Aufstiegsspiele zwischen Leipzig und Würzburg: Was für wen spricht
Lok Leipzig oder die Würzburger Kickers – wer sichert sich das letzte Ticket für die kommende Drittliga-Saison? Die Entscheidung fällt in den Aufstiegsspielen am 28. Mai und 1. Juni. Im Vorfeld analysiert liga3-online.de die Stärken beider Teams.

Druck gewohnt: Weil Meister Nürnberg II keine Zulassung zur 3. Liga beantragt hatte und die SpVgg Unterhaching freiwillig auf den Aufstieg verzichtete, haben sich die Würzburger Kickers quasi kampflos für die Aufstiegsspiele qualifiziert. Lok Leipzig dagegen musste bis zum Schluss um Platz 1 kämpfen – und drehte im letzten Spiel sogar zwei Rückstände. Druck ist die Mannschaft von Trainer Jochen Seitz somit gewohnt, was vor allem psychologisch ein Vorteil sein kann.
Längere Regeneration: Während die Kickers am Samstag noch im Landespokalfinale gegen 1860 München gefordert waren, hatten die Leipziger mehr Zeit zur Regeneration. Das letzte Spiel liegt bereits zehn Tage zurück, seitdem ist der volle Fokus auf die beiden Aufstiegsspiele gerichtet. "Zunächst geht es jetzt darum, in den Alltag zurückzufinden, und es schadet auch nicht, in den ersten Einheiten den Spaßfaktor zu erhalten. Dann arbeiten wir am Wochenende den Matchplan für Würzburg aus", sagte Trainer Jochen Seitz zuletzt im Interview mit liga3-online.de.
Erfahrung: Sowohl Leipzig als auch Würzburg waren bisher zweimal in den Aufstiegsspielen vertreten: Während Würzburg einmal gewann (2015 gegen Saarbrücken) und einmal scheiterte (2024 gegen Hannover II), zog Lok sowohl 2020 (gegen Verl) als auch 2025 (gegen Havelse) den Kürzeren. Die Erfahrungen daraus sollen nun helfen, es dieses Mal besser zu machen. "Wir werden als Team alles daran setzen, dass sich das Ganze nicht ein drittes Mal wiederholt", so Seitz. Viele im Umfeld wissen inzwischen, wie brutal diese Relegation mental funktioniert. Der Druck dürfte deshalb besser einzuordnen sein als noch in früheren Jahren.

Offensive: Mit 74 Treffern in 34 Spielen stellen die Kickers die deutlich bessere Offensive als Lok, das bei 65 Treffern steht. Allein Tarsis Bonga und Jermain Nischalke netzten jeweils 15 Mal ein. Insgesamt verteilen sich die Tore auf 15 verschiedene Spieler, während bei den Leipzigern nur zwölf Akteure getroffen haben. Außerdem netzten die Unterfranken schon sechsmal in der Nachspielzeit ein. Lok steht dagegen nur bei einem Last-Minute-Treffer.
Weiteres Erfolgserlebnis: Zwar hatte Lok mehr Zeit zur Regeneration, dafür hat Würzburg mit dem Sieg im Landespokalfinale gegen 1860 München ein weiteres Erfolgserlebnis gesammelt. Nach Rückstand kam die Mannschaft von Michael Schiele noch zurück, sodass es direkt ins Elfmeterschießen ging. Dort versagten gleich zwei Löwen-Spielern die Nerven, während alle Würzburger trafen – und den FWK damit zum ersten Landespokal-Gewinn seit 2019 schossen. Ein Erfolg, noch dazu vor heimischer Kulisse, der nochmal einen zusätzlichen Push geben soll.
Form: Nur zwei Siege aus den letzten sechs Spielen – ausgerechnet im Saisonendspurt kam Lok Leipzig ins Straucheln und verspielte die Meisterschaft damit fast noch. Würzburg konnte dagegen die letzten fünf Pflichtspiele allesamt gewinnen und musste sich seit Anfang September nur einmal geschlagen geben – mit 0:1 gegen Staffel-Meister Nürnberg II. Seit 16 Partien sind die Unterfranken nun unbesiegt – und damit in bestechender Form. Behalten die Kickers diesen Flow auch in den Aufstiegsspielen bei, dürften die Chancen auf die Drittliga-Rückkehr nach vier Jahren nicht schlecht stehen.