Finanzielles Loch gestopft: KFC-Spiel in Wiesbaden findet statt

Auch am Freitag wurde nichts dazu bekannt, ob der Spielbetrieb des KFC Uerdingen bis zum Saisonende gesichert ist. Das Auswärtsspiel in Wiesbaden am kommenden Montag kann aber stattfinden.

Bus und Hotel gebucht

Nach Angaben der "Westdeutschen Zeitung" hat der KFC Uerdingen kurzfristig ein finanzielles Loch gestopft, sodass der Mannschaftsbus gebucht werden konnte. Außerdem hat Insolvenzverwalter Claus-Peter Kruth einem Tageshotel zugestimmt. Dieses wird die Mannschaft von Trainer Stefan Krämer am Montagmittag nach der Ankunft in Wiesbaden beziehen, direkt nach dem Spiel geht es zurück. Auf eine Übernachtung vor oder nach dem Spiel verzichtet der KFC aus Kostengründen.

Ob und wie es in den kommenden Wochen weitergeht, ist derweil nach wie vor offen. Am Donnerstag war die von Kruth geforderte Sicherheit zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs noch nicht gegeben, sein Pressesprecher Thomas Feldmann ließ auf Aufrage wissen: "Die Gespräche und Bemühungen zur Fortsetzung des Spielbetriebs sind im Gange, aber noch nicht abgeschlossen." Ob die Noah Company, die vor einer Woche als Investor eingestiegen war, die notwendige Zahlung mittlerweile geleistet hat oder zumindest für die Hotel-Buchung aufkam, ist nicht bekannt. Feldmann war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, auch der Verein ließ die Öffentlichkeit im Unklaren.

Schwierige Trainingsbedingungen

Krämer hofft derweil für die kommende Woche auf profitaugliche Trainingsbedingungen: "Wir müssen in der Lage sein, normal Fußball trainieren zu können, nicht nur Bewegung haben", wird der KFC-Coach in der Zeitung zitiert. Zuletzt konnte die Mannschaft nur in der Halle sowie im Fitnessstudio trainieren, erst am Freitag ging es wieder auf einen Rasenplatz. Dieser war laut Krämer allerdings aufgeweicht und daher schwer zu bespielen. Nicht mit in Wiesbaden dabei sein werden Edvinas Girdvainis (Innenbandriss), Jan Kirchhoff (Muskelbündelriss) und Osayamen Osawe (Syndesmosebandriss).

   
  • Andy

    Dieser Verein tut mir einfach nur noch Leid.Hut ab vor dieser Mannschaft und Ihrem Trainer. Kopf hoch und weiterkämpfen.Ich hoffe Ihr könnt Euch mal von diesem Sumpf befreien. Sportliche Grüße aus Braunschweig

  • JR910

    Hoffentlich hat Herr Kruth das Stundenhotel nicht "mit Damen" gebucht, sonst könnte es passieren,
    dass Sie auf dem Platz keinen Fuß mehr vor den anderen kriegen.
    Was den Bus betrifft , bin ich schon der Meinung das die Spieler sich eine Fahrkarte für einen Flixbus-Stehplatz selbst kaufen könnten. Sind schließlich keine Geringverdiener.
    Dann bleibt vielleicht noch etwas für die Gläubiger übrig.
    Frag mich ernsthaft wo plötzlich die Kohle her kommt oder ist der Armenier mittlerweile aufgetaucht?

  • ironimus

    Beim KFC ist man ja schon froh, wenn das nächste Spiel am Wochenende stattfinden kann. Vor allem wird der DFB aufatmen. Wieder ein Termin gerettet …

  • Potty

    Kann der Verein bzw. der Insolvenzverwalter zusichern, daß nächstes Wochenende gespielt werden kann ?Oder erscheint wieder die Coronafee und hilft einen oder zwei Spieltage zu überbrücken, weil entwerder kein Geld da ist oder einige Spieler verletzt sind.
    Wann wird diesem unwürdigen Spiel ein Ende gesetzt.

  • Joe Leconte

    In und um Krefeld heißt es schon immer: "Es gibt Gute, Böse und Krefelder."
    Diese Stadt hat Bürger, die sich sportlich – wenn überhaupt – um Eishockey oder ihre Nobel-Tennis-und Hockey-Clubs Crefelder HTC und Blau-Weiß Krefeld. kümmern.

    Eishockey ist auch rückläufig und die Stadt pennt uns schaut tatenlos zu.

    Der KFC hat seit jeher das Problem, dass der Verein früher von Bayer gepimpt wurde und Uerdinger sind nunmal Uerdinger und Krefelder sind Krefelder.
    Krefeld hat im Fußball als höchstklassigen Verein hinter dem KFC den VfR Fischeln – aber Fischelner sind auch nur Fischelner und Preussen Krefeld spielt ganz weit unten aktuell.

  • Nikita

    Man, das nervt. Soll es jetzt jede Woche so weitergehen, dass bis zuletzt gezittert wird, ob der KFC den Bus bezahlen und ob dieses "finanzielle Loch gestopft" werden kann? Beim nächsten "Heim"spiel müssen die Gäste wahrscheinlich einen Satz Bälle mitbringen. Und am Ende steigt Uerdingen doch aus und alle anderen Vereine sind völlig umsonst (aber nicht kostenlos) nach Düsseldorf, Lotte oder wohin auch immer gefahren und haben dafür teilweise englische Wochen in Kauf genommen.
    Der Insolvenzverwalter sollte eine realistische Bestandsaufnahme machen und wenn die Einstellung des Spielbetriebs irgendwann in dieser Saison wahrscheinlich ist, dann sollte er den Laden zum Wohle aller sofort, unverzüglich dichtmachen. Vermissen würde ihn ohnehin niemand. So wie sich die Stadt in der Stadionfrage verhalten hat, scheint er sogar in Krefeld kaum jemanden zu interessieren.

    • Landjunker

      Es scheint, als ob die Rolle des vorläufigen Insolvenzverwalters nicht jedem verständlich ist. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter hat lediglich festzustellen, ob noch genügend Masse (Geld) vorhanden ist, um die Kosten des Insolvenzverfahrens überhaupt abzudecken. Dazu hat er den Finanzstatus zu prüfen und Forderungen der Insolvenzgläubigerin einzuziehen. Soweit der vorläufige Insolvenzverwalter darüberhinaus noch dafür sorgt, dass der Spielbetrieb aufrechterhalten wird, ist dieses reines good will.

      Die Geschäftsführung verbleibt nämlich beim Geschäfttsführer der Insolvenzgläubigerin (Fussball GmbH) und der hat dafür zu sorgen, dass alles läuft. Da ist es zwar von Interesse, dass Herr G. aus Eriwann einer Krefelder Lokalzeitung süffisant mitteilt, was er alles mit dem KFC vorhabe (gemeint ist hier wohl die Fussball GmbH), denn Vereinsvorstand des KFC ist Herr G. nicht. Daran ändert aber auch nichts, wenn es beim vollmundigen Ankündigungen verbleibt, aber aus der Investoren-Kompanie aus Eriwan kein Geld nach Krefeld fliesst.

      • Nikita

        Wenn nicht einmal genug Geld für die Miete des Busses da ist oder gerade so für diese eine Woche, dann ist ja wohl kaum genug Geld vorhanden, um das Insolvenzverfahren abzudecken. Insofern weiß ich jetzt nicht genau, was Du hier richtig zu stellen meinst.

      • Falk Schmiedeknecht

        Wann beginnt dann eigentlich Insolvenzverschleppung?

      • Fußballfan!

        Dadurch, dass der Antrag auf Insolvenz rechtzeitig vor dem Ausstieg von dem Investor gestellt wurde, in diesem Fall gar nicht mehr. Da sie ja mit dem Investor grundsätzlich zahlungsfähig waren, nur der Investor war halt irgendwie nicht immer sooo zahlungswillig.

      • Falk Schmiedeknecht

        Wenn der Investor nicht zahlungswillig ist, ist der Verein (im Zweifel die GmBH) nicht zahlungsfähig und um dessen Insolvenz geht es hier, nicht um die des Investors.

      • Fußballfan!

        Wenn du das so auslegen willst, gerne. Sehe ich aber anders. Für mich ist es ein riesen Unterschied, ob ich etwas bezahlen muss und kein Geld zur Verfügung habe oder ich zwar Geld habe, aber es nicht ausgeben will, aus welchen Gründen auch immer. Aber es ging dir ja hauptsächlich um die Frage der Insolvenzverschleppung und die wird man dem Verein nicht vorwerfen können, da dieser zum einen den Antrag auf Insolvenz gestellt hat und zum anderen wird man sagen, dass die Zahlungsfähigkeit vorher durch den Investor gegeben war.

      • Falk Schmiedeknecht

        Ich denke, die Finanzierung einer Saison wird, mit strengen Auflagen und über Bürgschaften und verbindliche Verträge abgesichert, VOR jeder Saison im Rahmen des Lizensierungsverfahrens festgestellt.
        Wie kann es zu einem solchen Schwebezustand kommen, in dem ein Teilnehmer von Spiel zu Spiel entscheidet, ob er weiter für den Spielbetrieb Geld ausgeben will oder nicht?

      • FCS – SAAR

        Wegen Corona wurde in den Lizensierungsverfahren VOR dieser Saison auf die Prüfung der Finanzen verzichtet. Die meisten Vereine haben ja auch MIT Zuschauern kalkuliert. Daher kann man auch da dem KFC keinen Strick drehen. In wiefern das bei der Nachlizensierung eine Rolle spielte ist natürlich eine andere Sache…

        Die Gehälter werden 3 Monate vom Arbeitsamt (allerdings nur bis 6800,-) bezahlt. Von April-Juni muß der Verein die Gehälter bezahlen. Spätestens ab 1.April muß also frisches Geld her, sonst gehen die Lichter aus! Geht man von Spieleretatkosten von 4 Mio/Jahr aus wären das für 3 Monate rund 1 Mio.

        Wahrscheinlich wird aber schon früher frisches Geld benötigt. Lotte will die 200.000,- Stadionmiete sicherlich im Vorraus bzw bei jedem Spiel den Teil davon im vorraus. Und auch die Reisekosten, Miete der Geschäftsstelle, Nebenkosten müßen bezahlt werden.
        Am 28.02./03.03./09.03./12.03./27.03. stehen jeweils "Heimspiele" (vor der Deadline 1.April) an.

Back to top button