Fan-Ärger bei Dynamo wegen Trikotwerbung: Wehlend reagiert

Auf Geschäftsführer Jürgen Wehlend sind einige Fans von Dynamo Dresden derzeit gar nicht gut zu sprechen. Der Grund: Dynamo hat den Dresden-Schriftzug auf den Spielertrikots durch einen Sponsorennamen ersetzt. Bei der Partie gegen 1860 kam es daher zu einer Protestaktion der Anhänger. Nun hat der 56-Jährige reagiert.

XXL-Trikot: "Wehlend 0 Identität"

Er war unübersehbar, der Protest der aktiven Fanszene beim Spiel gegen 1860 München. Im K-Block präsentierten sie am Samstag ein XXL-Trikot mit der Aufschrift "Wehlend 0 Identität" (Foto oben) und übten damit deutliche Kritik an Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Dieser hatte sich in Absprache mit den Gremien dazu entschieden, erstmals einen Rückensponsor auf das Trikot zu nehmen. Der Dresden-Schriftzug musste dafür allerdings weichen. Angesprochen auf den Vorwurf der Fans spricht Wehlend gegenüber der "Sächsischen Zeitung" von einer "freien Meinungsäußerung", die er akzeptieren müsse, verweist aber auf finanzielle Gründe, die zu der Entscheidung geführt hätten: "Wir haben extreme wirtschaftliche Belastungen zu stemmen und müssen auf der anderen Seite eine leistungsfähige Mannschaft aufstellen."

Zudem erinnert der 56-Jährige daran, dass die SGD aufgrund des Verhaltens einiger Fans bei den Spielen gegen Schalke und Kaiserslautern zuletzt eine Geldstrafe in Höhe von 300.000 Euro zahlen musste. "Ich wäre ehrlich gesagt ein bisschen demütiger an dieser Stelle. Jemandem die in diesem Job erforderliche Identität und Leidenschaft abzusprechen – das finde ich schon ein starkes Stück", so Wehlend.

Dynamo auf Mehreinnahmen angewiesen

Das Rückensponsoring bringe demnach eine Summe in sechsstelliger Höhe ein. Geld, das Dynamo dringend benötigt, rechnet der Geschäftsführer für die laufende Saison doch mit einem Minus von rund drei Millionen Euro. "Durch die angesprochene Strafe sind es nun schon 3,3 Millionen Euro. Das müssen wir erst einmal ansatzweise refinanzieren." Die Reaktion der Fans könne er aus emotionaler Sicht zwar verstehen, sagt aber auch: "Am Ende ist es doch zugunsten des Vereins – denn gemeinsam wollen wir zurück in die 2. Bundesliga, doch ohne finanzielle Möglichkeiten wird dies kaum gelingen. Die Fans haben im Rahmen ihrer Choreografie ein riesiges Spruchband präsentiert: Niemand ist größer als der Verein. Das gilt für alle Beteiligten."

Wehlend zufolge hätten 15 der 20 Drittligisten einen Rückenpartner akquiriert, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in dieser Spielklasse "einfach schlecht sind". Dynamo stehe finanziell zwar vergleichsweise gut da, habe nach den Vorfällen beim Relegationsrückspiel allerdings "viele Gespräche" mit Sponsoren führen müssen, um sie bei der Stange zu halten. "Bei dem, was da passiert ist, kommt man als Verein schon in Erklärungsnöte", so Wehlend, der am Dienstag das Gespräch mit den Fanszene suchen will. Die gute Nachricht für die Anhänger: Im Fanshop werden weiterhin Trikots mit dem Dresden-Schriftzug erhältlich sein.

   
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