transfers offenbar ein zu hohes Risiko ein: "Die Neuverpflichtung diverser Spieler und der Trainer-Wechsel waren die Hauptgründe für das Defizit. Da wurde im Verein zu optimistisch geplant", wird Dr. Dirk Kall, kaufmännischer Leiter des CFC, bei "Tag24" zitiert. Eine Insolvenz drohe zwar nicht, doch Präsident Dr. Mathias Hänel betont: "Wir müssen über Kürzungen reden, auch bei den Prämien." Spielerverkäufe im Winter seien unterdessen nicht geplant. "Wenn wir jetzt keine Lösung für diese wirtschaftlichen Probleme finden, ist die Zukunft des CFC gefährdet", führt Hänel weiter aus. "Wir hatten zuwenig Zuschauer, Kosten an den Spieltagen – da sind uns Fehler unterlaufen. Strukturell waren wir unterbesetzt, im Frühjahr sind beide Geschäftsführer monatelang krankheitsbedingt ausgefallen." Nun soll die Stadt den CFC vor dem finanziellen Aus retten.

 
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