Ex-Drittligist VfR Aalen meldet zum zweiten Mal Insolvenz an

Der frühere Drittligist VfR Aalen hat am Mittwoch zum zweiten Mal nach 2017 Insolvenz angemeldet. Weil damit ein Abzug von neun Punkten einhergeht, rutscht der Klub in der Regionalliga Südwest auf den letzten Tabellenplatz ab. Der Spielbetrieb soll aber fortgeführt werden.

Klub führt mehrere Gründe an

Als Gründe für die Zahlungsunfähigkeit gibt der Klub vor allem die "Entwicklung im Zuge von Ukrainekrieg, Energieverteuerung und Inflation" an. Auch die Zuschauerzahlen sind hinter den Erwartungen geblieben: Statt der erhofften 2.300 Fans kamen durchschnittlich nur 1.200 Besucher zu den Heimspielen. Hinzukommt, dass sich während der Corona-Pandemie das Volumen an Sponsorengeldern "stark verringert" habe. Zwar habe der VfR "umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um neue Partner zu gewinnen", habe dabei jedoch erfahren, "dass auch mögliche neue Unterstützer aus wirtschaftlichen Erwägungen extrem zurückhaltend reagieren".

Ebenfalls zur Pleite beigetragen hätten Altlasten aus der letzten Insolvenz 2017 und der 3. Liga, wo der Klub insgesamt sieben Jahre spielte – zuletzt zwischen 2015 und 2019. Unter den äußeren Umständen der letzten drei Jahren sei es nicht möglich gewesen, neben den laufenden Kosten auch noch einen mittleren sechsstelligen Betrag auszugleichen. Insgesamt benötige es für einen Verein in der Regionalliga eine "wesentlich größere Basis an Unterstützung".

Abzug von neun Punkten

Laut der Spielordnung bedeutet der Antrag auf Insolvenz nun den sofortigen Abzug von neun Punkten, wodurch der Verein von der Ostalb auf den letzten Tabellenplatz in der Regionalliga Südwest abrutscht. Genau die neun Zähler fehlen nun auch zum rettenden Ufer. Der Spielbetrieb soll aber weitergeführt werden – andernfalls stünde der frühere Zweitligist (2012-2015) als erster Absteiger in die Oberliga fest. Ob der Klassenerhalt auf sportlichem Weg trotz des Punktabzugs gelingen kann? In der 3. Liga war das nach der Insolvenz 2017 der Fall – allerdings standen die Aalener zum Zeitpunkt der Pleite deutlich weiter oben in der Tabelle.

"Wir sind nach wie vor fest überzeugt, dass es für den VfR einen Platz in der Region gibt und er eine wichtige Funktion für unseren Standort erfüllen kann", zeigt sich der Klub kämpferisch. "Die Jugendarbeit leistet unschätzbare Dienste für die Jugendförderung. Wir werden gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter alles versuchen, einen Insolvenzplan auszuarbeiten, umzusetzen und den VfR Aalen in ein finanziell und sportlich ruhiges Fahrwasser zu führen." Eine baldige Rückkehr in den Profifußball wird in den kommenden Jahren kein Thema sein.

   
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