FCS überholt den BTSV, FCK souverän, FCM patzt bei Türkgücü

Die Erfolgsserie des 1. FC Magdeburg ist gerissen: Bei Schlusslicht Türkgücü München kassierte der Tabellenführer am Samstag eine überraschende 1:2-Niederlage. Während sich der 1. FC Saarbrücken im Verfolgerduell mit 2:0 bei Eintracht Braunschweig durchsetzte und auf Rang 3 vorrückt, verteidigte der 1. FC Kaiserslautern den zweiten Platz mit einem souveränen 3:0-Erfolg gegen den TSV Havelse. Zudem drehten Mannheim (3:1 gegen Verl) und Köln (2:1 gegen Wiesbaden) ihre Spiele in der Schlussphase.

Braunschweig 0:2 Saarbrücken: FCS springt auf Rang 3

Der 30. Spieltag hielt ein absolutes Topspiel in Braunschweig bereit. Die heimische Eintracht traf nach drei Siegen in Folge auf den 1. FC Saarbrücken, der selbst mit zwei Siegen im Rücken anreiste und die Chance hatte, mit einem weiteren Erfolg an den Braunschweigern vorbeizuziehen. Beide Teams starteten dabei furios. Bereits nach vier Minuten versuchte es FCS-Mittelfeldmann Gnaase aus 17 Metern und holte eine Ecke heraus, die ebenfalls gefährlich wurde, da Scheu die Kugel an Fejzic vorbeispitzeln konnte, ehe Schultz auf der Linie rettete (5.). Auf der Gegenseite versuchte es Hennig erfolglos aus der Distanz (6.), ehe auch Saarbrückens Günther-Schmidt aus zweiter Reihe vorbei zielte (10.). Anschließend beruhigte sich die Partie allmählich, ehe die Eintracht nach einem Kopfball von Krauße der Führung doch wieder nahekam. Doch Batz konnte mit einem starken Reflex parieren (20.). Das Hin und Her ging nun in ein neues Kapitel – und hielt die Führung der Saarbrücker bereit: Nach einer eigentlich geklärten FCS-Ecke blieb Ernst dran und brachte das Leder erneut ins Zentrum, wo Zeitz sich am zweiten Pfosten durchsetzte und die Kugel mit viel Willen zum 1:0 für die Gäste über die Linie drückte (37.). Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Kabinen.

Braunschweig startete kontrolliert in den zweiten Durchgang, ohne sich dabei große Chancen zu erspielen. Eine Hereingabe von Krauße konnte Zellner vor dem eigenen Kasten in letzter Sekunde entschärfen (60.). Knapper wurde es vier Minuten später, als Marx mit viel Übersicht für Multhaup auflegte, dessen Schuss ins linke untere Eck Batz mit einer starken Parade jedoch abwehrte (64.). Auch in der 69. Spielminute war es wieder Multhaup, der nach Vorlage von Müller das Leder auf das Tor brachte, aber lediglich das Außennetz traf. Braunschweig drückte und drückte, belohnte sich in dieser Phase jedoch nicht. Einen Abschluss von Marx nach einer Bogenlampe setzte der Eintracht-Allrounder dabei in die Hacke eines Mitspielers, sodass auch ihm der Ausgleich nicht vergönnt war (74.). Es ergaben sich stattdessen Räume, die die Saarbrücker kurz vor Ende auf der Gegenseite zur Entscheidung nutzten. Nach Solo von Jacob legte der FCS-Angreifer quer zu Steinkötter, der souverän zum 2:0 verwandelte (89.). Saarbrücken springt durch den Sieg im Verfolgerduell auf den dritten Rang, während die Braunschweiger auf den vierten Platz zurückfallen.

Kaiserslautern 3:0 Havelse: Boyd bringt FCK früh auf die Siegerstraße

Nur eines der letzten 15 Spiele verlor der FCK und wollte gegen den Vorletzten aus Havelse einen weiteren Sieg nachlegen. Doch der Underdog begann mutig. Nach ansehnlicher Kombination kam TSV-Außenbahnspieler Piwernetz zu einem ersten Abschluss, der in letzter Instanz von Kraus abgeblockt werden musste (6.). Doch dieser Mut sollte jäh vom eiskalten FCK gebrochen werden. Nach einer Ecke gelangte die Kugel über Umwege und womöglich regelwidrig mit der Hand weitergeleitet zu Sturm-Hüne Boyd, der das Leder früh zum 1:0 über die Linie drückte (12.). Lautern blieb nun dran und versuchte über Boyd nachzulegen, doch ein Kopfball des Angreifers verfehlte das Ziel knapp (18.). Noch knapper wurde es in der folgenden 19. Minute, als Hercher nach Ablage des 31-Jährigen von der Strafraumkante nur Zentimeter zu hoch zielte. Weiter spielte nur der Gastgeber. Einen Schuss von Ritter aus zweiter Reihe konnte Quindt dabei nur nach vorne klatschen lassen, doch kein Lauterer bekam den Rebound (22.). In der Folge nahm der Druck des Favoriten ein wenig ab, doch auch der Schlusspunkt des ersten Durchgangs gehörte dem FCK. Nach einem starken Chippass von Sessa versuchte es der umtriebige Boyd aus spitzem Winkel, scheiterte aber am parierenden Quindt (40.). Entsprechend ging es mit dem 1:0 für den FCK in die Pause.

Die Halbzeit tat den Bemühungen der Lautrer dabei keinen Abbruch. Nur weniger Sekunden nach dem Seitenwechsel versuchte es Hercher aus der Distanz und scheiterte (47.), ehe er es kurz darauf besser machte. Nach starker Ablage von Wunderlich startete Hercher durch und schloss maßgenau aus spitzem Winkel ab und erzielte das 2:0 (53.). Der FCK kontrollierte das Spiel nach Belieben, und doch kam der TSV nochmal dem Anschluss nahe: Nach Vorlage von Lakenmacher tauchte Piwernetz vor FCK-Keeper Raab auf, der mit einer Fußparade aber den Einschlag verhinderte (68.). Kaiserslautern war nun gereizt und machte den Sack endgültig zu. Infolge eines Konters brachte Hercher die Kugel an den ersten Pfosten, wo Ritter wuchtig zum 3:0 einschoss (74.). Unter Sprechchören der Fans machte der FCK, was er wollte. Zuck schlenzte nochmals von der Strafraumkante und zwang Quindt zu einer Flugeinlage, die den vierten Treffer verhinderte (80.). Am Ende sollte es bei dem souveränen 3:0 bleiben, das den FCK weiter als Zweiter festigte, während Havelse Vorletzter bleibt.

Türkgücü 2:1 Magdeburg: FCM verliert erstmals seit Oktober

Nach immer unklarer werdender Situation steht die Zukunft von Türkgücü München weiter in den Sternen. Am 30. Spieltag wartete sportlich erstmal aber der Tabellenführer aus Magdeburg. Früh begann der FCM Druck zu machen und kam über Atik zu einer ersten Topchance, dessen Schuss aber nach Ablage von Ito von Römling auf der Linie gerettet werden konnte (7.). Auf der Gegenseite nutzten die Münchner dann ihre Chance und schockten den Favoriten. Ausgerechnet Ex-Magdeburger Türpitz fiel der Ball acht Meter vor dem Kasten vor die Füße, sodass dieser wuchtig zum 1:0 für den Tabellenletzten einschoss (13.). Der Spitzenreiter wollte umgehend antworten, doch ein erster Versuch von Ceka nach starkem Solo rauschte knapp am Kasten der Gastgeber vorbei (15.). Noch enger wurde es nach einem Schuss von Andreas Müller, der das Leder nach Ablage von Obermair an den linken Pfosten setzte (17.). Der FCM lief immer wütender an, belohnte sich aber vorerst nicht. Auch Krempicki verschoss nach starker Ablage von Ito aus neun Metern deutlich (24.). Die Münchner ließen sich nun immer tiefer fallen, sodass die Chancenanzahl der Gäste folglich deutlich abnahm. Zwar versuchten sie es erneut zweifach über Krempicki (28./44.), der aber glücklos blieb, sodass der FCM mit einem Rückstand in die Katakomben ging.

Der FCM drückte auch nach der Pause weiter und erarbeitete einen ersten Abschluss, den Atik aus 18 Metern aber rechts neben den Münchner Kasten setzte (49.). Das Abschlussglück war einfach nicht beim FCM. Auch der eingewechselte Conteh traf die Kugel aus kürzester Distanz nach einer Hacken-Ablage von Krempicki nicht richtig und jagte sie über den Kasten (55.). Immer wieder trat Conteh nun in Erscheinung. Nach einer Hereingabe des Flügelstürmers fälschte Tikvic das Leder auf das eigene Tor ab und zwang Flückiger zu einer Parade, um den Ausgleich zu verhindern (68.). Auch in der 75. Minute musste der Schlussmann sein ganzes Können zeigen, als er einen kraftvollen Schuss von Ceka aus zentraler Position entschärfte. Türkgücü nutzte nun die Räume, um selber wieder Angriffe zu starten. Ein solcher brachte dann in der 83. Minute die Vorentscheidung. Nach maßgenauer Flanke von Karweina musste Sorge das Leder nur noch per Kopf ins lange Netz verlängern und stellte so auf 2:0. Der Spitzenreiter rannte nochmals wütend an – und kam sogar noch zum Anschluss. Nach verunglückter Klärung nahm Brünker die Kugel volley und schoss stramm zum 1:2 ein. Doch der Treffer kam zu spät. Die Münchner können sportlich mit dem zweiten Sieg in Folge als Letzter ein Lebenszeichen senden, während der FCM nach der ersten Niederlage seit Oktober zwar weiterhin Rang 1 belegt, aber doch einiges schuldig blieb.

Verl 1:3 Mannheim: Sohm dreht das Spiel

Im Aufeinandertreffen zwischen dem SC Verl und dem SV Waldhof Mannheim waren gleich beide Teams zum Siegen verdammt. Den Gästen entgleitet langsam der Kampf um den Aufstieg, während die Verler um den Klassenerhalt kämpfen. Die erste Chance gehörte dabei den Mannheimern. Nach einer Hereingabe von Costly schob sich Schnatterer vor seinen Gegenspieler, lenkte die Kugel allerdings lediglich ans Aluminium des SCV-Kastens (12.). Dieses Auslassen der Großchance sollte sich postwendend rächen. Nach einem Ballverlust von Donkor behauptete Petkov das Leder und schoss von halbrechts zum 1:0 für die Hausherren ein (15.). Der SVW wollte antworten, doch auf schwierigem Geläuf in Lotte litten die Bemühungen sichtbar. Statt eigener Chancen entstanden Probleme im Aufbauspiel, die kurz vor der Pause in einem weiteren Ballverlust am eigenen Strafraum mündeten, den die Verler in diesem Falle aber nicht nutzen konnten (34.). Generell zeigte sich der Sportclub in den Zweikämpfen griffiger und ließ nicht viel zu, wodurch das 1:0 auch beim Pfiff des Unparteiischen nach 45 Minuten auf der Anzeigetafel stehen sollte.

SVW-Coach Glöckner tauschte zur Pause zweifach und entfachte nochmal neuen Esprit bei den Gästen. Dennoch gehörte die erste Chance den Hausherren, die über Akono zu einem Abschluss aus 16 Metern zu einem ersten Abschluss kamen, den dieser jedoch weit über das Tor schoss (50.). Mannheim lief unbeirrt weiter an und belohnte sich nun auch. Nach einem starken Lauf von Seegert verrutschte Boymaba die Kugel zwar, doch fand er damit genau Sohm am zweiten Pfosten, der nur noch zum 1:1 einzuschieben brauchte (63.). Auf der Gegenseite folgte dann jedoch beinahe der erneute Rückschlag. Nach einem Fehler von Königsmann kam Ezekwem frei zum Kopfball, setzte diesen jedoch an den Querbalken (65.). Auch in der Folge lief Verl weiter an, kam aber nicht mehr zu so klaren Chancen. Als dann alles auf eine Punkteteilung hinauslief, schlug der SVW eiskalt zu. Nach einem langen Ball machte erneut Sohm die Kugel fest, schoss mit Übersicht ins lange Eck ein und drehte das Spiel spät (88.). Der Schlusspunkt gehörte dann erneut dem SVW, der nach einem Ballgewinn schnell schaltete, sodass Ekincier die Kugel nur noch zum 3:1 einzuschieben brauchte (90+3.). Durch den Sieg halten die Mannheimer als Sechster den Anschluss an die oberen Plätze, während Verl unter dem Strich bleibt.

Köln 2:1 Wiesbaden: Viktoria dreht Partie in Überzahl

Nachdem beide Teams in der Vorwoche empfindliche Niederlagen hinnehmen mussten, sollte am 30. Spieltag nun die erneute Wende erfolgen, um sich für den Endspurt in Position zu bringen. Beide Mannschaften starteten merklich verunsichert in die Partie und taten sich überaus schwer. Eine erste Annäherung verbuchten die Kölner nach 18 Minuten, als Sontheimer jedoch nach Vorlage von Risse deutlich verzog. Dies war die Initialzündung für die Hausherren, die nun stetig besser wurden – und fortan in Überzahl agieren sollten: Nach einem rüden Einsteigen von Mrowca, der Sontheimer von hinten umgrätschte und glatt Rot sah, musste der SVWW fortan mit zehn Mann spielen (27.). Wirklich Kapital konnte die Viktoria aber auch folgend nicht daraus schlagen. Die beste Chance erfolgte kurz vor der Pause, doch Sontheimers abgefälschter Schuss konnte von Stritzel im Nachfassen pariert werden (44.). Anschließend ging es torlos in die Kabinen.

Die Pause tat vor allem den Gästen gut, die trotz Unterzahl kraftvoll starteten – und den Führungstreffer erzielten. Nach einer Ecke von Goppel landete eine Ablage bei Kempe, der aus abseitsverdächtiger Position zum 1:0 für den SVWW traf (48.). Die Kölner steckten allerdings nicht auf. Der direkte Anschluss scheiterte am Pfosten, den Philipp mit seinem Kopfball traf (56.). Besser machte es Youngster Amyn in der 67. Minute, der mit einem absoluten Traumtor das 1:1 besorgte: Trickreich zog der Mittelfeldmann in die Mitte, ehe er in den rechten Winkel traf. Der SVWW übernahm nun noch einmal. Doch weder Sliskovic noch Goppel brachten die Kugel im Kölner Tor unter (78./83.). Dies sollte sich rächen. Mit dem Abpfiff gewann erneut Amyn die Kugel gegen Carstens und erzielte seinen zweiten Treffer des Tages, der das Spiel entschied (90.). Durch den 2:1-Sieg verschafft sich die Viktoria etwas Luft und rückt auf den 12. Rang, während Wiesbaden als Achter endgültig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet hat.

   
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