Magdeburg deklassiert Aalen mit 6:1, KSC bleibt dran

Die abschließenden Sonntagsspiele in der 3. Liga hatten es sowohl ganz oben als auch ganz unten in der Tabelle in sich. Während der 1. FC Magdeburg gegen den VfR Aalen durch gleich zwei Dreierpacks binnen kürzester Zeit deutlich mit 6:1 gewann, hatte der KSC beim Auswärtssieg in Erfurt deutlich mehr Mühe (3:1). In Chemnitz dagegen verzweifelte der heimische CFC gleich mehrfach vor dem Tor und verspielte eine knappe Führung.

Magdeburg 6:1 Aalen: Doppelter Dreierpack des FCM

Nach dem Sieg des SC Paderborn über Hansa Rostock galt es für den FCM wieder mit dem Spitzenreiter gleich zu ziehen. Auch deswegen legte die Heimelf gegen Aalen los wie die Feuerwehr. Bereits nach vier Minuten servierte Pick aus dem Halbfeld ins Zentrum, wo Beck per Volley vollenden konnte. Keine acht Minuten später klingelte es wieder im Tor des VfR. Eine Ecke von Schiller wuchtete Hainault gekonnt über die Linie. Magdeburg zeigte sich im Rausch und erhöhte nur 120 Sekunden später gar auf 3:0, durch einen flachen direkten Freistoß von Türpitz. Der VfR schien vor einem Debakel zu stehen, doch der FCM schaltete gleich zwei Gänge zurück und ließ die Vollmann-Elf atmen. Diese berappelte sich im Laufe der folgenden Minuten und kam in der 24. Spielminute tatsächlich zum Anschluss. Schnellbacher nutzte einen Abpraller von Handke zu einem strammen Schuss aus 12 Metern und erzielte das 1:3. Sofort im Anschluss zog der FCM das Tempo wieder an und hätte bereits vor der Pause durch Pick (27.) und Schwede (34.) das vierte Tor machen können. Vor der Pause beließen es beide Teams aber mit dem 3:1.

Auch nach dem Seitenwechsel startete der FCM furios. Drei Minuten nach dem Wiederanpfiff lupfte Türpitz den Ball in die Box, wo Beck alleine vor dem Tor stand, den Ball aber volley völlig am Tor verzog. Doch auch die Gäste wollten sich noch nicht aufgeben und hatten ihrerseits die große Chance zum Anschluss. Einen schönen Drehschuss von Schnellbacher konnte Glinker mit den Fäusten parieren. Insgesamt präsentierten sich die Gäste nach der Pause präsenter und erspielten sich optisch ein Übergewicht. Wirklich Gefahr konnte vor dem Tor des FCM jedoch nicht entfacht werden. Für die sorgte bei schnellen Angriffen immer wieder die Härtel-Elf, die letzte Zweifel am Sieg eine Viertelstunde vor dem Ende beseitige, als Richard Weil aus 17 Metern mit einem tollen Schuss auf 4:1 erhöhte. Der Treffer sollte jedoch nicht der letzte des Spitzenteams bleiben, denn mit einem Doppelschlag in der 82. und 84. Minute stellten Rother und Costly mit einem Traumtor sogar noch auf den 6:1 Endstand. Damit zieht Magdeburg nun wieder mit Paderborn an der Spitze gleich.

Chemnitz 1:1 Halle: Chemnitz verschenkt wichtigen Dreier

Im Derby zwischen Chemnitz und Halle ging es für die Heimelf ums nackte Überleben. Dementsprechend begannen die Himmelblauen mit viel Dampf. Hansch versuchte es in der 2. Minute per Volley und zog nur haarscharf über die Latte. Fünf Minuten später wurde es sogar noch enger. Reinharts Freistoß lenkte Schnetzler an den Pfosten und den Abpraller verpasste erst Frahn aus kürzester Distanz, bevor die Defensive des HFC auf der Linie klären konnte. Das Powerplay der Gastgeber setzte sich fort. Wieder war es ein hoher Ball von Reinhardt, der ebenfalls an den langen Pfosten prallte. Erst nach 20 Minuten meldete sich auch Halle im Spiel an und konnte das Spielgerät vom eigenen Tor fernhalten. Torchancen konnte sich die Elf von Trainer Schmitt aber nicht erspielen. Dagegen musste die Defensive immer wieder hohe Bälle von Reinhardt verteidigen. Da der CFC es aber auch verpasste sich ähnlich gute Chancen wie zu Beginn zu erarbeiten, fielen vor der Pause keine Treffer mehr.

Direkt nach dem Pausentee belohnte sich die Heimelf für die engagierte Leistung mit der verdienten Führung. Slavov legte einen langen Ball per Kopf im Strafraum quer auf Frahn, der frei vor dem Tor nur noch einschieben musste (48.). Nach dem Treffer zog sich Chemnitz erst einmal zurück und überließ den Gästen den Ball. Diese wussten damit jedoch zu selten etwas effektives anzufangen und wurden somit nicht wirklich gefährlich. Wenn im Strafraum etwas passierte, dann eher bei den Hallensern. So verpasste es Frahn nach 63. Minuten im 1-gegen-1 gegen Schnitzler das Spiel zu entscheiden., ebenso wie vier Minuten später nach einem Kopfball. In den letzten 20 Minuten nahm auch Halle in der Offensive teil und spielte zielstrebig Richtung Strafraum. Zehn Minuten vor dem Ende wurden die Gäste dafür auch belohnt, als Erik Zenga per Linksschuss zum 1:1 abstauben konnte. Tittel hatte zuvor einen abgefälschten Schuss von El Helwe nicht festhalten können. Für den lange Zeit überlegenen CFC war der Punkt am Ende deutlich zu wenig, während Halle weiterhin einen sicheren Abstand nach unten festigen konnte. Chemnitz fehlen bei einem Spiel weniger weiterhin sieben Punkten zum rettenden Ufer.

Erfurt 1:3 Karlsruhe: Erfurter Aufbäumen bleibt unbelohnt

Das Spiel der gegensätzlichen Vorzeichen in Erfurt drohte schon nach der Anfangsphase entschieden zu sein. Die Gäste vom Wildpark drängten von Beginn an auf das Tor der Thüringer. Schon nach elf Zeigerumdrehungen konnte Gordon nach einer Ecke relativ frei aufs Tor schießen, war aber zu überrascht und zog rechts vorbei. 60 Sekunden später machte es Fabian Schleusener dafür besser. Camoglu flankte zu seinem Sturmkollegen und dieser köpfte wuchtig in den rechten Torwinkel ein. RWE wirkte geschockt und fing sich knappe fünf Minuten später gleich das 0:2. Wanitzeks Freistoß aus dem Mittelfeld landete am langen Pfosten bei Gordon, der problemlos einköpfen konnte (19.). Wer mit einem Einbruch von RWE rechnete, wurde aber überraschenderweise eines Besseren belehrt. Der direkte Gegenzug nach dem 0:2 hätte eigentlich schon den Anschluss geben können, doch Huth traf eine gute Flanke nur mit der Schulter. Zehn Minuten vor der Pause machte es der Stürmer besser. Eine Ecke von rechts konnte er diesmal mit dem Kopf an den Innenpfosten und ins Tor setzen. Karlsruhe zeigte sich durchaus beeindruckt vom leidenschaftlichen Auftritt der Erfurter, hätte aber in der Schlussminute vor der Pause auf 3:1 stellen müssen. Schleusener scheiterte nach einem Durcheinander im Strafraum aus spitzem Winkel an Klewin.

RWE trat auch in der zweiten Hälfte bemerkenswert aktiv auf, ließ aber in der Defensive doch große Lücken erkennbar werden. Schleusener wurde nach 53 Minuten durch einen schönen Steilpass in Szene gesetzt, wo erst Kaffenberger den Ball fast ins eigene Tor abfälschte und im Nachschuss Schleusener an Klewin scheiterte. Direkt im Anschluss hätte es zwingend Elfmeter geben müssen für die Gäste, weil Möckel Schleusener gefoult hatte, doch der Pfiff blieb aus. Da der KSC es somit immer wieder verpasste, das Spiel zu entscheiden, lag der Ausgleich nach gut einer Stunde in der Luft. Uzan wuchtete einen Direktschuss nach Flanke von rechts an die Latte des KSC-Tores. In dieser Phase des Spiels war RWE dicht am Ausgleich, denn 120 Sekunden nach dem Lattenkracher versuchte es der starke Huth aus 20 Metern, doch Uphoff parierte mit einer schönen Flugeinlage. Während RWE weiterhin alles versuchte, ging der KSC teilweise kläglich mit besten Chancen um. Sowohl Wanitzek als auch Schleusener hätten in der 82. und 85. Minute zwingend die Entscheidung erzielen müssen, doch Möckel und Klewin konnten die Gegentreffer verhindern. Erst in der Schlussminute konnten die Badener mit dem 3:1 durch Schleusener den tapferen Erfurtern die Hoffnung nehmen und die drei Punkte sichern. Karlsruhe, das nun seit 18 Spielen ungeschlagen ist, übernimmt damit wieder Rang drei, Erfurt fehlen (mit eingerechnetem Punktabzug) weiterhin zwölf Zähler zum rettenden Ufer.

   
Back to top button