FCM-Kapitän Marius Sowislo beendet Karriere im Sommer

Nach über 14 Jahren als Profi wird FCM-Kapitän Marius Sowislo seine Karriere im Sommer beenden – das kündigt der 35-Jährige in einem Interview mit der "Volksstimme" an. Möglicherweise bleib er dem FCM aber in anderer Funktion erhalten. 

"Gespürt, dass ich nicht mehr so oft gebraucht werde"

Mit dem bevorstehenden Karriereende des Mittelfeldspielers endet eine Ära beim FCM: Seit 2012 ist Sowislo für die Elbstädter aktiv, bestritt insgesamt 186 Pflichtspiele und feierte mit Magdeburg vor knapp drei Jahren die Rückkehr in den Profifußball. Doch in dieser Saison "habe ich gemerkt, dass es eine andere Situation ist, wenn man nicht spielt. Ich bin jetzt in einem Alter, in dem man sich Gedanken über die Zukunft machen muss", begründet der 35-Jährige sein Karriereende gegenüber der Zeitung und spielt dabei auf die Einsatzzeiten in der laufenden Serie an: Während Sowislo in den vergangenen Jahren stets gesetzt war, fand er sich in der aktuellen Saison oftmals nur auf der Bank wieder. Für einen Platz in der Startelf reichte es bisher nur in zehn Spielen. In den letzten Wochen und Monate habe der 35-Jährige gespürt, "dass ich nicht mehr so oft gebraucht werde." Zwischenzeitlich sei das Gefühl entstanden, "dass ich sportlich vielleicht nicht immer das erreichen kann, was von mir erwartet wird. Obwohl meine Leistungen über weite Strecken noch völlig in Ordnung waren."

Daher hat der Deutsch-Pole nun einen Entschluss gefasst: "Ich kann der Mannschaft in dieser Saison auf und neben dem Rasen noch viel geben. Darüber hinaus wird es schwieriger. Deshalb habe ich mir gesagt, dass ich mir selber nicht gerecht werde, wenn ich nur noch auf der Bank oder Tribüne sitzen sollte." In den vergangenen Jahren war Sowislo immer jemand, der Leute mitgezogen hat. "Ich möchte nicht, dass mich mal jemand mitziehen muss." Und wie hat die Mannschaft darauf reagiert? "Die Jungs haben meine Entscheidung respektiert. Sie wissen, dass ich nichts dem Zufall überlasse und gerne die Fäden selbst in der Hand habe", so der 35-Jährige.

Neuer Job beim FCM?

Auf die Zeit beim FCM blickt er mit Stolz zurück. Es sei schön zu sehen, wie sich der Club in den vergangenen Jahren entwickelt habe: "Ich habe auch noch die schlechten Zeiten miterlebt, als die Menschen nur wenig Vertrauen in die Mannschaft und den Verein hatten, weil es sportlich nicht lief. Es ist schön, dass wir es geschafft haben, sie vom Gegenteil zu überzeugen." Beim FCM habe Sowislo etwas gefunden, "das mich auch selber ausgefüllt hat. Das hat mich geprägt, und ich werde immer mit einem Lächeln zurückblicken. Das ist nicht selbstverständlich." Vermissen wird er besonders "das Gequatsche in der Kabine".

Wie es im Sommer weitergeht, ist unterdessen noch offen. Klar ist aber: Der 34-Jährige freut sich auf mehr Zeit mit der Familie und möchte sein Sportlernetzwerk "samforcity", das er seit 2014 betreibt, künftig weiter ausbauen. Der Stadt Magdeburg wird er in jedem Fall erstmal treu bleiben: "Ich habe die Stadt sehr ins Herz geschlossen. So schnell bekommt man mich hier nicht weg", sagt der 35-Jährige, der sich auch eine Zukunft beim FCM vorstellen kann: "Der Verein hat schon länger mit mir Gespräche geführt. Sie haben Ideen, wie sie mich einbinden können, ich habe ebenfalls Ideen, wie ich dem Club einen Mehrwert geben kann." Jetzt müsse man schauen, ob es sich realisieren lasse. Feststeht bereits: Als Trainer will der 35-Jährige nicht arbeiten.

Aufstieg als Krönung

Doch bevor sich Sowislo endgültig Gedanken über seine Zeit nach der aktiven Karriere macht, stehen mit dem FCM noch zehn wichtige Spiele an. Gelingt der Aufstieg in die 2. Bundesliga, wäre das wohl der Höhepunkt in der Karriere des 35-Jährigen – und gleichzeitig ein krönender Abschluss.

   
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