"Extrem ärgerlich" und "sehr, sehr schlecht": HFC bleibt im Keller

Mit einem Sieg im Ost-Derby gegen Aue hätte der Hallesche FC die Abstiegszone nach den Patzern der Konkurrenz auf vier Punkte distanzieren können, doch stattdessen verspielte der HFC eine zweifache Führung, kassierte die erste Heimpleite gegen Aue seit 1988 und bleibt im Keller hängen. Zum wiederholten Male in dieser Saison haderte Trainer Sreto Ristic mit dem Abwehrverhalten. 

"Niederlage selbst fabriziert"

Zwei Tore geschossen, aber wieder drei kassiert: so wird Halle nicht aus dem Keller kommen. Insgesamt schon 54 Mal schlug es in der bisherigen Saison ein. Nie zuvor in der Geschichte der 3. Liga musste ein Team zu diesem Zeitpunkt der Saison mehr Treffer hinnehmen. Zwar war Trainer Sreto Ristic gegenüber dem 0:2 in Unterhaching zum wiederholten Male in den letzten Wochen zu einer personellen Umstellung gezwungen, da sich Brian Behrendt verletzt hatte, doch das wollte der HFC-Coach nicht als Ausrede gelten lassen: "Wir haben sehr erfahrene Spieler auf dem Platz, lösen das aber wieder sehr, sehr schlecht", sagte er bei "MagentaSport". Beispielhaft dafür stand das 2:2 kurz vor der Pause, als Lofolomo alles andere als gut aussah und den Ball nicht geklärt bekam. Die Niederlage am Patzer des 23-Jährigen festmachen wollte Ristic aber nicht, vielmehr sprach er in dieser Situation von "fehlender Kommunikation".

Da half es auch nichts, dass Baumann (20.) und Gayret (40.) den HFC zuvor zweimal in Führung gebracht hatten, nachdem schon Schikora zwischenzeitlich zum Ausgleich getroffen hatte (38.). Auch dem dritten Gegentreffer ging ein individueller Fehler voraus, riss Vollert doch Bär im Strafraum zu Boden und verursachte damit einen Elfmeter, den Stefaniak zum 3:2-Siegtreffer verwandelte (66.). Obendrein sah Vollert glatt Rot, sodass Halle in den letzten 25 Minuten in Unterzahl war. "Das kann er anders lösen, er ist ein erfahrener Spieler." Ristic bezeichnete diese Szene als "Knackpunkt" und befand, dass es mit einem Mann weniger anschließend "nicht einfacher" geworden sei. Die Einstellung stimmte zwar, dennoch reichte es nichtmal für wenigstens einen Punkt. "Wir haben diese Niederlage selbst fabriziert, was sehr, sehr bitter ist", so Ristic.

Baumann beklagt Foulspiel

Baumann sah es ähnlich: "So ein Spiel zu verlieren, ist extrem ärgerlich." Über seinen Treffer freue er sich zwar, "am Ende bring es uns aber auch wieder nichts". Womöglich wäre die Partie anders verlaufen, wenn es nach 55 Minuten einen Freistoß vor dem Veilchen-Strafraum gegeben hätte, nachdem Baumann im Duell mit Vukancic zu Fall gekommen war. Der HFC-Stürmer schimpfte: "Ich bin frei durch. Das ist ein klares Foul und eine klare rote Karte." Stattdessen pfiff Schiedsrichter Fuchs Stürmerfoul. So stand am Ende die zweite Niederlage in Folge und bereits die 14. Pleite insgesamt zu Buche. Weil auch Mannheim und Lübeck verloren haben, bleibt Halle zwar über dem Strich, hat es aber verpasst, sich auf vier Punkte von Rang 17 zu distanzieren.

"Wir müssen weitermachen. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig", sagte Baumann und befand: "Auf das Spiel können wir aufbauen." Auch Ristic gab an, trotz der Niederlage "sehr viele" positive Dinge gesehen zu haben: "Wir haben nach vorne gespielt und die Tore gemacht. Was wir nicht gemacht haben, ist verteidigen." Daran wird der HFC dringend arbeiten müssen, soll es mit dem Klassenerhalt was werden. Am Sonntag in einer Woche geht es zu 1860 München – allerdings ohne Vollert sowie Gayret, der zum fünften Mal Gelb gesehen hat.

 

 

   
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