Euphorie beim 1. FC Kaiserslautern: Ticket-Schwarzmarkt floriert

Sie ist derzeit riesengroß, die Euphorie beim 1. FC Kaiserslautern. Das führt allerdings nicht nur zu vollen Stadien, sondern lässt auch den Schwarzmarkt florieren. Der Klub kann kaum etwas dagegen tun.

350 Euro für zwei Tickets

5.000 Fans in Freiburg, 4.000 Anhänger in Würzburg und zuletzt rund 7.000 Fans in Wiesbaden: Egal wo der FCK derzeit spielt, tausende Anhänger wollen dabei sein. Weil die meisten Stadien der Drittliga-Konkurrenten aber nicht für die großen Fanmassen aus Kaiserslautern ausgelegt sind, übersteigt die Nachfrage derzeit regelmäßig das Angebot – so auch beim kommenden Auswärtsspiel in Köln am 8. Mail. Dass es zeitgleich die letzte Partie der Roten Teufel in dieser Saison ist und Lauten unter Umständen sogar aufsteigen kann, sorgt erst Recht für eine hohe Nachfrage. So waren die 3.380 Tickets für den Gästeblock innerhalb weniger Minuten vergriffen.

Manch ein Käufer behält die Karten aber nicht für sich, sondern bietet sie auf Internet-Plattformen wie Ebay an. Dort finden sich mit Stand von Freitagvormittag zweimal je zwei Stehplatz-Tickets im Angebot – beide Auktionen laufen noch bis Montagabend und liegen schon jetzt bei rund 350 Euro. Macht also 175 Euro pro Ticket. Zum Vergleich: Regulär kostet eine Stehplatz-Karte 10 Euro. Dass es für diese Tickets einen Markt gibt, zeigt nicht zuletzt der Verlauf der Auktion: Der Startpreis von einem Euro wurde schon nach zehn Minuten um das fünfzigfache überboten, knapp eine Stunde später lag das Höchstgebot bereits bei über 100 Euro.

FCK stößt personell an Grenzen

"Eigentlich können wir froh sein, dass wir uns mit dem Thema beschäftigen müssen", sagt der Leiter des Ticketing beim 1. FC Kaiserslautern, Marcus Böse, gegenüber dem "SWR" mit einem Augenzwinkern. Schließlich ist der Schwarzmarkt eine Folge des großen sportlichen Erfolgs der Lautrer. Doch Böse weiß: "Das Problem selbst ist natürlich schlimm für unsere Fans." Dagegen vorgehen kann der Klub kaum. "Wir würden gerne, aber das schaffen wir personell nicht. Eigentlich bräuchten wir einen Mitarbeitenden, der sich nur darum kümmert."

Auch Pressesprecher Stefan Roßkopf betont: "Wir sind ein Drittligist und dementsprechend personell aufgestellt." Gerade mal drei Mitarbeiter kümmern sich beim FCK um das Ticketing – mit allem was dazu gehört: Karten verschicken, Anrufe entgegennehmen und Mails beantworten. "Wir möchten gerne, dass jeder, der es verdient, auch eine Karte bekommt. Leider ist die Zahl derer, die es verdient haben, größer als die Zahl der Karten, die zur Verfügung stehen", so Roßkopf. Ein Aufstieg könnte Abhilfe verschaffen: Zum einen sind die Stadien in der 2. Liga größer, zum anderen könnte Lautern das Personal für das Ticketing aufstocken – und Schwarzmarkt-Händler besser verfolgen. Böse gibt sich aber keinen Illusionen hin: "Schwarzmarkt hat es immer gegeben und wird es immer wieder geben." Nicht zuletzt deswegen, weil Fans bereit sind, das 20-fache für eine Karte zu bezahlen.

   

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