Finanzlücke: FSV Zwickau fehlt über eine halbe Million Euro

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Sportlich liegt der FSV Zwickau mit 19 Punkten nach 16 Spieltagen im Soll, finanziell ist es um den Verein allerdings weniger gut bestellt. Wie die Westsachsen mitteilten, fehlt im laufenden Etat ein Betrag von 555.000 Euro – die Nachlizenzierung durch den DFB noch nicht mitgerechnet. Gelingt die Finanzierung nicht, sei ein kontrollierter Abstieg in die Regionalliga unvermeidlich.

Mehr Geld in die Mannschaft investiert

Hauptgrund für den Fehlbetrag: Statt der geplanten zwei Millionen Euro hat der FSV 2,6 Millionen Euro in den Profikader investiert, "damit dieser bei dem starken Leistungsumfeld überhaupt wettbewerbsfähig ist", heißt es in einer Mitteilung von Vorstandssprecher Tobias Leege und Geschäftsführer Christian Breiner. Um eine höhere Chance auf einen Verbleib in der 3. Liga zu haben, sei man in dieser Saison von seiner bisherigen Devise abgewichen, nur das Geld auszugeben, was auch als gesichert oder weitgehend gesicherte Einnahmen zur Verfügung steht.

Der Vorstand habe dafür sich stattdessen entschieden, das "Risiko der Investition zu wagen", damit eine höhere Chance auf den Klassenerhalt zu haben und im Verlauf der Saison die für die Investition erforderlichen Mehrbeträge zu beschaffen. Das Risiko mit einer "sportlich weniger qualifizierten Mannschaft" sportlich abzusteigen, liege um ein "vielfaches höher" als mit einem sportlich wettbewerbsfähigen Kader, heißt es. Allerdings sei die Beschaffung der Mittel auch mit der generellen Frage verbunden, ob sich das Umfeld um den FSV Zwickau einen wettbewerbsfähigen Drittligisten leisten könne und wolle. Mit dem Profietat von 2,6 Millionen Euro liegen die Westsachsen nach eigenen Angaben noch immer 700.000 Euro unter dem Drittliga-Durchschnitt.

Mehrere Maßnahmen geplant

Dass sich die Investition in die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gelohnt hätte, würde der aktuelle zwölfte Tabellenplatz bestätigen, führt der Verein in seiner Mitteilung an. Vergleiche man diesen zu diesem Zeitpunkt mit den Vorjahren und betrachte die sportliche Qualität der gegnerischen Mannschaften, "so lässt sich hier eine deutliche Steigerung der Performance feststellen."

Um die Finanzlücke zu schließen, planen die Westsachsen indes mehrere Maßnahmen: Neben erhöhten Sponsoringeinnahmen von etwa 200.000 Euro ist eine Mitglieder-Sonderumlage (80.000 Euro), Mikrosponsoring auf dem Mannschaftsbus (50.000 Euro), ein Freundschaftsspiel (70.000 Euro) sowie die Reduzierung der Stadionmiete um das zuschauerabhängige Entgelt (200.000 Euro) geplant – insgesamt würden so 600.000 Euro zusammenkommen. Da der aktuelle Zuschauerschnitt derzeit um 700 Fans "deutlich" über der Planung liegt, "dürfte sich bei gleichbleibender Zuschauerzahl bis zum Ende der Saison ein Zuwachs von 115.000 Euro ergeben", hofft der Verein.

Kontrollierter Abstieg bei Misslingen

Der FSV will daran arbeiten, seinen risikobasierten Investitionsansatz "mit den erforderlichen liquiden Mitteln zu finanzieren." Sollte das gelingen, "müssen wir dafür Sorge tragen, dass uns diese nicht nur einmalig, sondern in jeder Saison zur Verfügung stehen." Dann könne auch die Ausgliederung der ersten Mannschaft in eine Kapitalgesellschaft angegangen werden.

Gelingt die Finanzierung jedoch nicht, "dann müssen wir uns der Erkenntnis ergeben, dass es uns und dem Umfeld des FSV Zwickau nicht gelungen ist, einen wettbewerbsfähigen Drittligsten mit erforderlichen finanziellen Mitteln für einen Verbleib in dritten Liga auszustatten", heißt es. "Ein kontrollierter Abstieg in Liga 4 wird dann unvermeidlich sein." Sollte die Finanzlücke nicht geschlossen werden können, bestehe laut Leege zudem Insolvenzgefahr, wie er der "Freien Presse" sagte. Der FSV zeigt sich aber zuversichtlich, die erforderlichen Mittel generieren zu können. Bereits im vergangenen Mai war es den Zwickauern gelungen, eine Finanzlücke von 1,4 Millionen Euro für den Erhalt der Drittliga-Zulassung zu schließen.

 

   
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