Fehlentscheidungen: Wer am häufigsten benachteiligt wurde

Nach jedem Spieltag analysiert Ex-FIFA-Schiedsrichter Babak Rafati exklusiv für liga3-online.de die strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen. Doch wer wurde in der bisherigen Spielzeit am häufigsten benachteiligt und wer profitierte am meisten? liga3-online.de klärt auf.

FCI und Bayreuth am häufigsten benachteiligt

89 Mal lagen die Schiedsrichter in der bisherigen Saison in den von Rafati analysierten Szenen daneben. Die meisten Fehlentscheidungen mussten demnach der FC Ingolstadt und die SpVgg Bayreuth hinnehmen: Schon neunmal sind beide Klubs benachteiligt worden, die Oldschdod allein bei acht Elfmeter-Entscheidungen – Liga-Spitze! Auf Rang zwei folgt der TSV 1860 München (7 Mal). Die SV Elversberg, Wehen Wiesbaden und der MSV Duisburg mussten jeweils sechs falsche Pfiffe hinnehmen.

Die wenigsten Fehlentscheidungen gab es gegen den  VfB Oldenburg, den SV Meppen und dem SC Verl (jeweils nur eine). Größter Streitpunkt sind die Strafstöße: Hier entschieden die Unparteiischen Rafati zufolge 53 Mal falsch, was einen Anteil von 60 Prozent aller Fehlentscheidungen ausmacht.

Fehlentscheidungen (benachteiligt)

Stand: 15. November
#Tor11mPlatzverweisGesamt
 Gesamt:14532289
1 2349
0819
3 1337
4 0606
1416
0516
7 2215
2305
1315
2305
11 0314
0224
0134
14 1113
1023
1113
17 0202
18 0101
0101
0101

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Erläuterungen:

  • Tor: Eigenes Tor wird aberkannt oder Gegentor durch Fehlentscheidung (Abseits, Foulspiel vorangegangen etc.)
  • Elfmeter: Elfmeter wird nicht gegeben oder unberechtigter Elfmeter gegen sich
  • Platzverweis: Unberechtigter Platzverweis gegen sich oder Gegner erhält unberechtigterweise keinen Platzverweis

 

Elversberg profierte am häufigsten

Am häufigsten von Fehlentscheidungen profitiert hat Herbstmeister SV Elversberg: Acht Entscheidungen, darunter vier Treffer, wurden fälschlicherweise zugunsten der Saarländer ausgelegt. Dahinter folgen Rot-Weiss Essen (7), 1860 München, Ingolstadt, Saarbrücken und Dresden (jeweils 6). Der VfL Osnabrück und der SC Freiburg II profitierten unterdessen jeweils bei gleich fünf Elfmeter-Entscheidungen.

Die SpVgg Bayreuth, die zusammen mit dem FC Ingolstadt gleich neunmal benachteiligt wurde, profitierte als einziger Klub noch gar nicht. Der SV Meppen, nur einmal benachteiligt, bekam fünf Entscheidungen zu Unrecht zu den eigenen Gunsten ausgelegt.

Fehlentscheidungen (profitiert)

Stand: 15. November
#Tor11mPlatzverweisGesamt
 Gesamt:14532289
1 4408
21427
3 1416
0336
1416
0336
7 0505
0505
0325
1315
0505
0145
13 3104
0314
1214
16 0123
17 1102
1102
19 0011
20 0000

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Erläuterungen:

  • Tor: Gegnerischer Treffer wird aberkannt oder eigener Treffer gegeben trotz Fehlentscheidung
  • Elfmeter: Gegner erhält berechtigten Elfmeter nicht oder unberechtigter Elfmeter erhalten
  • Platzverweis: Unberechtigter Platzverweis gegen den Gegner oder eigenes Team erhält unberechtigterweise keinen Platzverweis

 

Große Differenzen bei Bayreuth und Meppen

Gleichen sich die Entscheidungen im Laufe der Saison aus? Beim SC Freiburg II (5x benachteiligt, 5x profitiert) und bei Erzgebirge Aue (5/5) kommt das bislang exakt hin. Bei vielen Klubs aber nicht. So wurde die SpVgg Bayreuth gleich neunmal benachteiligt, profitierte aber noch kein einziges Mal (9/0). Auch Zwickau (5/1) wurde deutlich häufiger benachteiligt. Genau anders herum verhält es sich beim SV Meppen, der fünfmal profitierte, aber nur einmal benachteiligt wurde. Viktoria Köln (2x benachteiligt, 5x profitiert) wurde ebenfalls häufiger bevorteilt als benachteiligt.

Pech vs. Glück

Stand: 22. November
BenachteiligtProfitiertDifferenz
90-9
51-4
14-3
47-3
63-3
96-3
64-2
76-1
32-1
550
550
561
121
451
341
352
682
462
253
154

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Auswirkungen auf die Tabelle?

Ob es einen Zusammenhang zwischen falschen Entscheidungen und der Tabellenplatzierung einer Mannschaft gibt, lässt sich nicht eindeutig klären. Während Bayreuth mit neun falschen Pfiffen den letzten Tabellenplatz belegt, ist Ingolstadt mit ebenso vielen Fehlentscheidungen Vierter.

Doch gerade bei der Spielvereinigung lässt sich nicht von der Hand weisen, dass die Saison wohl anders verlaufen wäre, wenn die acht (!) zu Unrecht verwehrten Elfmeter allesamt gegeben worden wären. "Natürlich muss man einen Elfmeter erst einmal verwandeln. Ich bin mir aber sicher, dass wir ohne Fehlentscheidung gegen uns, besonders bei der Masse an nicht gegebenen Strafstößen, schon den einen oder anderen Punkt mehr auf dem Konto hätten", sagte Geschäftsführer Michael Born zuletzt im "Kurier". Unterdessen führt Elversberg, das achtmal profitierte (Liga-Spitze), die Tabelle an, während Essen lediglich Platz 12 belegt, obwohl der Aufsteiger fast genauso häufig profitierte.

Es spielt aber natürlich immer eine Rolle, welche Entscheidungen falsch waren und welchen Einfluss sie auf den weiteren Spielverlauf nahmen. Zudem gibt es keine Garantie dafür, dass nicht gegebene Elfmeter tatsächlich verwandelt worden wären. Aus diesen Gründen lässt sich auch keine "Wahre Tabelle" erstellen.

   
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