Erste Klubs wollen Flutlicht bei Sonnenschein aus lassen

Flutlicht bei strahlendem Sonnenschein? Für einige Klubs passt das in Zeiten von steigenden Energiepreisen und Klimaschutz-Debatten nicht zusammen. Daher wollen sie das Flutlicht, wenn es nicht unbedingt notwendig ist, künftig aus lassen.

Entscheidung trifft der Host Broadcaster

Es gibt im Profifußball kaum etwas, das nicht genau geregelt ist. Und so heißt es in den Medienrichtlinien zur 3. Liga zum Thema Flutlicht: "Bei den Spielen, in denen der Einsatz der Spielfeldbeleuchtung für einen professionellen sportlichen Spielbetrieb und eine hochwertige TV-Übertragung erforderlich ist (hierfür sind mindestens 800 Lux nötig), muss während des kompletten Aufwärmens/Einlaufens sowie der gesamten Spielzeit die Spielfeldbeleuchtung die volle Lichtstärke des Spiellichts einnehmen."

Nach Spielende muss das Spiellicht mindestens für weitere 10 Minuten voll eingeschaltet bleiben. Weiter heißt es: "Die Entscheidung, ob der Einsatz der Spielfeldbeleuchtung für die TV-Produktion zwingend notwendig ist, trifft der Host Broadcaster." Das ist in der 3. Liga die "Telekom" mit "MagentaSport".

Heißt also: "Die Klubs sind keinesfalls generell zum Einschalten des Flutlichts verpflichtet", wie der DFB auf Anfrage der "Ruhr Nachrichten" betont. Vor jeder Begegnung werde vom Host-Broadcaster am jeweiligen Standort individuell geprüft, "inwieweit zusätzliches Licht benötigt wird. Eine Entscheidung des Host-Broadcasters wird hierbei von sich verändernden Wetterbedingungen, aber auch vom Standort selbst beeinflusst".

RWE ließ Flutlicht am Samstag aus

Die ersten Klubs kündigen nun an, das Flutlicht bei strahlendem Sonnenschein nicht mehr anzuschalten – darunter der MSV Duisburg: "Die Stadionprojektgesellschaft als Eigentümer der Schauinsland-Reisen-Arena wird künftig – brauchbare Licht- und Wetterbedingungen vorausgesetzt – das Flutlicht bei Tag-Spielen nicht mehr einschalten lassen", teilte der Klub gegenüber der Zeitung mit.

Der VfL Osnabrück will ähnlich verfahren: "Konkret für den Standort Osnabrück können wir mitteilen, dass wir eine klare Haltung dazu haben und das Flutlicht grundsätzlich nicht automatisch bei Spielen, die tagsüber stattfinden, einschalten, sondern es generell ausgeschaltet ist und gehen auch mit dieser klaren Haltung in ein etwaiges Gespräch mit der jeweils verantwortlichen Person des Broadcasters am Spieltag vor Ort mit dem eindeutigen Ziel, dass das Flutlicht ausgeschaltet bleibt." Hier habe der Klub nicht nur die Kosten eines eingeschalteten Flutlichts im Hinterkopf, sondern die grundsätzliche Einsparung von Energie.

Bei Rot-Weiss Essen war das Flutlicht schon am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt nicht eingeschaltet. Weitere Vereine dürften folgen. Vermutlich schon am kommenden Spieltag, der vom DFB zum "Aktionsspieltag Klimaschutz" ausgerufen worden ist.

   
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