Fall Marin Sverko: DFB hat Ermittlungen aufgenommen

Sportlich steht der 1. FC Saarbrücken als Tabellenführer derzeit blendend da, im Fall Marin Sverko droht nun allerdings Ungemach. Es geht um den U23-Status des Abwehrspielers. Sollte der Innenverteidiger nicht darunter fallen, droht dem FCS eine Geldstrafe sowie ein Abzug der drei Punkte aus dem Spiel gegen Dresden.

Status auf dem Prüfstand

Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, habe der Kontrollausschuss "auf Basis der vorliegenden Fakten" Ermittlungen aufgenommen. "Es besteht der Verdacht auf Verstoß gegen § 12a Nr. 4.1. an den ersten neun Spieltagen der laufenden Saison." In Paragraph 12 der DFB-Spielordnung wird die U23-Regel festgehalten. Konkret müssen alle Drittligisten in jeder Partie mindestens vier Akteure auf dem Spielberichtsbogen aufführen, die für eine DFB-Auswahl spielberechtigt sind und am 1. Juli der laufenden Saison das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Der 1. FC Saarbrücken ging bislang davon aus, dass auch Marin Sverko unter die U23-Regel fällt. Schließlich ist er in Pforzheim geboren und erst 22 Jahre alt, besitzt neben der deutschen aber auch die kroatische Staatsbürgerschaft. Entsprechend lief er seit 2015 insgesamt 23 Mal für mehrere U-Nationalteams der Kroaten auf. Ein Problem ist das erstmal nicht, denn solange er noch kein A-Länderspiel für Kroatien bestritten hat, könnte er auch noch für den DFB spielen. Doch genau darin könnte wiederum die Krux liegen: Denn um den Verband wechseln zu können, muss zunächst ein entsprechender Antrag bei der FIFA gestellt werden.

Denn maßgeblich ist, dass die für den Drittliga-Kader nominierten U23-Spieler zum Zeitpunkt des jeweiligen Spiels für eine DFB-Auswahl spielberechtigt sein müssen. Ob das in den neun Partien, in denen Sverko neben drei weiteren Akteuren als U23-Spieler aufgeführt wurde, der Fall war, prüft der DFB nun. Bis Montagnachmittag muss sich der FCS äußern. Für FCS-Geschäftsführer David Fischer ist die Sache klar, wie er zuletzt dem "Kicker" sagte: "Der Spielerstatus unseres Vertragsspielers Marin Sverko wurde vom DFB vor der Saison geprüft und im System in der Spielberechtigungsliste des Verbandes als für den DFB spielberechtigter U-23-Spieler hinterlegt."

Bei Verstoß droht Strafe

Sollte Sverko dennoch nicht unter die U23-Regel fallen, droht dem 1. FC Saarbrücken eine Strafe. Paragraph 12b sieht bei Verstößen als spieltechnische Rechtsfolge die Aberkennung von gewonnen Punkten vor – allerdings nur bei Partien, die zwei Wochen zurückliegen. Betroffen wäre damit maximal das Heimspiel gegen Dynamo Dresden, das Saarbrücken am 7. November mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Sollte ein Verstoß festgestellt werden und die Partie gegen Dresden in besagten Zeitraum fallen, würden dem FCS die drei gewonnen Punkte abgezogen werden. Für Dresden bliebe es aber in jedem Fall bei null Punkten. Beim anschließenden Spiel des Tabellenführers in Köln (13.11.) weilte Sverko bei Kroatiens U21, gegen Wiesbaden (21.11.) wurde er am Samstag kurzfristig aus dem Kader gestrichen und durch Jonas Singer ersetzt. Und beim Spiel gegen Türkgücü erfüllte Saarbrücken die Regel am Dienstag durch die Nominierung von vier anderen U23-Akteuren.

Einen ähnlichen Fall gab es zuletzt auch beim 1. FC Kaiserslautern: Die Roten Teufel hatten beim Spiel gegen Wiesbaden (1:1) Hikmet Ciftci als vierten U23-Spieler nominiert. Wie sich später jedoch herausstellte, besaß der 22-Jährige keine deutsche Staatsbürgerschaft und fiel damit nicht unter die U23-Regelung. Da der Fehler aber auch im DFBnet zunächst nicht aufgefallen war, sah der DFB von einer Wertung der Partie gegen den FCK ab und verhängte lediglich eine Geldstrafe in Höhe von 4.000 Euro. Eine Geldstrafe droht auch dem FCS, sollte Sverko nicht unter die U23-Regel fallen.

   
Back to top button